„Der Gesellschaft etwas zurückgeben“

Hans Sarpei: Kämpft er bald im Schalker Aufsichtsrat gegen Rassismus?

Hans Sarpei ist Schalke 04 stark verbunden und möchte sich nun im Aufsichtsrat gegen Rassismus positionieren.
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Hans Sarpei ist Schalke 04 stark verbunden und möchte sich nun im Aufsichtsrat gegen Rassismus positionieren.

In einem Facebook-Statement gab der ehemalige Fußball-Profi Hans Sarpei bekannt, sich für einen Aufsichtsrat-Posten beim Bundesligist Schalke 04 beworben zu haben. Dabei stellt er den Kampf gegen Rassismus und für Integration in den Vordergrund.

„Hans Sarpei hat mehr Kreditkarten als Max Mustermann“, lautet nur einer von vielen mal mehr mal weniger lustigen Sprüchen, die über Ex-Bundesliga-Spieler Hans Sarpei im Netz kursieren. Der Integrationsbotschafter des DOSB und DFB-Stützpunkttrainer wurde einst zum Social-Media-Phänomen und bewies mehrfach, dass er über sich selbst lachen kann. Dies stellte er nicht zuletzt in seiner Fernseh-Show „Hans Sarpei: Das T steht für Coach“ auf TELE 5 und SPORT 1 unter Beweis. Nichts desto Trotz gibt es Themen, die Sarpei selbstverständlich extrem ernst nimmt: „Ich weiß, wie es ist, wenn man im Supermarkt beobachtet wird, ob man nicht etwas klaut, nur weil man eine andere Hautfarbe hat“, machte er am Freitagmorgen in einem Facebook-Post deutlich.

„Ja, es stimmt. Ich habe mich Ende Januar um ein Amt als Aufsichtsrat des FC Schalke 04 beworben“, schrieb der 43-Jährige und teilte auf Social-Media mit, sich für einen Posten im Aufsichtsrat des FC Schalke 04 beworben zu haben und dort Rassismus den Kampf ansagen zu wollen.

„Ich möchte meinen Beitrag leisten, dass wir endlich wieder über Tore und Punkte reden können und nicht über Rassismus reden müssen. Ich möchte helfen, dass in unserer Gesellschaft und auf Schalke dafür kein Platz ist“, stellt Sarpei klar. Von 2010 bis 2012 trug er das Trikot der Königsblauen und sieht die Vielfalt in der Identität des Vereins verankert: „Schalkes Fundament ist auf Integration und Freundschaft aufgebaut, nicht auf Nationalität und Feindschaft“.

„Schalke wird immer größer sein, als jeder Einzelne“

Der Ruf des Ruhrpott-Clubs hatte in dieser Hinsicht unter den Rassismus-Schlagzeilen um Aufsichtsrat-Chef Clemens Tönnies im Jahr 2019 stark gelitten. Tönnies ist immer noch im Amt und wäre Vorsitzender des Aufsichtsrats, für den nun Sarpei kandidiert. Die Kandidaten sind dem Verein seit Ende Januar bekannt, allerdings müssen sie noch vom Wahlausschuss zugelassen werden.

„Seit längerem habe ich mich damit beschäftigt, wie ich dem Fußball und der Gesellschaft etwas zurückgeben kann, wovon ich selbst als Profisportler und Mensch mit Migrationshintergrund profitiert habe“, so Sarpei, der zuletzt für die RTLZWEI-Doku „Abgestempelt?! Hans Sarpei will's wissen“ deutsch-deutschen Vorurteilen auf den Grund ging.

Dass er seine eigene Person zugunsten Schalkes hintenanstellen würde, lässt er am Ende seines Posts verlauten: „Schalke wird immer größer sein, als jeder Einzelne von uns.“ Der Club sei immer dann am stärksten gewesen, wenn er für seine Ideale und Werte gekämpft hätte, meint Sarpei, der auch als Testimonial tätig ist. Worte, die jedem Schalke-Fan gefallen dürften. Und vielleicht kann er schon bald seinen Teil dazu beitragen, diese Werte zu repräsentieren.

teleschau

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