Berliner Kabarettistin von Rechtsextremen bedroht

Morddrohungen gegen Idil Baydar: Die Spur führt zur Polizei

Gibt es ein Leck bei der hessischen Polizei? - Persönliche Daten der Kabarettistin Idil Baydar sollen von einem hessischen Polizei-Computer abgefragt worden sein.
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Gibt es ein Leck bei der hessischen Polizei? - Persönliche Daten der Kabarettistin Idil Baydar sollen von einem hessischen Polizei-Computer abgefragt worden sein.

Die Berliner Kabarettistin Idil Baydar wurde wiederholt von Rechtsextremen bedroht, erhielt auch etliche Morddrohungen. Jetzt stellte sich heraus, dass in diesem Zusammenhang Baydars persönliche Daten von einem Computer der Polizei abgefragt wurden. Und zwar - wieder einmal - in Hessen.

Die Spur führt - nicht zum ersten Mal - nach Hessen: Von einem Computer der hessischen Polizei sollen, so berichtet die „Frankfurter Rundschau“ unter Berufung auf einen internen Polizeivermerk, persönliche Daten der Kabarettistin Idil Baydar (45) abgerufen worden sein. Es tun sich Parallelen zu den Fällen der Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz vor zwei Jahren und erst jüngst der Linken-Abgeordnete Janine Wissler auf. Alle drei Frauen wurden von Rechtsextremen per anonymen Nachrichten bedroht - und in allen Fällen wurden zuvor hessische Polizeicomputer angezapft und private Daten der dann Bedrohten abgefragt.

Idil Baydar (45) ist als Tochter türkischer Einwanderer im niedersächsischen Celle geboren und lebt in Berlin. Via YouTube machte sie sich einen Namen als Comedienne, die kein Blatt vor den Mund nimmt und die Schwächen der Integration und damit verbundene Klischees schonungslos anprangert. Das brachte ihr nicht nur viele Fans und mehrere Auszeichnungen ein, unter anderem den „Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz“, sondern auch Feinde. Vor allem im rechtsextremistischen Milieu: Laut „Zeit online“ erhielt Baydar mehrere Morddrohungen von Rchtsextremen. Sie habe alleine im vergangenen Jahr achtmal Anzeige erstattet - ohne dass je ein Täter hätte ausfindig gemacht werden können.

Im Falle der Rechtsanwältin Basay-Yildiz führte die Spur der Ermittler zu einem Polizei-PC in Frankfurt - und zu einer rechtsextremen Chat-Gruppe aus insgesamt sechs Polizeibeamten. Diese wurden vom Dienst suspendiert. Die Privatadresse der Politikerin Wissler wurde dagegen von einem Computer im Revier Wiesbaden abgefragt, wie Sicherheitskräfte dem „Spiegel“ bestätigten. Kurz darauf habe die Politikern mehrere Droh-Mails erhalten, unterzeichnet mit „NSU 2.0“.

In welchem Polizeirevier das Leck im Falle der Kabarettistin Baydar sitzt, wurde noch nicht öfentlich gemacht.

teleschau

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