„Hatte noch einen Opa, der im Krieg war“

Jannis Niewöhner: "Der Überläufer" - Jungstar schafft Erinnerungskultur an Krieg

Jannis Niewöhner ist im ARD-Zweiteiler "Der Überläufer" als Soldat zusehen. Im Interview sprach der Jungstar über die Erinnerungskultur an den Krieg.

  • Jannis Niewöhner ist ein junger Nachwuchsschauspieler
  • Der junge TV-Star ist im ARD-Zweiteiler "Der Überläufer" zu sehen
  • Darin spielt er einen Soldaten in den letzten Kriegstagen

Auch wenn die Kinos geschlossen haben, am 28-jährigen Jungstar Jannis Niewöhner führt derzeit kein Weg vorbei. Für die Darstellung eines exzessiv lebenden Techno-Promoters in der Amazon-Serie „Beat“ erhielt er 2019 den Grimme-Preis. Gerade noch war er als Goldmund in „Narziss und Goldmund“ im Kino zu sehen. Sein im März begonnener Dreh von „Felix Krull“ unter Detlev Buck musste allerdings nach wenigen Tagen wegen des Corona-Shutdowns unterbrochen werden. Aber - es gibt ja noch das „krisensichere“ Fernsehen. Da ist Niewöhner am Mittwoch, 8. April, sowie am Karfreitag, 10. April, jeweils 20.15 Uhr, im ARD-Zweiteiler „Der Überläufer“ nach dem 2016 posthum veröffentlichten Siegfried Lenz-Roman zu sehen ist.

Jannis Niewöhner: Nachwuchstalent in Kriegsfilm "Der Überläufer" zusehen

Jannis Niewöhner spielt einen deutschen Soldaten in den letzten Kriegstagen. Einen, der - eher aus Pragmatismus - die Seiten wechselt, was die Absurdität des Kriegsgeschehens noch einmal aus einem neuen Blickwinkel beleuchtet.

Mit gerade mal 28 Jahren gehört der gebürtige Krefelder nicht unbedingt zu jener Generation, die noch viel mit der Zeit des Zweiten Weltkriegs und deutscher Schuld anfangen kann. Dennoch betont Jannis Niewöhner im Interview mit der Agentur teleschau, wie wichtig das Thema in seinem Elternhaus und auch der Schule war. „Ich hatte den Eindruck, dass der Krieg in meiner Schulzeit noch sehr präsent war. Es kann allerdings auch ein Trugschluss sein, weil ich eben noch einen Opa hatte, der im Krieg war, und man es in meiner Familie wichtig fand, dass Krieg und Nationalsozialismus nicht vergessen werden.“

Der Jungstar betont im teleschau-Gespräch, er finde, „man muss immer wieder daran erinnern. Auch dadurch, dass man diese Zeit in Bezug zum Heute setzt. Filme sind dafür sicherlich ein sinnvoller Weg.“ Man müsse „emotionale Anknüpfungspunkte schaffen“, findet Jannis Niewöhner: „Was uns selbst betrifft, berührt uns stärker. Über diesen Ansatz sollte man heute politische Geschichten erzählen. “

Jannis Niewöhner: TV-Star glaubt fest an Erinnerungskultur

Insgesamt glaubt der Schauspieler allerdings, dass es 75 Jahre nach Kriegsende immer schwieriger wird, eine Erinnerungskultur aufrechtzuerhalten. „Es liegt in der Natur der Sache, dass geschichtliche Ereignisse, und seien sie noch so wichtig, mit jedem Jahrzehnt und jeder neuen Generation ein Stück verblassen.“

Jannis Niewöhner ist im ARD-Zweiteiler "Der Überläufer" als Soldat zusehen. Im Interview sprach der Jungstar über die Erinnerungskultur an den Krieg.

Als Ausweg aus dem Dilemma schlägt Jannis Niewöhner, der als Kind eines Lehrer-Ehepaares in einer WG groß wurde, neue Formen von Filmen und Serien an, die auch Jugendliche erreichen. „Man muss unterhalten und dabei trotzdem experimentell sein. Es ist keineswegs so, dass junge Leute nur den Mainstream lieben. Die erkennen schon, wenn etwas neu und aufregend ist. Manchmal reicht es, ein bestimmtes Gefühl zu erschaffen. Geschichten müssen nicht unbedingt linear und klassisch erzählt werden.“

teleschau

Rubriklistenbild: © NDR/Dreamtool Entertainment

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