Sänger bezieht online Stellung

„Auch meine Familie kam als Gast“: Xavier Naidoo äußert sich zu Rassismus-Vorwürfen

In einem kürzlich aufgetauchten Clip aus dem Jahr 2018 singt Xavier Naidoo fragwürdige Zeilen mit rechtem Gedankengut. Jetzt nahm er dazu eindeutig Stellung.
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In einem kürzlich aufgetauchten Clip aus dem Jahr 2018 singt Xavier Naidoo fragwürdige Zeilen mit rechtem Gedankengut. Jetzt nahm er dazu eindeutig Stellung.

Große Aufregung um Xavier Naidoo: In einem kürzlich erschienen Video wollen Kritiker des Musikers Zeilen mit rassistischen Botschaften ausgemacht haben. Nun hat sich der Sänger in einem Facebook-Post zu den Anschuldigungen geäußert.

„Eure Töchter, eure Kinder sollen leiden, sollen sich mit Wölfen in der Sporthalle umkleiden. Und ihr steht seelenruhig nebendran, schaut euch das Schauspiel an“, mit diesen und weiteren fragwürdigen Zeilen hat Xavier Naidoo kürzlich für Aufsehen gesorgt. Via Social Media verbreitete sich ein kurzer Clip, in welchem der Sänger Zeilen wie folgende reimt: „Weit und breit ist hier kein Mann, der dieses Land noch retten kann, doch Hauptsache es ist politisch korrekt.“ Ursprünglich soll der Clip über den Messenger-Dienst „Telegram“ verschickt worden sein. Daraufhin wurde er weiter im Internet vielfach geteilt und kommentiert.

Bereits vor einigen Jahren waren Xavier Naidoo rechtes Gedankengut vorgeworfen worden. 2011 war er von Reichsbürgern gefeiert worden. Immer wieder hatte sich der Mannheimer von diesen Vorwürfen distanziert. Auch im jüngsten Fall hat er nun eine klare Antwort parat, die er am Nachmittag via Facebook mit der Öffentlichkeit teilte: Bei dem fragwürdigen Inhalt handle es sich um „einen Text aus dem Jahre 2018“, heißt es in einer Art Teaser zu seinem darauffolgenden persönlichen Statement: „Ich setze mich seit Jahren aus tiefster Überzeugung gegen Ausgrenzung und Rassenhass ein. Liebe und Respekt sind der einzige Weg für ein gesellschaftliches Miteinander“, verkündet Naidoo auf seinem Account. Weiter schreibt er, dies bedeute auch, dass alle in der Verantwortung seien, wachsam gegenüber Angriffen auf ein friedliches Miteinander aller Menschen zu sein, „egal aus welcher politischen Richtung und ungeachtet der Herkunft“.

„Unsere Demokratie muss wehrhaft sein“

Und Naidoo fährt fort: „Unsere Demokratie muss wehrhaft sein, um auch weiterhin ein Leben in Frieden und Eintracht führen zu können. Ich gehe nicht zuletzt als Christ fest davon aus, dass der weit überwiegende Anteil der Menschheit dies auch will. Tragische Gewalttaten wie etwa in Chemnitz, Halle, Hanau und andernorts gilt es zu verhindern; es kann auch nicht sein, dass etwa jüdische Schulkinder verstärkt Angst vor antisemitischen Übergriffen haben müssen.“

Beendet wird der Post mit einem persönlichen Beispiel: „Auch meine Familie kam als Gast nach Deutschland und hat sich natürlich an Recht und Moralvorstellungen des Gastgebers gehalten. Diese Selbstverständlichkeit sollte für alle gelten - auch wenn nur ein sehr kleiner Teil dies missverstanden hat. Aber gerade dieser kleine Teil belastet alle anderen, die hierdurch in 'Sippenhaft' genommen und durch eine erschreckende Zunahme an Gewaltakten in Gefahr gebracht werden.“

Bereits am Vormittag hatte sich der Sender RTL geäußert, in dessen Auftrag Naidoo derzeit als Juror für die Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ (samstags, 20.15 Uhr bei RTL) tätig ist. Die Kölner Verantwortlichen zeigten sich „irritiert“, wie sie auf Twitter schrieben: „Wir erwarten eine klare Antwort von Xavier“. Auch diverse Musikerkollegen und weitere Prominente zeigten sich auf ihren Social Media Kanälen irritiert.

teleschau

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