Bedrohung durch Verschwörungstheorien

Dirk Steffens warnt: „Verrückte Thesen dürfen nicht Teil des Diskurses werden“

Dirk Steffens schreibt Verschwörungstheorien ein demokratiegefährdendes Potenzial zu.
+
Dirk Steffens schreibt Verschwörungstheorien ein demokratiegefährdendes Potenzial zu.

Seit der Corona-Pandemie überschwemmen Verschwörungstheorien das Internet. Wie man damit umgehen sollte und welche Institutionen nun in besonderer Verantwortung stehen, hat „Terra X“-Moderator Dirk Steffens nun in einem Interview erklärt.

Eine Elite, die Kinder entführt, Bill Gates als Drahtzieher hinter der Corona-Pandemie und ein Geheimlabor in Wuhan, das das Coronavirus wissentlich freigelassen hat: Die Fantasie von Verschwörungstheoretikern kennt aktuell keine Grenzen. Auf den ersten Blick mögen die kruden Thesen „abseitig und harmlos“ wirken, wie es Wissenschaftsjournalist Dirk Steffens im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau jetzt auf den Punkt bringt. „In der Summe“ seien sie aber „eine ernsthafte Bedrohung“. Im Klartext: „Wenn man die Zeitung aufschlägt oder sich Berichte im Internet anschaut, sieht es aktuell fast so aus, als würde unsere Gesellschaft drohen, den Verstand zu verlieren.“

Momentan sei es laut Steffens vor allem wichtig, dass „verrückte Ideen nicht Teil des Diskurses“ werden - andernfalls sei sogar die Demokratie in Gefahr. Dahingehend zog der Experte drei gesellschaftliche Gruppen in die Verantwortung, die derlei abseitigen Thesen „keinen Millimeter Raum geben“ dürfen: Politik, Wissenschaft und Medien seien gleichsam in der Pflicht, so Steffens, denn: „Verstand und Vernunft dürfen nicht infrage gestellt werden und müssen immer das Leitbild unseres Handelns sein“.

Verschwörungstheoretiker als „Scheinriese“

Zudem verweist der 52-Jährige im teleschau-Gespräch darauf, man solle die „Zeit nicht damit verschwenden, mit der kleinen Minderheit zu diskutieren“. Der Einfluss der sozialen Medien bewirke, dass die Anzahl der Anhänger von Verschwörungsfantasien deutlich höher wirke, als es in Wirklichkeit der Fall sei. „Diese Bewegung ist nur ein Scheinriese. Je genauer man hinschaut, desto kleiner wird er“, ist Steffens überzeugt.

In der 45-minütigen „Terra X“-Dokumentation „Ein Fall für Lesch und Steffens: Streiten für die Wahrheit“ (Sonntag, 18. Oktober, 19.30 Uhr, ZDF) berichtet Dirk Steffens gemeinsam mit seinem Kollegen Harald Lesch von Tempelrittern, „Chemtrailern“ und Klimaleugnern. Außerdem fragt das Duo nach den Auswirkungen von Verschwörungstheorien auf die Gesellschaft und geht teilweise weit zurück in die Geschichte.

teleschau

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare