Gern der „Girl-next-door“-Typ

Diana Amft im Interview

Diana Amft spielt in der ARD-Reihe „Meine Mutter“ (Freitag, 27. März, und Freitag, 3. April, jeweils um 20.15 Uhr im Ersten) die Rolle der Toni.
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Diana Amft spielt in der ARD-Reihe „Meine Mutter“ (Freitag, 27. März, und Freitag, 3. April, jeweils um 20.15 Uhr im Ersten) die Rolle der Toni.

„Doctor's Diary“ liegt nun schon lange zurück. Doch es gibt immer wieder Neues von Diana Amft. Im Interview spricht sie über das Altern, ihre Rollen und ihre Kinderbuchidee über „die kleine Spinne Widerlich“.

Gefragte Schauspielerin, beliebte Buchautorin - Diana Amft kann rundum zufrieden sein. Wo andere in nicht mal einem Beruf so recht Fuß fassen, macht die 44-Jährige gleich mit mehreren Karrieren von sich reden. Nicht nur, dass Amft seit über 20 Jahren regelmäßig vor der Kamera steht und dabei dank Erfolgsserien wie „Doctor's Diary“, wofür sie mehrere Preise erhielt, zu einer Art Comedy-Liebling der Nation avancierte. Die gelernte Justizfachangestellte, die bei all ihrem Erfolg sympathisch bodenständig geblieben ist, schreibt auch seit einigen Jahren Kinderbücher, die bereits ebenfalls über eine große Fangemeinde verfügen. Und so kommt es, dass Amft in nächster Zeit wieder öfter auf dem Bildschirm wie auch verstärkt in Buchläden zu sehen sein wird: Während die ARD kurz hintereinander zwei weitere Folgen der Reihe „Meine Mutter ...“ ausstrahlt (Freitag, 27. März, und Freitag, 3. April, jeweils um 20.15 Uhr im Ersten), wird es schon bald auch wieder Neues von der „kleinen Spinne Widerlich“ zu lesen geben, wie Amft im Interview verrät.

nordbuzz: Frau Amft, Sie werden ja gern in den Rollen der liebenswert-chaotischen Frauen besetzt, wie auch jetzt die Toni aus der „Meine Mutter“-Reihe ist. Warum ist das so?

Diana Amft: Ich glaube, das hat sich so gesucht und gefunden. Und ich freue mich ja, wenn man bei dieser Art von Rollen an mich denkt, denn ich finde diese Figuren total sympathisch. Ich spiele unglaublich gern diese „Girl next door“-Typen, mit denen kann ich mich einfach gut identifizieren.

nordbuzz: Nervt es Sie nicht manchmal, in diese Schublade gesteckt zu werden?

Amft: Nein. Es ist zwar schon so, dass hier ein gewisses Genredenken existiert, und es wäre sicherlich auch mal ganz spannend, eine andere Seite zu zeigen. Aber ich finde das nicht schlimm, ich bin ja ganz froh, dass ich in dem Genre gelandet bin, wo ich bin. Ich bezeichne es eher als großes Glück, dass da so schöne Rollen dabei sind, auf die ich auch immer wirklich wahnsinnig Lust habe. Und ich denke, das ist dann auch das gewisse Etwas, das man in der Ausstrahlung spüren kann.

„Falten sind eher Luxusprobleme“

nordbuzz: Man sieht es Ihnen zwar nicht an, aber Sie sind auch schon Mitte 40 - hat sich das Rollenangebot in letzter Zeit verändert?

Amft: Nicht so gravierend. Es gab einmal einen großen Sprung, von den Teenager-Rollen weg zur jungen Frau. Und junge Frauen darf ich immer noch spielen beziehungsweise mit der Toni darf ich jetzt auch ein paar Jahre älter werden. Aber ja, es öffnen sich natürlich auch andere Bereiche, es kommt auch mal vor, dass man in einer Rolle Kinder hat oder so. Und die Figuren sind dann nicht mehr Mitte 20, sondern Mitte, Ende 30 oder Anfang 40. Was ich aber auch schön finde, weil Frauen in dem Alter auch ganz viel zu erzählen haben. Es ist eher einfacher, als wenn man zwanghaft noch jugendlich oder ganz jung spielen muss.

nordbuzz: Also sehen Sie es eher als Bereicherung an und haben keine Angst vorm Älterwerden?

Amft: Ich finde, dass jeder Lebensabschnitt etwas Spannendes mit sich bringt. Wichtig ist doch, dass man gesund bleibt, da sind Falten eher Luxusprobleme. Abgesehen davon, dass ich mich mit Mitte 40 noch nicht als alt empfinde! (lacht) Als ich in meinen Anfängen war, habe ich auf einer Gala Peter Ustinov getroffen, und damals meinte er: „Ach, einmal noch 65 sein wäre schön!“ Das sagt doch alles, oder? Solange man gesund und vital ist, kann man jedem Alter etwas Tolles abgewinnen.

nordbuzz: Haben Sie schon ein nächstes Projekt in Planung?

Amft: Ja, ich bin gerade in der Abgabephase von zwei neuen Büchern. Ich schreibe ja auch Kinderbücher über „Die kleine Spinne Widerlich“.

nordbuzz: Wie kamen es zu diesen Büchern?

Amft: Ich habe schon immer total gern geschrieben. Nur meistens sind die Sachen dann nicht aus der Schublade herausgekommen. Die Geschichte über die Spinne Widerlich war die erste, die fertig und rund war. Es war dann auch schnell klar, dass es ein Kinder- und Bilderbuch werden sollte. Mir war nämlich ganz wichtig, dass die Figuren ganz niedlich, eher wie Kuscheltiere aussehen. Denn Sinn und Zweck des Buches war ursprünglich, den Kindern ein bisschen die Angst vor Spinnen zu nehmen.

nordbuzz: Ein Kinderbuch über Spinnen ist eigentlich nicht so naheliegend. Woher stammt die Idee?

Amft: Ich hatte früher selbst große Angst vor Spinnen. Irgendwann war ich aber allein mit einer Spinne konfrontiert, und es war niemand da, der sie für mich hätte raustragen können. Das war in der Küche vor der Waschmaschine. Ich habe mich gefragt, was mache ich denn jetzt, und habe mich auch nicht getraut, mich von der Stelle zu rühren, weil ich diese Spinne im Blick haben musste.

„Die tut mir ja nichts, das ist ja nur meine Angst“

nordbuzz: Etwas muss aber passiert sein, sonst säßen Sie ja heute noch vor der Waschmaschine ...

Amft: Ja (lacht). Ich habe angefangen zu überlegen: Warum habe ich eigentlich so viel Angst, die arme kleine Spinne, die müsste ja viel mehr Angst vor mir haben, die tut mir ja nichts, das ist ja nur meine Angst. Dann habe ich sie mir genauer angeguckt, beobachtet und festgestellt, dass sie eigentlich total faszinierend ist mit ihren Beinen und es überhaupt keinen Grund gibt, Angst zu haben. So komisch das klingt, so bin ich ihr nähergekommen und fand das dann überhaupt nicht weiter schlimm.

nordbuzz: Und Ihre Angst vor Spinnen ist komplett weg?

Amft: Es hat sich zumindest deutlich gebessert. Es ist zwar nicht so, dass ich im Winter eine Spinne von draußen nach drinnen holen würde, weil sie mir so leid tut, aber es hat tatsächlich ein bisschen was bewirkt.

nordbuzz: Offenbar haben Sie mit dem Thema einen Nerv getroffen, sonst würden jetzt nicht schon Band 8 und 9 herauskommen ...

Amft: Ja, die Resonanz der Leser war toll, mir wurde erzählt, dass auch viele Erwachsene durch die Bücher die Faszination der Spinne entdeckt haben und gezwungen waren, der Spinne die schönen Seiten abzugewinnen. Der erste Teil war ja auch gleich ein Bestseller, und mittlerweile ist so eine kleine Welt um die Spinne und ihre kleinen Freunde entstanden, die immer unterschiedliche Abenteuer erleben.

nordbuzz: Wie lange schreiben Sie an so einem Buch?

Amft: 2011 ist das erste erschienen, und bislang habe ich jedes Jahr einen neuen Teil herausgebracht. Und im Laufe der vergangenen Jahre sind noch unterschiedliche Artikel dazu erschienen. Ich habe beispielsweise noch ein Kindergarten-Freundebuch entwickelt oder Mitmachbücher, in denen man was ausmalen und basteln kann. Ende letzten Jahres sind die ersten Hörspiele erschienen, jetzt gerade sind noch mal welche herausgekommen.

„Für die kleine Spinne gibt es noch so wahnsinnig viel zu entdecken“

nordbuzz: Sprechen Sie die Hörspiele selbst ein?

Amft: Es sind unterschiedliche Sprecher, und ich spreche die Figur der kleinen Spinne Widerlich. Das macht wahnsinnig viel Spaß. Es ist so schön zu sehen, wie die Welt der kleinen Spinne ein bisschen größer wird. Und es ist auch schön, dass die einzelnen Figuren, dadurch, dass sie ihre Stimmen bekommen, auch immer mehr zu eigenen Charakteren werden.

nordbuzz: Wo bekommen Sie die Ideen her, wenn jetzt schon Band 8 und 9 erscheinen?

Amft: Im Grunde sind das alltägliche Geschichten, die die kleine Spinne erlebt. Jetzt erscheint eine Miniausgabe mit dem Titel „Ausflug ans Meer“. Für die kleine Spinne gibt es noch so wahnsinnig viel zu entdecken. Da gibt es so einiges, was man schreiben kann, und ich hoffe, dass mir die Ideen nicht ausgehen!

nordbuzz: Was ist Ihnen wichtiger: das Schreiben oder die Schauspielerei?

Amft: Beides. Als es hieß, dass es weitergeht mit „Meine Mutter“ habe ich mich wahnsinnig auf die Dreharbeiten und die Drehbücher gefreut. Und das Schreiben ist dann der perfekte Ausgleich. Ich sehe es als großes Glück an und bin wahnsinnig dankbar, dass ich beides machen darf.

teleschau

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