„Um ehrlich zu sein: Ich habe Angst!“

Hollywoodstar Rebecca Hall im Interview

„Ich backe Brot. Viel Brot!“ - Rebecca Hall spricht im Interview auch über ihre bisherigen persönlichen Erfahrungen mit der Corona-Krise. Der Hollywoodstar hat schon in vielen Filmen, Serien und Theaterstücken mitgespielt. Derzeit arbeitet die 37-jährige Britin, Mutter eines zweijährigen Kindes, an ihrem Regiedebüt „Passing“.
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„Ich backe Brot. Viel Brot!“ - Rebecca Hall spricht im Interview auch über ihre bisherigen persönlichen Erfahrungen mit der Corona-Krise. Der Hollywoodstar hat schon in vielen Filmen, Serien und Theaterstücken mitgespielt. Derzeit arbeitet die 37-jährige Britin, Mutter eines zweijährigen Kindes, an ihrem Regiedebüt „Passing“.

Als Loretta erforscht Rebecca Hall in der neuen Amazon-Prime-Serie „Tales from the Loop“ das Universum. Doch auch an ihrem Regiedebüt arbeitet die Britin fleißig weiter: Der Film „Passing“ soll noch in diesem Jahr erscheinen. Wie sie sich sonst die Zeit vertreibt, verrät Hall im Interview.

Seit ihrem zehnten Lebensjahr steht Rebecca Hall vor der Kamera. Ihre Berufswahl ist wenig überraschend, schließlich stammt die Britin aus einem Haushalt voller Künstler: Ihr Mutter ist Opernsängerin, ihr Vater Regisseur. Seit ihrem Schauspiel-Debüt war die heute 37-Jährige in unzähligen Hollywood-Blockbustern, Serien und Theaterstücken zu sehen, privat scheut Hall allerdings das Rampenlicht. Über ihr Leben abseits der Kamera spricht sie so gut wie gar nicht. Obwohl sich die Welt gerade aufgrund der Corona-Pandemie in einem Ausnahmezustand befindet, ließ es sich die sympathische Britin aber nicht nehmen, über ihr neues Projekt und ihre persönliche Lage in dieser Zeit zu sprechen - auch um 8 Uhr morgens! In der neuen, achtteiligen Amazon-Prime-Serie „Tales from the Loop“, die auf den Werken des schwedischen Künstlers Simon Stålenhag basiert, versucht Hall als Loretta die Mysterien des Universums zu ergründen.

nordbuzz: Guten Morgen. Wie geht es Ihnen heute, so früh am Morgen?

Rebecca Hall: Danke gut. Ich bin schon lange wach, schließlich bin ich Mutter eines zweijährigen Kindes, das morgens keine Gnade kennt (lacht). Ich bin immer früh wach.

nordbuzz: „Tales from the Loop“ entstand durch die Bilder des schwedischen Künstlers Simon Stålenhag, in denen er Landschaften mit Sience-Fiction-Elementen und Maschinen kombiniert. Kannten Sie die Werke?

Hall: Nein. Bevor ich das Drehbuch las, hatte ich nie davon gehört. Mit einer Erklärung zur Serie bekam ich ein paar von seinen Fotos, damit ich mir das besser vorstellen konnte. Die Richtlinien waren, dass sie so aussehen, als ob Ingmar Bergman eine Sci-Fi-Serie kreieren würde. Diese Vorstellung fand ich einzigartig und geheimnisvoll. Genau deshalb wollte ich diese Herausforderung annehmen.

nordbuzz: Welcher Sci-Fi-Film ist Ihr Favorit?

Hall: (überlegt) Gute Frage ... Gerade wünsche ich mir, dass ich heute Morgen Zeit für einen Kaffee gehabt hätte, dann könnte ich besser denken (lacht). „Blade Runner“' Und ich liebe „Stalker“.

nordbuzz: Von was haben Sie als Kind geträumt, das jetzt tatsächlich Realität ist?

Hall: Ich malte mir immer aus, wie cool es wäre, die Leute zu sehen, mit denen wir telefonieren. Und jetzt sind solche Face-Chats ganz normal. Schon verrückt, wenn man daran denkt, wie sich die Technologie entwickelt hat.

nordbuzz: Und wenn Sie sich jetzt in Ihre Kindheit zurück beamen könnten, welchen Ratschlag würden Sie sich selbst geben?

Hall: Dass ich mir nicht so viele Sorgen machen sollte ...

Wie das Coronavirus ihren Alltag derzeit beeinflusst

nordbuzz: Sie sprechen sicherlich auch die aktuelle Situation an. Das Coronavirus hält die ganze Welt in Atem, Ihre Heimatstadt New York hat die höchste Ansteckungszahl ...

Hall: Genau! Es ist nur sehr schwer zu verstehen, was gerade mit uns Menschen auf der ganzen Welt passiert. Es ist, als ob wir alle in einem Film mitspielen würden. Mit solchen Szenen fangen normalerweise Katastrophenfilme an, die wir uns im Kino anschauen. Die Straßen sind leer gefegt ... Wer hätte sich jemals vorstellen können, dass der komplette Times Square still steht? Niemand hätte das vorhersehen können. Um ehrlich zu sein: Ich habe Angst!

nordbuzz: Gehen Sie noch raus?

Hall: Nein. Keiner von uns verlässt unser Zuhause. Unsere Gesundheit aufs Spiel zu setzen, das ist uns zu gefährlich!

nordbuzz: Wie beschäftigen Sie sich daheim den ganzen Tag?

Hall: Ich arbeite an dem Film „Passing“, bei dem ich Regie geführt habe. Ich backe Brot, viel Brot (lacht). Wenn ich Zeit finde, dann male ich. Das wirkt beruhigend auf mich. Aber vor allem verbringe ich viel Zeit mit unserem Kind, das meine tägliche und komplette Aufmerksamkeit sehr genießt.

Über ihr Regiedebüt und die Zukunft

nordbuzz: Das erschwert sicherlich die Zukunft, wenn Sie wieder am Set sind und in Ihr normales Leben zurückkehren.

Hall: Ganz bestimmt (lacht). Generell finde ich es nicht schlecht, ab und zu einen Monat Pause einzulegen, durchatmen zu können und sich um Dinge zu kümmern, die einem wichtig sind. Natürlich finde ich den Grund, warum wir diese Zeit jetzt haben, extrem schlimm und vor allem unbegreiflich. Ich glaube aber, dass es gerade jedem einzelnen Menschen auf der Welt genauso geht. Es ist wie in einem Traum, aus dem wir nicht aufwachen können ...

nordbuzz: Apropos Regie führen. „Passing“ ist Ihr Debüt als Regisseurin. Haben Sie sich von Jodie Foster, die bei „Tales from the Loop“ Regie führte, Rat geholt?

Hall: (überlegt) Bei jeder einzelnen Rolle, die ich als Schauspielerin angenommen habe, habe ich von den Regisseuren etwas dazu gelernt. Aber mal ehrlich, mit dem Regie führen ist es so: Entweder man ist gut darin oder eben nicht. Wir werden bald herausfinden, was davon auf mich zutrifft (lacht).

teleschau

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