Er prägte den Coupé-Décalé-Stil

Musik-Star stirbt mit 33 Jahren bei tragischem Unfall

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DJ Arafat: Der preisgekrönte Musiker starb viel zu jung. Nicht nur die Musikwelt trauert.

DJ Arafat ist mit nur 33 Jahren tödlich verunglückt. Er prägte das vor allem in Frankreich beliebte Genre „Coupé-Décalé“ wie kaum ein anderer. 

Abidjan/Elfenbeinküste - Ein Motorradunfall hat einen jungen Musiker aus dem Leben gerissen. DJ Arafat ist  nach einem Crash in seiner Heimatstadt Abidjan an den Folgen des Unglücks gestorben. Das berichtet unter anderem der örtliche Fernsehsender RTI.

Der 33-Jährige war ein Star in Frankreich und der Elfenbeinküste. Zwei Mal erhielt er die Auszeichnung zum ivorischen Künstler des Jahres (2016 und 2017), 2012 gewann er die Wahl zum besten Künstler Westafrikas. 

DJ Arafat ist tot: Er prägte das beliebte Genre „Coupé-Décalé“

Er prägte das Genre „Coupé-Décalé“ wie kaum ein anderer. Sein Erfolg wurde ihm dabei bereits in die Wiege gelegt. Als Sohn zweier Musiker kam er in der ivorischen Stadt Abidjan zur Welt, die Heimat des soziokulturell bunt durchmischten Musik-Stils. 

„Coupé-Décalé“ wurde in Paris zum gefeierten Elektro-Genre. In Frankreich lebende Geflüchtete aus der Elfenbeinküste entwickelten den Stil in den frühen 2000er-Jahren. 

“Ikone der Jugend“: Politiker trauert um DJ Arafat

In seiner Heimat war DJ Arafat ein absoluter Megastar. Der Mix aus traditionellen Rhythmen und modernen Einflüssen aus Techno und Hip-Hop begeisterte die Massen. 

Sogar Alassane Ouattara, Vorsitzender der Republikanischen Partei, war von der Nachricht um den Tod des Musiker ergriffen und postete ein bewegendes Nachwort im Internet. 

„Mit großer Trauer habe ich vom viel zu frühen Ableben von Houon Ange Didier ‘DJ Arafat‘ erfahren, einer Ikone der Jugend und Erbe der Musik ivorischer Kultur“, trauert der Politiker um den verstorbenen DJ, „ich zeige mein tiefstes Beileid für seine Mutter, seine Kinder, seine biologischen und künstlerischen Familien und auch alle seine Fans.“

DJ Arafat: Mit einem bunten Mix aus Tradition und Techno zum Superstar

Ursprünglich sind die lebensfrohen Beats angelehnt an einen traditionellen Tanz aus der Elfenbeinküste, den Jugendliche für wieder sich entdeckt hatten. 

Im teils sehr tristen Paris wurden die satten Rhythmen zum Ausbruch aus dem schweren Leben in den Banlieues. „Coupé-Décalé“ verzichtet auf politische Statements und soll einfach nur Spaß machen. 

Wobei der Name des Genres eine bedeutungsschwere Botschaft versteckt. Auch „Couper-Décaler-Travailler“ genannt, zeichnet er die klischeehafte Schablone der Biografie eines afrikanischen Immigranten im fremden Frankreich. 

„Coupé-Décale“: Heimlicher Protest gegen das schwere Leben in den Banlieues

„Couper“ bedeutet im Wortsinne „schneiden“, wird im Jargon der Pariser Straßen aber als Begriff für Betrug oder Diebstahl verwendet. „Décaler“ heißt, sich einen Platz weiter zu setzen, für die ivorischen Immigranten ist es in diesem Kontext die Rückkehr nach Hause. Hat man in Frankreich ausreichend vorgesorgt, reist man zurück in die Heimat, um das Geld dort zu genießen. Auch wenn „travailler“ im Wortsinne mit „arbeiten“ übersetzt wird. 

Mit dieser überspitzten Zeichnung verweist der Name des beliebten Stils auf die Vorurteile gegenüber afrikanischen Immigranten hin. In der Musik selbst hat das Politikum aber keinen Platz. Wohl auch ein Grund, warum er sich auch in Frankreich so großer Beliebtheit erfreut. 

Das Jahr 2019 ist ein sehr betrübliches für die Musikwelt. Im August verstarb Henri Belolo, Macher hinter den Village People und Erfinder zahlreicher weltbekannter Ohrwürmer. Auch von Monkees-Legende Peter Tork mussten wir uns schweren Herzens verabschieden. 

Ein tragisches Schicksal ereilte auch Corey La Barrie: Nach einer fatalen Entscheidung ist der Youtube-Star an seinem 25. Geburtstag gestorben.

Besonders tragisch ist der Hintergrund des Todesfalls eines aufstrebenden Musikers in den USA. Er wurde nur 18 Jahre alt.

Mit ihren Songs wurden Udo Jürgens, Howard Carpendale, Andrea Berg und Helene Fischer berühmt. Nun ist die Schlagertexterin Irma Hold gestorben.

Auch ein bekannter deutscher Synchronsprecher ist kürzlich gestorben, er galt als DIE Stimme für TV-Dokus.

Die Musik-Welt trauert um „Roxette“-Sängerin Marie Fredriksson: Die Schwedin soll im Alter von 61 Jahren gestorben sein.

Der Gitarrist Ed Stroud ist im Alter von 58 Jahren gestorben. 2016 rettete ihm aber noch sein Pudel das Leben.

Der sehr einflussreiche Gitarrist Andy Gill (Gang Of Four) ist im Alter von 64 Jahren gestorben.

In den 80er Jahren wurde er zum Star der DJ-Szene. Nun ist ein bekannter Musiker und Produzent im Alter von nur 56 Jahren überraschend verstorben. 

mb

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