Ex-Filmmogul

Einigung auf Vergleich: Harvey Weinstein muss rund 19 Millionen Dollar zahlen

Der verurteilte Filmproduzent Harvey Weinstein soll sich mit einigen seiner Klägerinnen auf einen millionenschweren Deal geeinigt haben.
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Der verurteilte Filmproduzent Harvey Weinstein soll sich mit einigen seiner Klägerinnen auf einen millionenschweren Deal geeinigt haben.

Für seine Opfer ist es wie ein Schlag ins Gesicht. Der wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung verurteilte Ex-Filmproduzent Harvey Weinstein hat sich mit einigen seiner Klägerinnen auf einen millionenschweren Deal geeinigt. 

Ende Februar wurde Harvey Weinstein in New York schuldig gesprochen und im März zu 23 Jahren Haft verurteilt. Seitdem sitzt er seine Strafe in einem Gefängnis im Bundesstaat New York ab. Wie nun am Dienstag (1. Juli) offiziell verkündet wurde, hat sich der wegen unzähliger Sexualverbrechen verurteilte frühere Hollywood-Produzent mit einigen seiner mutmaßlichen Opfer auf Vergleichszahlungen geeinigt.

Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James sagte dazu in einer Pressemitteilung: „Nach all den Belästigungen, Drohungen und Diskriminierungen erhalten diese Überlebenden endlich ein wenig Gerechtigkeit.“ Zudem sprach sie von einem „Sieg für jede Frau, die sexuelle Belästigung, Diskriminierung, Einschüchterung oder Vergeltung von ihrem Arbeitgeber erfahren hat.“ Der Deal umfasst insgesamt 18,8 Millionen Dollar, also umgerechnet knapp über 16,7 Millionen Euro. Demnach könnte jede der Frauen zwischen 7.500 und 750.000 Dollar, also zwischen 6.600 und 666.000 Euro, verlangen.

„Kompletter Ausverkauf“

Laut US-Medienberichten würde die Vereinbarung alle Opfer von Vertraulichkeitsabmachungen entbinden. Sie könnten sich demnach ganz öffentlich zu den Vorfällen mit Weinstein äußern. Die Chicagoer Anwältin Elizabeth A. Fegan schrieb in einer weiteren Mitteilung: „Diese Einigung ist der Höhepunkt mehrerer Jahre harter Arbeit von Überlebenden, die nicht nur die #MeToo-Bewegung um Weinstein initiierten, sondern auch ihre Plattformen nutzten, um Gerechtigkeit für all jene zu suchen, die sich aus Angst vor Vergeltungsmaßnahmen in Hollywood fürchteten, sich zu melden.“

Die Anwälte anderer Frauen, die gegen Weinstein vor Gericht zogen, betitelten die Zahlungen hingegen als „zutiefst ungerecht“, als „kompletten Ausverkauf“ und als „Verrat an den Weinstein-Überlebenden“. Sie begründeten ihre Meinung damit, dass Harvey Weinstein mit dem Millionen-Deal „keinerlei Verantwortung für seine Taten“ trage. Bisher könnte die Vereinbarung noch platzen, da sie noch von zwei Gerichten bestätigt werden muss.

teleschau

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