ZDF-Moderator sieht Grundrechte verletzt

Jan Böhmermann-Schock: Nach Niederlage - Satiriker lässt drastische Entscheidung folgen

Jan Böhmermann (ZDF) und der "Schmähkritik"-Eklat gehen in die nächste Runde. Nun zieht der Satiriker aus Bremen vors Bundesverfassungsgericht.

  • Jan Böhmermann hat mit dem Gedicht "Schmähkritik" für viel Ärger gesorgt
  • Gerichte verboten, Teile des Textes über Recep Tayyip Erdogan erneut vorzutragen
  • Nun zieht der Satiriker aus Bremen vor das Bundesverfassungsgericht

Bremen - Diplomatische Krisen, Drohungen und Polizeischutz - das waren die Folgen des berüchtigten Schmähgedichts, das Jan Böhmermann 2016 verfasst hatte. Denn im Zentrum des Werks stand der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, den der Satiriker aus Bremen mit derben Worten schmähte. Nach juristischen Niederlagen lässt Jan Böhmermann jedoch nicht locker - er bemüht das höchste deutsche Gericht. Über die nächste Stufe im Rechtsstreit und was der ZDF-Star dazu sagt, berichtet *nordbuzz.de.

Jan Böhmermann: Satiriker aus Bremen schmäht türkischen Präsidenten Erdogan

Jan Böhmermann hatte die "Schmähkritik" im März in seiner Sendung "Neo Magazin Royal" auf ZDF vorgetragen. In dem Stück unterstellte der Satiriker aus Bremen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan unter anderem Geschlechtsverkehr mit Ziegen und Schafen. Außerdem hatte Jan Böhmermann ihn mit Kinderpornografie in Verbindung gebracht. Erdogan verlangte daraufhin ein Verbot, sogar mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach der türkische Präsident über den Text. Merkel nannte die Worte von Jan Böhmermann "bewusst verletzend". Jan Böhmermann kritisierte damals die Bewertung des Textes durch die Bundeskanzlerin. Für ihn selbst hatte das Gedicht schwere Folgen: Monatelang wurde er heftig angefeindet und benötigte sogar Polizeischutz.

Hamburger Gerichte hatten sich mit dem Gedicht, das der Satiriker aus Bremen zu Erdogan vorgetragen hat, beschäftigt und es zwar nicht vollständig verboten, wie es der türkische Präsident gefordert hatte. Doch einzelne Passagen aus dem Text darf der Jan Böhmermann nicht wiederholen - insgesamt 18 von 24 Zeilen, wie der Tagesspiegel berichtet. Die Gerichte bewerteten sie als Herabsetzungen. Das will der ZDF-Star nicht auf sich sitzen lassen. Er sieht durch die Entscheidung die durch das Grundgesetz geschützte Meinungs- und Kunstfreiheit verletzt. Und die ist dem Satiriker aus Bremen heilig. Zumal er sie nicht selten nutzt, um gegen andere Promis zu ätzen. Kürzlich traf es wieder sein Lieblingsopfer Lena Meyer-Landrut.

Satiriker Jan Böhmermann will Niederlage nicht hinnehmen

Schon Ende Juli hatte der Bundesgerichtshof die Beschwerde von Jan Böhmermann gegen die Nichtzulassung einer Revision zurückgewiesen. Doch der Satiriker aus Bremen bleibt hart: Er will die Urteile nicht hinnehmen. Sein Anwalt argumentiert, das Gedicht sei keine "Herabwürdigung von Herrn Erdogan als Person". Böhmermann sei es darum gegangen, sich mit den Grenzen der Satire auseinanderzusetzen. Alles an der "Schmähkritk" sei vollkommen haltlos und das wisse jeder. Also geht es nun beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe weiter. Jan Böhmermann habe bereits im August dort Klage eingereicht, berichtet die Zeit. Derweil ließ Jan Böhmermann eine Bombe platzen, als er von seiner Rückkehr zum Spartensender "ZDFneo" sprach.

Der Satiriker aus Bremen hatte sich auch in seiner ZDF-Sendung "Neo Magazin Royal" mit der juristischen Auseinandersetzung befasst. In dem Beitrag, den er kürzlich bei Twitter postete, trägt Jan Böhmermann den Verlauf des Rechtsstreits singend seinem "Scherzanwalt" vor. Begleitet von ruhigen Klaviertönen kündigt er an, dass der Anwalt zehn Kollegen brauche, um die Arbeit zu bewältigen. Er nennt den Rechtsstreit in Folge des Schmähgedichts über Erdogan "persönlich" - das ZDF zahle dafür nicht. "Bin ich, Herr Scherzanwalt, echt so doof und renitent oder bin ich nur in meiner Kunst einfach konsequent?", endet das Stück. Unterdessen hat ARD-Moderator Jörg Pilawa vor seiner Silvester-Show ein überraschendes Geständnis gemacht, wie nordbuzz.de* berichtet.

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Quelle: Nordbuzz.de

Rubriklistenbild: © dpa/Presidential Press Office

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