ZDF-Moderatorin

Dunja Hayali wettert gegen „asoziale Medien“: „Ein Armutszeugnis für Facebook, Twitter und Co.“

Dunja Hayali, 46, talkt wieder im ZDF. Und ruft persönliche "Hater" gerne mal zwecks Diskussion an. Dass Facebook und Co. nun stärker über ihre Kommentarspalten wachen wollen, kann die Journalistin nicht vom grundsätzlichen Sinneswandel der vom Krawall lange profitierenden Unternehmen überzeugen.
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Dunja Hayali, 46, talkt wieder im ZDF. Und ruft persönliche „Hater“ gerne mal zwecks Diskussion an. Dass Facebook und Co. nun stärker über ihre Kommentarspalten wachen wollen, kann die Journalistin nicht vom grundsätzlichen Sinneswandel der vom Krawall lange profitierenden Unternehmen überzeugen.

Twitter warnt vor Trump, Facebook nimmt Hasskommentare aus dem Netz. Wird nun alles besser und menschlicher im Web 2.0? Nein, sagt Dunja Hayali, und kritisiert die mächtigen Medien, weil sie nur auf Druck reagierten.

Es ist nicht so, dass Dunja Hayali nur auf „alte Medien“ wie Fernsehen und Zeitungslektüre stehen würde. Nein, die streitbare Journalistin führt - sehr fleißig - beispielsweise beinahe täglich längere Vieraugen-Gespräche auf ihrem Instagram-Account, seit Corona die Welt im Griff hat. Ab Donnerstag, 16. Juli, ist die 46-Jährige nach längerer Pause auch wieder mit ihrem Talkmagazin im ZDF zu sehen. Hayali, die in Datteln geboren wurde und irakische Wurzeln hat, wurde in der Vergangenheit immer wieder in den sozialen Medien von „Hatern“ angegangen, oft auch mit unverhohlenem Rassismus.

Dass es Schreiber von Hasskommentaren in Zukunft durch verschärfte Nutzerregeln der großen Plattformbetreiber schwerer haben sollen, ihr Gift in sozialen Netzwerken zu verbreiten, bringt Hayali jedoch keine Genugtuung. „Dass bestimmte Plattformen nun reagieren“, sagt sie im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau, „ist zwar toll, aber sie haben selbst nichts zu dieser Entwicklung beigetragen. Die Medienunternehmen reagieren lediglich auf wirtschaftlichen Druck, weil Werbetreibende nicht mehr in diesem Umfeld investieren wollen. Letztendlich ist es ein Armutszeugnis für Facebook, Twitter und Co.“

Hayali ist bekannt dafür, dass sie auch mit ihren Kritikern das Gespräch sucht. Dabei stellt sich in der persönlichen Begegnung ein interessanter Effekt ein. „Zunächst mal muss man aufpassen, die asozialen Medien nicht mit jener Art und Weise zu verwechseln, wie Menschen miteinander umgehen. Meist sind sie im echten Leben nämlich deutlich angenehmer und höflicher.“

In ihrer Sendung, die vorerst lediglich die Sommerpause von „Maybrit Illner“ füllt, möchte Hayali auf Themen eingehen, die während jener Zeit, als Corona sämtliche Talks dominierte, vielleicht zu kurz gekommen sind - aber dennoch mit der neuen Realität zu tun haben: Pflegemisere, häusliche Gewalt und deutsches Bildungswesen, das während des Home Schoolings noch mal sehr deutlich seine Probleme offenbarte, könnten zu Themen der fünf Hayali-Talks werden.

teleschau

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