Astrophysiker und TV-Moderator

Harald Lesch: „Wir werden in Quarantäne bleiben!“

„Wir müssen Klartext reden“: Harald Lesch tut es auch bezüglich Corona: „Wir werden in Quarantäne bleiben.“
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„Wir müssen Klartext reden“: Harald Lesch tut es auch bezüglich Corona: „Wir werden in Quarantäne bleiben.“

„Es wird noch viel passieren. Das Virus wird uns noch über Monate begleiten.“ Astrophysiker und TV-Moderator Harald Lesch („Leschs Kosmos“, ZDF) sieht in Corona einen dauerhaften Begleiter der Menschen. Seine Prognose: „Wir werden in Quarantäne bleiben, auch wenn es nicht mehr so schlimm sein wird.“

Harald Resch (59) ist Astrophysiker, Naturphilosoph, Wissenschaftsjournalist, Fernsehmoderator, Hörbuchsprecher sowie Physik-Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München und Lehrbeauftragter für Naturphilosophie an der Hochschule für Philosophie München. Derzeit ist er aber vor allem eines: zu Hause. Da lernt er durchaus Neues, Uni-Vorlesungen per Video und Live-Stream etwa. Aber spätestens, wenn er einkaufen geht, ist das Coronavirus allgegenwärtig. „Die Menschen sprechen mich auf der Straße an, fragen mich.“ Hauptanliegen: „Wann hört das endlich auf?“

Lesch kann keine verbindlichen Antworten geben. Keiner könne das bezüglich des Coronavirus, denn: „Was wir erleben, hat es so noch nie gegeben. Ich war vor allem überrascht von der Intensität der Ausbrüche in Europa, von der Aggressivität des Virus und davon, wie schnell alles ging.“ Im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau führte er weiter aus: „Jede Katastrophe nach 1945 fand lokal statt oder war auf eine Gruppe beschränkt. Daher haben wir keine Rezepte in der Schublade, die uns sagen können, was wir machen müssen.“

Lesch selbst rechnet in den nächsten Monaten mit dauerhaften Einschränkungen: „Selbst wenn nun Lockerungen kommen: Großveranstaltungen wird es nicht geben, viele kulturelle Veranstaltungen auch nicht. Wir werden Masken tragen - davon bin ich überzeugt.“ Und zwar noch für längere Zeit: „Das Virus wird uns noch über Monate begleiten.“

„Die Populisten versagen angesichts der Krise“

Überzeugt ist Lesch auch von der Arbeit der Politiker hierzulande. „Ich muss Danke an alle die sagen, die jetzt unser Land regieren. Was da persönlich und institutionell geleistet wird, ist großartig. Also keine Politikerschelte, sondern wirklich großen Respekt.“ Lob für die einen - auch weltweit -, Kritik an anderen. Populisten sieht Lesch als Verlierer der Krise: „Die Populisten versagen angesichts der Krise ziemlich, kein einziger hat richtig reagiert.“

Lesch setzt, vor allem angesichts von verantwortungslosen Fake-News und Panik schürenden Verschwörungstheorien, auf die Kraft der Fakten. Sein nächstes „Kosmos“-Special am Dienstag, 5. Mai (23 Uhr, ZDF) wird entsprechend „Corona - Fakten, Fakten, Fakten“ heißen. „Das Wichtigste ist, dass die Zuschauer wissen, wovon die Rede ist. Virologie ist ja nun mal nicht alltägliches Gesprächsthema. Die Aufgabe von uns Wissenschaftsjournalisten ist es, alles inhaltlich korrekt darzustellen - aber eben auch verständlich.“

Man müsse den Menschen Orientierung und Klarheit geben: „Wir müssen Klartext reden. So gut wie möglich abdecken, was wissenschaftlich hinsichtlich Corona der Fall ist - und immer wieder klarmachen, was ist Meinung, was ist Fakt.“

teleschau

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