„Es geht ja trotzdem weiter“

Annett Möller im Interview

Moderatorin Annett Möller hat wie so viele auch ihre ganz privaten Konsequenzen aus der aktuellen Corona-Krise gezogen: „Wir haben zum Beispiel beschlossen, dass Ostern ohne Oma und Opa stattfinden wird - das ist zwar traurig, aber einfach sicherer.“
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Moderatorin Annett Möller hat wie so viele auch ihre ganz privaten Konsequenzen aus der aktuellen Corona-Krise gezogen: „Wir haben zum Beispiel beschlossen, dass Ostern ohne Oma und Opa stattfinden wird - das ist zwar traurig, aber einfach sicherer.“

Handwerken ist ihr Leben: Wenn es ums Dekorieren geht, ist Moderatorin Annett Möller ganz in ihrem Element. Da passt ihre neue SAT.1-Show „Mit Nagel und Köpfchen“ wie die Faust aufs Auge.

Wahrscheinlich macht so ein Fernsehformat in diesen ernsten Zeiten noch einmal auf ganz andere Weise Sinn: Hier ein Kinderhäuschen im Garten, dort eine schöne Ostereieridee, und obendrauf noch ein paar Dekoblumen, die auf den Frühling einstimmen: In der neuen SAT.1- Show „Mit Nagel und Köpfchen“ (ab Sonntag, 29. März, 17.45 Uhr) müssen acht Kandidatenpaare ihr handwerkliches Können unter Beweis stellen. Beim Thema DIY (kurz für „Do It Yourself “) und Dekorieren ist die Moderatorin Annett Möller sofort Feuer und Flamme. Für sie kam das neue Angebot von SAT.1 daher genau gelegen, wie sie versichert. Es kommt in ihrer Sendung nicht nur auf Talent an, sondern auch auf Kreativität. Und genau die ist auch Annett Möller sehr wichtig - vor allem auch bei sich zu Hause. Im Interview spricht die 41-Jährige über ihre aktuelle Frühlingsdekoration, kreatives Arbeiten mit ihrer Familie und ihren Blog „24me“ - aber auch darüber, wie sie mit der aktuellen Coronakrise umgeht.

nordbuzz: Der Frühling steht vor der Tür. Worauf können Sie sich da trotz Corona-Krise freuen?

Annett Möller: Ich liebe diese zarten Pastellfarben, und wenn die Blumen rauskommen, möchte ich am liebsten schon mit dem Frühjahrsputz anfangen. Man hat dann so das Gefühl, man pellt sich raus aus den alten, grauen Wintersachen und kommt wieder in eine farbige, fröhliche Zeit. Das ist zwar jetzt leider nicht so ganz der Fall, aber das sind nun auch die Zustände, die uns zwingen, anders zu leben, als wir es gewohnt sind.

nordbuzz: Sie sind sehr aktiv in den sozialen Medien. Wie gehen Sie da mit dem Thema Corona um?

Möller: Als das Ganze anfing, habe ich überall auf Instagram noch viel heile Welt gesehen. Und ich war so hin- und hergerissen. Muss man das nun auch thematisieren, oder hält man weiterhin diese Scheinwelt auf Instagram aufrecht? Das war mein Gefühl: Instagram gegen die Realität. Ich war da in so einem Zwiespalt. Auf der einen Seite ist es natürlich wichtig, es zu thematisieren, auf der anderen Seite ist es aber auch mal gut, abzuschalten und nicht über Corona zu sprechen, um die Lebensfreude nicht zu verlieren und sich auch noch mit etwas anderem zu beschäftigen. Es geht ja trotzdem weiter.

nordbuzz: Haben Sie auch Hamsterkäufe getätigt?

Möller: Da sind wir relativ entspannt. Ich glaube, dass es nicht verkehrt ist, ein bisschen vorzusorgen, damit man nicht nur eine Schnitte Brot zu Hause hat und jeden Tag einkaufen gehen muss. Aber man muss es auch nicht übertreiben. Wir selbst haben auch nicht die Angst vor Corona selbst. Wichtiger ist, dass wir eine Verantwortung der Risikogruppe gegenüber haben, nämlich älteren Menschen oder Menschen mit Vorerkrankungen, also Eltern, Schwiegereltern oder Großeltern.

„Ostern ohne Oma und Opa“

nordbuzz: Das bedeutet?

Möller: Wir haben zum Beispiel beschlossen, dass Ostern ohne Oma und Opa stattfinden wird - das ist zwar traurig, aber einfach sicherer. Außerdem habe ich Nachbarn angeboten, dass ich ihnen etwas einkaufe und es ihnen vor die Tür stelle. Unser Kinderarzt meinte, dass es genau richtig ist, dass jetzt alles dichtgemacht wird, damit wir nicht in einen Zustand wie aktuell in Italien rutschen. Wir müssen alle eine gewisse Verantwortung an den Tag legen. Ein Virologe meinte, die nächsten fünf Wochen seien entscheidend, das würde dann genau nach Ostern enden. Hoffen wir mal das Beste.

nordbuzz: Sie waren unter anderem bei RTL und n-tv, sind vor zwei Jahren von den Nachrichten zur Unterhaltung gewechselt. Damals sagten Sie, das war schon immer Ihr Wunsch. Ist die Unterhaltungsbranche so, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Möller: Ich bin über meine Entscheidung auf jeden Fall nach wie vor sehr froh. Ich hatte eine tolle Zeit in den Nachrichten, aber mein Herz schlug immer für die Unterhaltung. Dass die nicht so ist wie die Nachrichten, wo man von Montag bis Sonntag on air und ständig präsent ist, war mir natürlich bewusst. Aber das hat auch perfekt gepasst. Job und Familie in Berlin lassen sich momentan so gut vereinbaren.

nordbuzz: Die neue SAT.1-Show „Mit Nagel und Köpfchen“ passt thematisch zu Ihrem Blog „24me“. Orientieren Sie sich für Ihren Job immer mehr an Ihren privaten Hobbys?

Möller: Dekorieren und DIY habe ich schon immer super gerne gemacht. Und seitdem es Instagram gibt, zeige ich gerne, was ich mache, und jetzt auch verstärkt auf dem Blog. Es ist toll, wenn man in der Unterhaltungsbranche etwas machen kann, was einem wirklich liegt. Wenn ich jetzt Skispringen moderieren dürfte, dann wäre ich dafür vielleicht nicht unbedingt die richtige Person.

nordbuzz: Würden Sie die Show als Herzensprojekt bezeichnen?

Möller: Total. Die Sendung beflügelt mich auch tatsächlich hier und da, etwas mitanzupacken. Die Kandidaten haben richtige Werkbänke und sind mit allem ausgestattet, was das Heimwerkerherz begehrt. Da war ich schon sehr neidisch, als ich das gesehen habe. Ich bin zwar nicht so gut ausgerüstet, aber manchmal habe ich einen extremen Deko- und Renovierungswahn. Wenn mein Mann dann heimkommt und sagt, dass er sich zu Hause wohlfühlt, dann ist das ein wunderschönes Gefühl. Und das bestätigt mich dann auch. Sachen der Marke Eigenbau oder Eigendekoration haben ein ganz anderes Flair. Jeder kann schön kaufen, aber schön selber machen, das muss man erst mal schaffen.

„Oh Gott, was haben die da gebaut?“

nordbuzz: Was erwartet die Zuschauer bei „Mit Nagel und Köpfchen“ genau?

Möller: Jede Menge Unterhaltung. Es treten acht unterschiedliche Teams gegeneinander an, und da kochen die Emotionen schon mal hoch. Denn die Aufgaben sind teilweise wirklich schwierig zu lösen und auch anspruchsvoll, sie müssen sich Gedanken machen und stehen auch noch unter einem enormen Zeitdruck. Also wer ein kleines Faible hat für Handwerken oder DIY, wird viele Ideen und viel Inspiration finden.

nordbuzz: Was ist das Spannendste an der Sendung?

Möller: Der gesamte Entstehungsprozess, von der Aufgabenstellung bis hin zum fertigen Projekt. Manchmal haben die Teams Ideen, oder fertigen Skizzen an, bei denen man sich denkt, dass das nichts werden kann. Und dann entwickeln sich daraus echte Überraschungen, mit denen man nicht gerechnet hat.

nordbuzz: Mussten die Kandidaten eine Art „Casting“ durchlaufen?

Möller: Ja, sie haben eine Aufgabe bekommen, die sie lösen mussten. Da waren sehr lustige Kreationen dabei. Manchmal dachte man sich: „Oh Gott, was haben die da gebaut?“ Und am Ende war es dann doch eine richtig tolle Idee. Außerdem kam es natürlich auch darauf an, wer in die Sendung passt. Am Ende war es dann wirklich schwierig, die Kandidaten zu beurteilen und zu entscheiden, wer dabei sein darf, aber das musste zum Glück nicht ich machen, sondern die Jury.

nordbuzz: Wie genau hat die Jury die Kreativität bewertet?

Möller: Hauptsächlich aus ihren eigenen Erfahrungen. Professor Wolfgang Laubersheimer, der selbst in Köln lehrt, hat das Ganze aus seiner Sicht als Professor gesehen - also ob es gut gebaut und ordentlich gemacht war. Jelena Weber, die selbst sehr kreativ ist, hat diesbezüglich hier und da ein Auge zugedrückt, dafür aber genauer auf die Kreativität geschaut. Und Steven Schneider ist Möbelexperte, der hat eher auf die Funktionalität und Praktikabilität geachtet. Sie haben sich also sehr gut ergänzt. Aber ich weiß, dass sie sich manchmal sehr schwergetan haben, eine Entscheidung zu treffen.

„Kreativität entspannt mich“

nordbuzz: Warum ist Kreativität so wichtig für Sie persönlich?

Möller: Es entspannt mich. Ich merke das besonders, wenn ich eine stressige Phase habe. Wenn ich mal nicht mehr weiß, wie ich alles schaffen soll, dann setze ich mich hin und mache etwas Kreatives, das entspannt mich total und ich bekomme dadurch den Kopf wieder frei. Es sei denn, ich habe mir wieder ein umfangreiches Projekt ans Bein gebunden, bei dem ich mir denke: „Das muss jetzt fertig werden, morgen habe ich keine Zeit mehr dafür.“

nordbuzz: Welchen Stellenwert hat Kreativität in Ihrer Familie?

Möller: Einen sehr hohen. Meine Tochter ist zwar mit zweieinhalb Jahren noch nicht so filigran, aber ich gebe ihr ganz viel Raum, um zu malen, zu basteln und zu schneiden, alles, was sie will. Hauptsache nicht an die Wände. (lacht) Ich finde es sehr wichtig, dass Kinder sich in der Hinsicht ausleben und eine gewisse Kreativität und einen Ideenreichtum entwickeln können, und da keine Grenzen gesetzt werden. Manchmal setze ich sie einfach mit vielen Farben ins Bad, da kann sie rumschmieren. Auch mein Mann ist handwerklich sehr begabt. Er hat schon viele Sachen im Haus gemacht, aber auch hauptsächlich an Autos und an Booten. Ich freue mich darauf, wenn Livia größer ist, dann können wir zusammen in der Garage arbeiten. Ich habe große Lust darauf, mit meinem Mann an einem Motor rumzuschrauben.

nordbuzz: Kreativität zeigen Sie auch in Ihrem Blog, den Sie gemeinsam mit Tanja Bülter führen. Wie lange arbeiten Sie schon an dem Blog?

Möller: Wir haben erst Anfang November 2019 angefangen. Tanja hatte vorher bereits einen Blog, und ich hatte den Online-Shop. Irgendwann kamen wir auf die Idee, uns zusammenzutun. Tanja deckt eher die Bereiche Beauty und Fashion ab, und ich konzentriere mich mehr auf die DIY-Geschichten. Unser Ziel ist es, mit den Inhalten unseren Leserinnen eine schöne Me-Time zu bescheren, in der sie sich bei uns wohlfühlen und sich schöne Dinge angucken können.

nordbuzz: Wie viel Zeit investieren Sie in den Blog? Möller: Das ist mal so, mal so. Bevor wir den Blog gestartet haben, haben wir nächtelang an Blogthemen gesessen. Generell haben wir uns vorgenommen, dass jede von uns alle zwei Wochen mindestens ein Thema liefert. Ich konzentriere mich zum Beispiel gerade auf die Osterthemen. Ich habe letztens an einem Nachmittag drei ganz schöne Ostereier gemacht, die werde ich dann fotografieren und auf den Blog stellen. Aber es kann auch mal länger dauern: Im Sommer habe ich ein Kinderhäuschen im Garten gebaut. Dafür habe ich bestimmt eine Woche gebraucht, ich bin fast wahnsinnig geworden. Ich dachte, das schaffe ich in drei Tagen. (lacht)

„Am Ende gibt's gar keinen Weihnachtsbaum mehr“

nordbuzz: Auf Instagram zeigen Sie gerne, dass Sie sich auf den Frühling freuen. Ist das Ihre Lieblingsjahreszeit?

Möller: Total. Herbst und Frühling. Ich mag die Melancholie und die Farben im Herbst, und im Frühling die Aufbruchstimmung. Der Frühling ist für mich immer rosa. Aber ich passe auf, dass das Wohnzimmer nicht zu sehr rosa ist, weil ich möchte, dass mein Mann noch fröhlich nach Hause kommt. (lacht)

nordbuzz: Was haben Sie bereits für den Frühling bereits dekoriert?

Möller: Ich habe schon die ersten Frühlingsblumen rausgeholt. Das sind zwar Kunstblumen, aber insofern nachhaltig, weil ich die schon seit vielen Jahren immer wieder hernehme. Damit sieht das Haus schon ganz frühlingshaft aus. Am Ende braucht es ja nicht viel, damit ein bisschen Frühling in der Bude ist. Ich habe auch ein altes Adventstablett, das ich einfach frühlingshaft umdekoriere. Aber ich gehe auch mal raus und suche Laub oder heruntergefallene Äste.

nordbuzz: Haben Sie dann auch einen Weihnachtsbaum aus Kunststoff?

Möller: Ja, wir haben tatsächlich einen Kunstbaum, den ich vor einigen Jahren gekauft habe. Das ist aber eher aus der Not heraus entstanden, weil es keinen echten Baum mehr gab. Aber die Frage ist: Was ist am Ende nachhaltiger? Jedes Jahr einen Baum zu fällen, der dann mit Pestiziden im Wohnzimmer steht und am Ende verbrannt wird, oder ein Kunstbaum, den man 20 Jahre lang einsetzen kann? Klar, der muss irgendwann auch entsorgt werden, aber was ist die bessere Alternative? Der eine sagt so, der andere sagt so. Am Ende gibt's gar keinen Weihnachtsbaum mehr.

teleschau

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