Eine Bassbox genügt

Nach Corona: DJ-Legende WestBam erwartet „neue Blüte des Nachtlebens“

DJ-Veteran WestBam erhofft sich nicht weniger als eine "neue Blüte des Nachtlebens", sobald die Pandemie endlich vorbei ist. Er ist sich sicher: Es wird weitergehen - ob mit oder ohne "Dance-Paläste".
+
DJ-Veteran WestBam erhofft sich nicht weniger als eine „neue Blüte des Nachtlebens“, sobald die Pandemie endlich vorbei ist. Er ist sich sicher: Es wird weitergehen - ob mit oder ohne „Dance-Paläste“.

Seit 37 Jahren ist er DJ, er gilt als einer der Gründerväter der Berliner Techno-Szene. Maximilian Lenz aka. WestBam schaut deutlich optimistischer in die Zukunft als die sonstige Club-Branche. Warum, verriet er nun in einem provokanten Interview.

Die Club-Kultur steht vor dem Aus! Zumindest ist dies bundesweiter Konsens von Veranstaltern und Club-Besitzern, die von einer Pleitewelle bedroht sind, sowie von diversen Nachtschwärmern. Die deutsche DJ-Legende WestBam, mit bürgerlichem Namen Maximilian Lenz, sieht im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau allerdings deutlich optimistischer in die Zukunft. Wie die Clublandschaft aussehen wird, wenn die Corona-Pandemie überstanden ist? - „Uns erwartet eine neue Blüte des Nachtlebens“, glaubt der 55-Jährige, der am Freitag in der ZDF-Reihe „Klassik im Club“ (Freitag, 21. August, 20.15 Uhr, ZDF) zu sehen sein wird. Ein Neuanfang könne schließlich auch neue Kreativität wecken und Energie freisetzen.

Grundsätzlich wird dem Star-DJ aktuell zu viel lamentiert in der Branche. „Wenn jetzt beispielsweise alle vom Untergang der Clubkultur jammern, denke ich mir: 'Reißt euch mal ein bisschen zusammen, ihr Heulsusen'', unterstreicht WestBam seine Punk-Attitüde und seine Freude am Provozieren. Die Sendung “Klassik im Club„, die im März im Berliner “Theater im Delphi" aufgezeichnet wurde, war einer seiner letzten Auftritte vor Publikum, aktuell ist er gezwungen, per Stream aufzulegen.

Aber dass es nach der Pandemie weitergeht, in welcher Form auch immer, steht für WestBam außer Frage: „Es wird auf jeden Fall weitergehen, auch wenn manche Angst um ihre Dance-Paläste haben“, ist sich der DJ sicher. Er selbst könnte auf diese „Dance-Paläste“ allerdings auch verzichten. Für ihn ist die Club-Atmosphäre nicht von schicken Diskotheken abhängig. Schließlich gilt er als Mitbegründer der Berliner Techno-Szene - damals genügten dem gebürtigen Münsteraner ein paar Boxen, ein Verstärker und ein Stroboskop in der Ecke.

„Sollen gerne alle Glitzerwelten vom Staat unterstützt werden, aber ...“

„Sollen gerne alle Glitzerwelten vom Staat mit Millionen unterstützt werden, aber ich brauche nur eine ordentliche Bassbox - und dann geht's auch ab“, ist sich WestBam sicher. Möglicherweise sieht die Renaissance und „Blüte des Nachtlebens“ ja genau so aus.

Dafür, dass aktuell nicht über die Öffnung von Clubs diskutiert wird, hat der DJ-Veteran vollstes Verständnis: „Klar wir sind am härtesten betroffen, aber wir verdienen nun einmal unser Geld in geschlossenen Räumen“, ist sich WestBam bewusst. Enge, heiße Luft, hohe Luftfeuchtigkeit ... - „Da habe ich natürlich Verständnis dafür, dass das bei einer ansteckenden Lungenkrankheit, die sich durch Tröpfchen überträgt, wohl einer der letzten Orte sein wird, die wieder öffnen.“ Zumindest in diesem Fall ist er sich wohl mit der Club-Szene einig.

teleschau

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare