Französische Schauspielerin

Isabelle Huppert: „Das Kino ist nicht für gesellschaftliche Veränderungen zuständig“

Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert hat einen scharfen Blick auf die Gesellschaft. Sie zum Positiven zu Verändern, sei nach Meinung der 67-Jährigen aber nicht die Aufgabe des Kinos.
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Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert hat einen scharfen Blick auf die Gesellschaft. Sie zum Positiven zu Verändern, sei nach Meinung der 67-Jährigen aber nicht die Aufgabe des Kinos.

Welche Rolle spielt das Kino in unserer politisch gespaltenen Gesellschaft? Isabelle Huppert sieht vor allem die Politik in der Verantwortung.

Auch wenn man zahlreiche europäische Filmpreise abgeräumt hat und für den Oscar als beste Hauptdarstellerin nominiert war, heißt das nicht, dass man die Gesellschaft um einen herum ausblendet. Dies stellt auch der französische Schauspiel-Star Isabelle Huppert („Die Klavierspielerin“, „Valley of Love“) im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau unter Beweis. Die gebürtige Pariserin, die immer noch in der französischen Hauptstadt lebt, beurteilt die gesellschaftliche Lage in ihrer Heimat äußerst kritisch. „Wir leben in Frankreich in einer Gesellschaft, die brutaler und schmerzvoller geworden ist“, stellt die sonst gerne spöttisch-ironische 67-Jährige fest.

Polizeigewalt und rechte Umtriebe unter den Gesetzeshütern sind aktuell auch in Deutschland ein Thema. Laut Huppert ist die Problematik in Frankreich besonders präsent: „Wie die Polizei mit gewissen Bevölkerungsgruppen umgeht, ist unerträglich. So viel Gewalt. Das deprimiert mich.“

In der Komödie „Eine Frau mit berauschenden Talenten“, die am 8. Oktober in die deutschen Kinos kommt, spielt Huppert eine Übersetzerin der Polizei, die unverhofft an Haschisch kommt und beschließt, die Drogen selbst zu verkaufen.

Für Isabelle Huppert ist „der Film nicht nur eine Komödie, er ist das Porträt einer Frau in ihren besten Jahren und eine leise Gesellschaftskritik“. Dies sei jedoch nicht zu verwechseln mit politischem Aktivismus, eine Aufgabe, die dem Kino ihrer Meinung nach sowieso nicht zukommt. „Für mich haben Filme keine Mission. Sie erzählen Geschichten, sie zeigen Bilder“, fasst Huppert zusammen. Es sei nicht die Kernaufgabe des Films, gesellschaftlich etwas zu bewegen, sondern nur gesellschaftliche Realität abzubilden. „Ich bin der festen Überzeugung, dass das Kino nicht für gesellschaftliche Veränderungen zuständig ist. Das ist Aufgabe der Politik.“

teleschau

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