Michael Fitz

„Da hast du keine Chance“: Als Künstler in Zeiten der Coronakrise

„Es ist bitter“: Michael Fitz hat die ersten Auftritte seiner Liedermacher-Tour verschieben müssen. Und nun?
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„Es ist bitter“: Michael Fitz hat die ersten Auftritte seiner Liedermacher-Tour verschieben müssen. Und nun?

Michael Fitz grübelt im Interview nach ersten Coronavirus-bedingten Terminabsagen seiner Liedermacher-Tournee über Existenzielles. „In der Wirtschaft wird schon Wochen, bevor es ernst wird, nach Hilfe und Entschädigungen geschrien. Ich könnte jetzt auch losschreien. Aber als Freiberufler wirst du nicht gehört, da hast du keine Chance.“

„Mir blutet das Herz“, bekannte der Schauspieler und Liedermacher Michael Fitz, nachdem er sich kurzfristig entschlossen hatte, die ersten Auftritte seiner geplanten Konzertreise aufgrund des sich ausbreitenden Coronavirus zu verschieben. „Abgesehen von meiner Leidenschaft und abgesehen davon, dass ich diese Abende mit dem engen Kontakt zum Publikum liebe, geht es hier natürlich auch um meinen Broterwerb“, betonte Fitz im Interview mit der Nachrichtenagentur nordbuzz: „Es ist ein Ausfall, für den ich nichts kann und den mir keiner kompensiert.“

Der ehemalige Münchner „Tatort“-Kommissar macht im teleschau-Interview keinen Hehl daraus, dass die Situation für ihn und viele Berufskollegen bald bedrohlich werden könnte. „In der Wirtschaft wird schon Wochen, bevor es ernst wird, nach Hilfe und Entschädigungen geschrien. Ich könnte jetzt auch losschreien“, so Fitz. „Aber als Freiberufler wirst du nicht gehört, da hast du keine Chance“, sagte der Künstler, der auf seiner Facebookseite zu einer „Open Petition“ verlinkt, auf der sich Unterzeichner für die Situation freischaffender Künstler einsetzen können. „Auf geht's, Kollegen“, schreibt er dazu: „Unbedingt zeichnen, vielleicht geschieht dann endlich etwas!“

„Keine Arbeit, kein Einkommen - das ist ganz einfach“

Die Hintergründe erläuterte der Liedermacher, der nach eigenen Angaben in den vergangenen zehn Jahren rund 700 Konzerte spielte, im Interview. „Keine Arbeit, kein Einkommen - das ist ganz einfach.“ Fitz sei zwar als Schauspieler gut gebucht, aber dennoch nicht frei von Sorgen (im ZDF ist er gleich in zwei großen Spielfilmen zu sehen: als Arzt in „Annie - kopfüber ins Leben“, Donnerstag, 19. März; und als Kommissar in „Die Toten von Salzburg - Wolf im Schafspelz“, Mittwoch, 1. April), denn: „Wie es da weitergeht, weiß niemand“, so Fitz. „Im Mai steht für mich der nächste Dreh für die ZDF-Reihe 'Die Toten von Salzburg' an. Ich weiß nicht, ob man dann schon wieder in Österreich drehen kann. Und wenn wir nicht drehen, verdienen wir Schauspieler kein Geld.“ Er wisse bereits von einigen Kollegen, dass aufgrund abgesetzter oder aufgeschobener Produktionen „die Situation schon zugespitzt“ sei. Fitz: „Das geht schnell ins Existenzielle bei Freiberuflern. Wenn mir jetzt die zunächst mal vier, fünf Konzerte wegbrechen, stehen ein paar tausend Euro auf dem Spiel. Es ist bitter.“

Michael Fitz finde gut, was Emmanuel Macron in Frankreich angekündigt habe: „dass es dort Steuererleichterungen für Künstler und Freiberufler geben soll“. Zumindest eine Aussetzung der Steuerrückzahlungen wäre in Zeiten von Corona begrüßenswert, gab der Schauspieler zu Protokoll. Andererseits jammere er nicht, denn so Fitz, „das ist das Schicksal von Freiberuflern. Mich hat ja keiner gezwungen, Künstler zu werden“. Er schlage sich schon durch: „Bisher habe ich den 40 Jahren, in denen ich arbeite, gerade ein einziges Mal Arbeitslosenhilfe bezogen.“

teleschau

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