Verstorbener "Großstadtrevier"-Schauspieler

Jan Fedder ("Großstadtrevier"): Sein Leben, seine Ehefrau Marion und die Trauerfeier

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Jan Fedder ist in Hamburg geboren und aufgewachsen. Er ist am 30. Dezember gestorben. Der NDR überträgt die Trauerfeier für den "Großstadtrevier"-Schauspieler.

Jan Fedder ist in Hamburg geboren und aufgewachsen - und am 30. Dezember auch gestorben. Der NDR überträgt die Trauerfeier für den "Großstadtrevier"-Schauspieler.

  • Jan Fedder ist am 30. Dezember gestorben
  • Der Schauspieler war ein echter Hamburger Jung und 20 Jahre mit seiner Frau Marion verheiratet
  • Das NDR überträgt die Trauerfeier aus dem Michel in Hamburg

Hamburg - "Hauptberuflich bin ich Mensch und nebenberuflich Schauspieler". Jan Fedder war ein echter norddeutscher Charakter, der einem Millionenpublikum bekannt war. Er starb am 30. Dezember 2019 in Hamburg. Deutschland trauert um den Jungen vom Kiez, der sich von den Straßen St. Paulis in die Herzen der Fernsehzuschauer gespielt hat.

Jan Fedder: Steckbrief und Wiki zum Schauspieler aus Hamburg

Name

Jan Fedder

Beruf

Schauspieler

Geburtstag

14. Januar 1955

Geburtsort

Hamburg

Todestag

30. Dezember

Ehefrau

Marion Fedder

Staatsangehörigkeit

deutsch

Jan Fedder: Kindheit und Jugend des Hamburger Jung`

Jan Fedder war ein echter Hamburger Jung. Geboren wurde der Schauspieler am 14. Januar 1955 in der Hansestadt. Seine Eltern waren Adolf und Gisela Fedder. Der Bruder von Jan Fedder heißt Oliver und ist sieben Jahre älter.

Die Eltern von Jan Fedder betrieben an den Landungsbrücken in Hamburg die Kneipe "Zur Überseebrücke". Weil sie nicht wollten, dass ihre Kinder zu viel Umgang mit Betrunkenen haben, hatte die Gaststätte nur mittags und nachmittags geöffnet. Im Gastraum der Kneipe machte Jan Fedder seine Hausaufgaben. Seine Kindheit und Jugend in Hamburg bezeichnete der verstorbene Schauspieler als "wunderbar". "Ich hatte den größten Spielplatz der Welt. Nämlich den Hamburger Hafen", so Jan Fedder in einer ARD-Dokumentation. 

Mit sieben Jahren hat Jan Fedder angefangen, im Kirchenchor des Michel zu singen und las dort über 14 Jahre hinweg an Heiligabend die Weihnachtsgeschichte. Im Alter von zehn Jahren begann Jan Fedder, Ballettunterricht zu nehmen - als einziger Junge zwischen 15 Mädchen. Während dieser Zeit kam er auch mit Schauspielschülern in Kontakt, deren Lebensstil ihm so sehr zusagte, dass er sich vornahm, irgendwann diesen Beruf zu ergreifen.

Der Vater von Jan Fedder bestand jedoch darauf, dass sein Sohn zunächst eine seriöse Arbeit lernt und so begann der Hamburger eine Lehre zum Speditionskaufmann, die er auch abschloss. Als er 18 Jahre alt war, hatte Jan Fedder jedoch genug. Er kündigte und arbeitete nie wieder in diesem Beruf - er schlug endgültig den Weg zur Schauspielerei ein. Inspiriert haben ihn Schauspieler des Ohnsorg-Theaters in Hamburg.

Jan Fedder: Seine Karriere als Schauspieler

Die erste große Filmproduktion, in der Jan Fedder mitspielte, war der Kriegsfilm "Das Boot" von Wolfgang Petersen, der im Jahr 1981 in die Kinos kam und ein internationaler Erfolg war. Es folgten Rollen in Fernsehproduktionen, in denen er lange auf bestimmte Rollen festgelegt war: "Ich hab nur Drogenabhängige und Rocker gespielt", so Jan Fedder. Das Millieu kannte er als Junge von St. Pauli.

Das änderte sich mit dem "Großstadtrevier". Doch der Hamburger zögerte zunächst, die Rolle eines Polizisten zu spielen: "Man muss ich im Leben entscheiden, auf welcher Seite man steht: Entweder Bulle oder Bruch. Und ich hatte mich damals für Bruch entschieden. Dann kriegte ich aber damals dieses Angebot", erzählte der Schauspieler. "Und dann habe ich damals lange überlegt. Ich habe über vier Monate überlegt, ob ich nen Bullen spielen soll oder nicht, weil dann würde sich mein Leben ändern. Habe ich aber gemacht und es war eine der besten Entscheidungen." In der Rolle des Dirk Matthies im "Großstadtrevier" wurde er in ganz Deutschland bekannt.

Jan Fedder: Durchbruch dank "Großstadtrevier" - weitere Rollen in Fernsehfilmen

Neben dem "Großstadtrevier" übernahm Jan Fedder auch in weiteren Fernsehfilmen und -Serien die Hauptrolle. So spielte der Hamburger in der NDR-Produktion "Neues aus Büttenwarder" mehr als 22 Jahre den Bauern Kurt Brakelmann, der im fiktiven norddeutschen Dorf Büttenwarder einen heruntergekommen Hof bewirtschaftet und sich gerne einen "Lütt und Lütt" genehmigt.

Mehr als 20 Jahre spielte Jan Fedder den Bauern Kurt Brakelmann in "Neues aus Büttenwarder".

Außerdem schlüpfte Jan Fedder drei Mal in die Titel gebende Rolle des "Hafenpastors". Der Schauspieler aus Hamburg mimte darin einen Pastor auf dem Kiez, der sich mit großem Engagement um seine Gemeinde kümmert. Ebenfalls in Hamburg spielte die Handlung der Sigfried-Lenz-Verfilmung "Der Mann im Strom", in dem Jan Fedder als Arbeitsloser Bergungsinspektor einen Neuanfang als Taucher versucht, bis ihn seine Vergangenheit einholt. 

Jan Fedder hatte eine klare Einstellung zu seinem Beruf: "Ich wollte für das Volk spielen. So, dass ich so spreche, wie das Volk und, dass ich so denke, wie das Volk", so der Hamburger. Dabei zog er stets sein eigenes Ding durch. "Ich mach sowieso nur das, was ich will und nicht, was der Regisseur sagt und damit bin ich immer gut gefahren", so Jan Fedder über seine Haltung am Set. Halbe Sachen waren nicht seins, im Job wollte er alles geben: "Ehrgeiz kenne ich nicht, aber ich will schon und muss schon die Nummer eins sein, sonst ist scheiße", so der Hamburger in einer NDR-Dokumentation.

Jan Fedder: Als Dirk Matthies ermittelt der Schauspieler aus Hamburg 25 Jahre lang im "Großstadtrevier"

Als Kommissar Dirk Matthies erreichte Jan Fedder deutschlandweit Bekanntheit. Sein Einsatzort war das "Großstadtrevier" in Hamburg. Seit 1986 ermittelte Fedder in in Rund 400 Folgen der Kultserie und ging in der Hansestadt auf Verbrecherjagd. Neben Handschellen und Pistole half ihm dabei vor allem sein eigener Kopf und seine klare Haltung. Unterstützung fand er vor allem in seiner Kollegin und Vetrauten Hariklia "Harry" Möller, gespielt von Maria Ketikidou. Nach mehr als zwei Jahrzehnten auf Streife hing Dirk Matthies in Staffel 27 seine Uniform an den Nagel und wurde Millieu-Ermittler. Die letzte Folge "Großsstadtrevier" mit Jan Fedder läuft am Montag, 23. März, in der ARD.

Jan Fedder: So sehen Sie die Trauerfeier für den verstorbenen Schauspieler aus Hamburg

Die Trauerfeier für Jan Fedder findet am Dienstag, 14. Januar, im Michel in Hamburg statt. An diesem Tag hätte der Schauspieler seinen 65. Geburtstag gefeiert. Zwar sind die 2000 Plätze in der Kirche geladenen Gästen vorbehalten, doch Fans können die Zeremonie im Fernsehen verfolgen. Der NDR überträgt die Trauerfeier für Jan Fedder ab 13.45 Uhr im Fernsehen sowie online auf NDR.de - Nordbuzz.de tickert live mit.

Im Anschluss an die Trauerfeier gibt es einen Konvoi über die Reeperbahn auf St. Pauli. Auf der dortigen Davidwache, die dem "Großstadtrevier" als Vorbild diente, liegt ein Kondulenzbuch für Jan Fedder aus, in das sich bereits viele Trauernde eingetragen haben. 

Jan Fedder: Sein privates Glück findet der Schauspieler mit seiner Frau Marion

"Ach so´ne Werbeschlampe. Die hab ich richtig gefressen", dachte sich Jan Fedder, als er seine spätere Frau Marion auf einer Gala in Hamburg kennen lernte. Nachdem der raubeinige Schauspieler sich zunächst als Friseur vorgestellt hatte, scheinen sich die beiden doch gut verstanden zu haben. Die Hochzeit von Jan Fedder und Marion folgte im Jahr 2000 im Michel. Nach der Trauung fuhr das frisch vermählte Paar in einer weißen Limo durch Hamburg - begleitet von einer Polizeieskorte. 

Jan Fedder: Schauspieler verbrachte nur am Wochenende Zeit mit seiner Frau

"Marion und ich sind eigentlich immer in den Flitterwochen. Wir haben zwei Wohnungen", erzählt der Schauspieler im Interview mit Frau im Spiegel. "Wir verbringen unsere Zeit meist nur von Freitag bis Montag zusammen", sagt Jan Fedder. Das halte ihre Liebe frisch, weil die Vorfreude auf den anderen, die Sehnsucht um so größer sei, "als wenn man ewig zusammen abhängen würde". Kinder hatte das Paar nicht. "Ich wollte nie Kinder", so Jan Fedder. "Ich habe mit mir selbst genug zu tun. Da brauche ich nicht noch Kinder, um die ich mich kümmern soll."

Mit seiner Frau Marion war Jan Fedder fast 20 Jahre verheiratet.

Nach dem Tod ihres Mannes Jan Fedder schaltete Marion eine bewegende Traueranzeige: „Es ist nie der richtige Zeitpunkt. Es ist nie der richtige Tag. Es ist nie alles gesagt. Es ist immer zu früh. Mein geliebter Jan, Du bleibst für immer in meinem Herzen. In ewiger Liebe Deine Marion.“

Jan Fedder: Der Tod des "Großstadtrevier"-Schauspielers schockt die Nation

Jan Fedder starb am 30. Dezember 2019 in Hamburg. Grund für seinen Tod war laut Bild eine Krebs-Erkrankung, die 2012 bei dem Schauspieler diagnostiziert wurde. Ihm wurde ein großer Teil der Zunge entfernt und er unterzog sich einer intensiven Strahlentherapie. Für Jan Fedder war es "die schlimmste Zeit meines Lebens". Er sei kraftlos gewesen, konnte nicht mal den Telefonhörer abnehmen. Doch Fedder kämpfte gegen den Krebs und kehrte sogar ins Fernsehen zurück. Dank seiner Frau: ""Die Liebe zu meiner Marion hat mich am Leben gehalten", so der Schauspieler in der Sendung "Beckmann trifft...". Der Schauspieler schien mit sich im Reinen zu sein, nachdem er nach eigenen Angaben dem Tod 14 Mal von der Schippe gesprungen war. "Alle meine Träume und Wünsche sind erfüllt. Ich brauch nichts mehr. Ich bin glücklich und zufrieden."

Jan Fedder: Nicht nur Krebs setzte dem "Großstadtrevier"-Star zu

Nicht nur der Krebs setzte Jan Fedder zu. Bei einem Sturz zog sich allerdings etliche Knochenbrüche zu und nutzte fortan häufig einen Rollstuhl. 2017 zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. Der Tod von Jan Fedder überraschte seine Ehefrau. Marion Fedder befand sich im Spanien-Urlaub, als der Schauspieler starb. Als er sich nicht meldete habe sie einen Freund zur Wohnung in St. Pauli geschickt, der Jan Fedder tot auffand. Sein langjähriger Freund Tim Mälzer half dabei, den Sarg mit dem Leichnam des Schauspieler aus der Wohnung zu tragen.

Quelle: Nordbuzz.de

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