Interview im „PLAYBOY“

„Dann wäre der Zauber vorbei“: Warum Satirikerin Lisa Eckhart sich nicht als Feministin bezeichnet

Lisa Eckhart bezeichnet sich nicht als Feministin, ist aber der Meinung, ihre Auftritte seien als "feministisches Projekt" zu verstehen.
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Lisa Eckhart bezeichnet sich nicht als Feministin, ist aber der Meinung, ihre Auftritte seien als „feministisches Projekt“ zu verstehen.

Feminismus in der Kunst statt im Alltag: Satirikerin Lisa Eckhart erklärt in einem Interview, warum sie sich selbst nicht als Feministin bezeichnet und warum sie sogar Kommentaren etwas abgewinnen kann, die sie auf ihr Äußeres reduzieren.

Provokation ist ihr täglich Brot: Satirikerin Lisa Eckhart ist den ein oder anderen Shitstorm gewöhnt und hat Spaß daran, mit ihrer Kunst für Entrüstung zu sorgen. In der aktuellen „PLAYBOY“- November-Ausgabe äußert sich die 27-Jährige in einem Interview unter anderem zu den Themen Feminismus und Sexismus. Dabei nimmt sie erneut eine vermeintlich unpopuläre Haltung ein. So entgegnet sie auf die Frage, ob sie sich selbst als Feministin bezeichnen würde: „Nein, weil der Zauber dann vorbei wäre. Jeder, der hinsieht, merkt aber, dass ich ein zutiefst feministisches Projekt hege. Was mir als Misogynie ausgelegt wird, ist in Wahrheit Ausdruck einer tiefen Liebe zu Frauen“, erklärt die Kabarettistin. Ihre Kunst werde missverstanden und spreche für sich selbst.

Mit Kommentaren von Männern, die ihren Körper auf Instagram bewerten, wird sie dennoch zwangsläufig konfrontiert. Allerdings hat sie diesen Männern gegenüber nicht nur eine gewisse Nachsicht, sie fordert Kommentare über ihr Äußeres sogar ein: „Das ist ein völlig natürlicher Reflex. Ich wäre zu Tode gekränkt, wenn mich Männer nicht als sexuelles Wesen wahrnehmen würden. Natürlich sind meine Auftritte auch auf Erotik angelegt. Das empört viele. Ich erhalte auch wüste Zuschriften von Frauen, die mir Pornografie statt Kabarett nahelegen. Diese völlige Trennung von Gut und Schön halte ich für sehr bedenklich“, so Eckhart.

Grundsätzlich ist es für die 27-Jährige auch kein Widerspruch, dass Männer sie als attraktive Frau wahrnehmen und sich dennoch mit ihren satirischen Inhalten auseinanderzusetzen. „Das schließt ja nicht aus, dass sie schätzen, was ich sage. Was schleicht sich denn bei dieser ganzen Body-Positivity wieder für eine Körperfeindlichkeit ein?“, benennt sie vermeintliche Widersprüche im Diskurs um weibliche Schönheit.

teleschau

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