Vom Kiez-Polizisten zum Namensgeber

Jan Fedder: Kult-Kommissar soll Pate für Hamburger Schule werden

Der Todestag von Jan Fedder jährt sich zum ersten Mal, doch in den Herzen lebt der ARD-Schauspieler weiter. Die Hamburger wollen die Kiez-Legende nun ehren.

  • Hamburg sucht Namen für insgesamt 44 neue Schulen.
  • Hamburger Bürger reichen 717 Vorschläge ein.
  • Der gestorbene ARD-Star Jan Fedder steht ganz oben auf der Liste.

Hamburg – Auf der Liste für die Benennung neuer Schulen in Hamburg befindet sich eine illustre Promi-Runde: Schauspielerin Heidi Kabel oder die Gründungsmutter des Grundgesetzes Elisabeth Selbert. Doch einer steht ganz oben: Jan Fedder. Geht es nach den Hamburgern, dann sollte künftig eine der neu geplanten Schulen in der Hansestadt den Namen des vor knapp einem Jahr verstorbenen TV-Stars tragen. Das teilte die Hamburger Schulbehörde mit. Ob es am Ende aber tatsächlich auch so kommt, hängt noch von vielen Faktoren ab.

Name:Jan Fedder
Geboren:14. Januar 1955, Hamburg
Verstorben:30. Dezember 2019, Hamburg
Bestattet:16. Januar 2020, Friedhof Ohlsdorf, Hamburg
Ehepartnerin:Marion Fedder (verh. 2000)

Jan Fedder: Ein Jahr nach seinem Tod lebt die ARD-Legende in den Herzen der Hamburger weiter

Die Verwaltung hatte vor einigen Monaten eine öffentliche Befragung unter den Hamburgern gestartet. Der Grund: Die Bevölkerung in der Metropole im Norden wächst – und damit auch der Bedarf an neuen Schulen. Bis 2030 werden 40.000 Kinder und Jugendliche zusätzlich einen Platz benötigen. Der Hamburger Senat plant deshalb den Neubau von insgesamt 44 Einrichtungen, berichtet 24hamburg.de*. Allein im laufenden Jahr investiert die Stadt für dieses Vorhaben 204 Millionen Euro. Bis 2022 kommen weitere 600 Millionen hinzu. Und natürlich brauchen die Neubauten auch alle einen Namen.

Bei der Suche beteiligten sich die Hamburger recht rege. Insgesamt wurden der Stadt 717 verschiedene Namen für neue Schulen vorgeschlagen – 372 weibliche und 299 männliche Persönlichkeiten. Insgesamt seien 454 Bürger dem Aufruf gefolgt, hieß es. Eingereicht wurden auch Hamburger Originale wie Henry Vahl, Edgar Bessen oder Siegfried Lenz, aber auch Henriette Johanne Marie Müller, bekannt als „Zitronenjette“, und Wasserträger Hans Hummel. Doch am häufigsten wollten die Bürger: Jan Fedder.

Soll Namenspate für eine Schule in Hamburg werden: der verstorbene TV-Schauspieler Jan Fedder.

Der ARD-Legende hatte in seiner Rolle als Dirk Matthies in der ARD-Serie „Großstadtrevier“ einen Kult-Status erreicht. Vor fast einem Jahr, nämlich am 30. Dezember 2019, war er allerdings im Alter von 64 Jahren in seiner Wohnung in St. Pauli an einem langen Krebsleiden verstorben. Sein Tod hinterließ zahlreiche gebrochene Fan-Herzen.

Zwei Wochen nach seinem Tod fand deshalb im Hamburger Michel eine Trauerfeier statt, die sonst fast nur ehemaligen Staatspolitikern zuteil wird: Rund 2000 Gäste verabschiedeten sich von ihrem Freund, Verwandten und Idol. Tausende Menschen erwiesen Jan Fedder anschließend noch die letzte Ehre bei einem Trauer-Konvoi über die Reeperbahn – seinem Heimat-Kiez. Seine letzte Ruhestätte, der Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf, ist seit dem für seine vielen Fans zu einer Art Pilgerstätte geworden.

Jan-Fedder-Schule in Hamburg: Das letzte Wort hat die Schulkonferenz

Eine Jan-Fedder-Schule wäre für die Trauergemeinde sicherlich ein kleiner, zusätzlicher Trost. Und so überrascht es nicht, dass der TV-Liebling jetzt auf der Vorschlagsliste ganz oben aufgetaucht ist. Ob am Ende aber auch tatsächlich sein Name über einer Schultür prangt, bleibt abzuwarten. „Ein guter Schulname prägt eine Schule, stiftet Identität und würdigt zugleich eine vorbildliche Persönlichkeit“, sagte Schulsenator Ties Rabe. Damit hätte Jan Fedder sicherlich wichtige Voraussetzungen erfüllt.

Bislang werden in Hamburg die Grundschulen meistens nach der Straße, an der sie liegen, benannt. Weiterführende Schulen heißen zumeist nach den Stadtteilen. Nur hin und wieder ist bislang von dieser Regel abgewichen worden, etwa kürzlich bei der Helmut-Schmidt-Schule in Hamburg-Wilhelmsburg.

Über die endgültigen Namen für die 44 neuen Einrichtungen muss nun eine eigene Schulkonferenz entscheiden. Ihr werden die Gründungsschulleitung, die Rechtsabteilung der Schulbehörde, der jeweilige Bezirk und die Landeszentrale für politische Bildung angehören. Zuvor werden aber Historiker und Fachleute die Namen genau prüfen und analysieren, ob die in Betracht gezogene Persönlichkeit vielleicht doch in einem „zweifelhaften Licht“ dastehen könnten, wie es aus der Hamburger Verwaltung heißt.

Erster Todestag: ARD und Witwe Marion erweisen Jan Fedder die Ehre

Es ist kaum davon auszugehen, dass das bei dem legendären „Großstadtrevier“-Polizisten der Fall sein könnte. Doch Regel ist Regel, das wusste auch Dirk Matthies alias Jan Fedder. Seine Fans müssen wohl oder übel erst einmal abwarten. In der Zwischenzeit warten aber auf sie zwei kleine Trostspender: Pünktlich zum ersten Todestag erweisen die Kollegen von „Neues aus Büttenwarder Jan Fedder am Mittwoch, 30. Dezember 2020, die letzte Ehre. Dann wird die Beerdigung von seiner TV-Rolle Kurt Brakelmann ausgestrahlt. In der Folge „Der Tod ist ein sturer Ar**h“ (um 21 Uhr) nehmen all seine Liebsten Abschied, unter anderem auch sein bester Freund Adsche Tönnsen (gespielt von Peter Heinrich Brix, 65).

Außerdem hat Jan Fedders Witwe Marion ein Geschenk für Fans, Kollegen und Freunde in Petto: Zum Jahresende bringt sie die längst vergriffenen Platten ihres verstorbenen Ehemannes auf CD und Vinyl heraus und gibt Fedder-Anhängern dadurch die Möglichkeit, noch einmal seiner Stimme zu lauschen, den eigenen Gedanken nachzuhängen und um einen guten Freund, Schauspieler, Musiker und vielleicht bald auch Schulpaten zu trauern. // *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Christian Charisius/dpa/picture-alliance

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