US-Rapper for president?

Auf PR-Gag hereingefallen? Donald Trump nennt Kanye Wests Kandidatur-Pläne „sehr interessant“

Im Oktober 2018 lud US-Präsident Donald Trump den Rapper Kanye West zu einem "Arbeitslunch" ins Oval Office ein. Was als Zurschaustellung einer kuriosen Bromance geplant war, wurde zu einem PR-Desaster.
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Im Oktober 2018 lud US-Präsident Donald Trump den Rapper Kanye West zu einem „Arbeitslunch“ ins Oval Office ein. Was als Zurschaustellung einer kuriosen Bromance geplant war, wurde zu einem PR-Desaster.

Donald Trump kann sich sehr wohl vorstellen, dass der Rapper Kanye West bei den US-Wahlen gegen ihn antritt. Große Chancen räumt er ihm allerdings nicht ein. Kurz darauf legte West in einem Interview nach - und distanzierte sich ungewöhnlich deutlich von Trump.

Hat der Rapper Kanye West echte politische Ambitionen oder war es nur ein Marketing-Gag für sein nächstes Album? Der US-Präsident jedenfalls scheint die Ankündigung des US-Stars am Sonntag auf Twitter, bei den US-Wahlen im November antreten zu wollen, ernst zu nehmen. „Vielleicht wird er das tun“, sagte Donald Trump der Nachrichtenseite „RealClearPolitics“. Er finde die hinterlegten Ambitionen aufs höchste Amt im Staat „sehr interessant“. Echte Chancen räumt er ihm dagegen nicht ein, zumal er bezweifle, dass es West vor der Wahl überhaupt gelingen könnte, sich in genügend Bundesstaaten zu registrieren. Seine Empfehlung: Sollte West tatsächlich eine Kandidatur anpeilen, müsse er diese als „Testlauf“ für eine erneute Bewerbung in vier Jahren betrachten.

In einem „Forbes“-Interview hatte der Rapper am Dienstag seine Pläne nochmals bekräftigt: Er wolle bei den Wahlen unter einem neuen Banner antreten („The Birthday Party“ - „denn wenn wir gewinnen, hat jeder Geburtstag“) und werde dafür unter anderem von Tesla-Chef Elon Musk unterstützt. Auch stehe er nicht länger hinter Donald Trump, der ihn 2018 sogar im Weißen Haus empfangen hatte. „Für mich sieht das nach einem riesigen Durcheinander aus“, sagte er in dem Telefoninterview mit dem Magazin.

Dasselbe lässt sich auch über seine angebliche Präsidentschaftskandidatur sagen. Fest steht, dass die Frist zur Registrierung als Kandidat in den US-Bundesstaaten North Carolina, New York, Texas, Maine, New Mexico und Indiana bereits verstrichen ist. Damit fehlen West bereits 102 der insgesamt 538 Stimmen des Wahlkollegiums. In sieben anderen Bundesstaaten läuft die Frist noch in diesem Monat aus. Zudem müsste er sich zuerst bei der Federal Election Commission für die Wahl offiziell registrieren, was er bisher nicht getan hat.

teleschau

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