Express-Lieferung

Paket zu Weihnachten: Sofortiger Annahmestopp bei DHL wegen Coronavirus für Sendungen nach Großbritannien

Der Einzelhandel ist geschlossen, was unter anderem die Online-Bestellungen intensiviert. Post und Paketdienste liefern Rekordmengen vor Weihnachten aus.

  • Sollen Pakete pünktlich unter dem Baum liegen, ist Eile geboten.
  • Bundesweit zusätzliche Mitarbeiter in Sortierung und Zustellung von Paketen eingestellt.
  • Verschiedene Maßnahmen zum Schutz und Entlastung der Mitarbeiter ergriffen.

Update vom 22. Dezember: Wegen der rasanten Ausbreitung der in Großbritannien entdeckten Variante des Coronavirus haben viele Staaten die Grenzen zum Vereinigten Königreich geschlossen. Auf der Website von DHL steht: Sofortiger Annahmestopp: Aktuell kein Päckchen- und Paketversand nach Großbritannien und Irland möglich! Damit dürfte Weihnachtspost von und nach Großbritannien und Irland wahrscheinlich erst im nächsten Jahr ankommen

Ursprüngliche Meldung vom 14. Dezember: Hannover - Wenn die Geschäfte infolge des Corona-Lockdowns schließen, werden die Menschen vermutlich noch einmal mehr auf den Onlinehandel zurückgreifen. Während der Einzelhandel in Existenznöte gerät, stehen Paketdienste vor der Frage, ob der neue Shutdown in Niedersachsen sie an ihre Grenzen bringen könnte. „Diese Frage beschäftigt uns in der Tat sehr“, sagte Tobias Meyer, Vorstand für das deutsche Post- und Paketgeschäft bei der Deutschen Post DHL, am Montag. Vorweg: Poststellen bleiben auch während des Lockdowns geöffnet.

DHL-Dachorganisation:Deutsche Post AG
Hauptsitz:Bonn
Gründung:1969 San Francisco, Kalifornien, Vereinigte Staaten
CEO:John Pearson, seit 1. Januar 2019

Während beim ersten Shutdown ein Arbeitsaufkommen wie in der Vorweihnachtszeit aufkam, kommt nun das tatsächliche Weihnachtsgeschäft hinzu. Weihnachten wird in diesem Jahr zwar anders sein als sonst, stattfinden wird es aber trotz Corona-Pandemie. Die Lieben beschenken möchte man ja trotzdem oder gerade jetzt, selbst wenn man sie aufgrund von Kontaktbeschränkungen nicht besuchen wird. Und wenn man einmal vom Weihnachtsmann als Lieferant absieht, liegt das Bringen der Geschenke in der Verantwortung der Paketdienste.

Gegenwärtig sei zwar “nicht klar, ob ein kurzfristiger Lockdown nochmals deutlich mehr Menge bedingt“, erklärte Meyer. Dennoch rüste sich der Konzern dafür. Bisher kalkulierte DHL schon mit einem Aufkommen, das um mindestens 15 Prozent über dem Vorjahr lag. „Allein in der letzten Woche haben wir 56 Millionen Pakete sortiert und ausgeliefert - deutlich mehr als jemals zuvor in unserer Unternehmensgeschichte.“

„Wir haben bereits im Frühjahr bundesweit 4000 neue Mitarbeiter in der Zustellung und Sortierung eingestellt. Jetzt für das Weihnachtsgeschäft haben wir bundesweit noch weitere 10.000 motivierte Kräfte in allen Bereichen der Produktion eingestellt, insbesondere in der Paketsortierung und Paketzustellung“, sagt Stefan Laetsch, Pressessprecher der Deutschen Post DHL Group. Neben den Mitarbeitern seien außerdem 13.000 zusätzliche Fahrzeuge und 600 zusätzliche Elektro-Fahrräder im Einsatz, „damit alle Geschenke rechtzeitig unterm Baum liegen“. Laetsch erklärt: „Wir fahren Volllast, sind aber zuversichtlich, es zu schaffen.“

Bereits im zu Beginn der Corona-Zeit sorgte die Zunahme der Online-Bestellmöglichkeiten für Hochbetrieben wie in der Vorweihnachtszeit bei den Zustelldiensten. Nun kommt zum Shutdown die tatsächliche Vorweihnachtszeit hinzu.

Laut Meyers Einschätzung dürfte auch entscheidend sein, ob die niedergelassenen Einzelhändler mit Internet-Vertrieb sowie die Hersteller selbst so kurz vor Weihnachten die erwarteten Zusatzmengen überhaupt bereitstellen und verpacken können. Anfang November sagte Hans-Christian Mennenga von der Deutsche Post DHL Group noch, dass vor Weihnachten mit etwa elf Millionen Paketen pro Tag gerechnet werde. Zu diesem Zeitpunkt gab es jedoch noch keinen zweiten Lockdown. Auch die Wettbewerber erwarteten, dass das Aufkommen der Sendungen in diesem Jahr vor Weihnachten auf Rekordniveau steigen wird.

Verschiedene Maßnahmen zum Schutz und zur Entlastung der Mitarbeiter ergriffen

Bereits im November beginnt für die Deutsche Post DHL Group der weihnachtliche Hochbetrieb. Die Brief- und Paketmengen würden deutlichen steigen, wie das Unternehmen mitteilt. An den Tagen direkt vor Weihnachten rechne man in diesem Jahr mit neuen bundesweiten Rekordmengen - mehr als 11 Millionen Pakete täglich - von rund 15 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr.

  • Versand- und Verpackungstipps:
  • Anschrift des Empfängers vollständig, gut lesbar und mit korrekter Postleitzahl angeben
  • Bei Päckchen und Paketen immer die Hausanschrift angeben (kein Postfach)
  • Beim Paketversand empfiehlt es sich, ein Doppel der Adresse in das Innere zu legen
  • Pakete und Päckchen außen und innen sicher verpacken. Am besten einen stabilen Karton verwenden, diesen mit ausreichend Füllmaterial ausstatten und anschließend mit Paketband sicher verschließen (keine Schnur verwenden!)
  • Keine gebrauchten Kartons mit alten Adress- oder Barcodeaufklebern verwenden
  • Stabile Packsets sind in verschiedenen Größen und mit weihnachtlichen Motiven in Postfilialen erhältlich 

Für eine sichere Bearbeitung und Auslieferung der Sendungen hat das Unternehmen angesichts der Pandemie eine Reihe präventiver Maßnahmen zum Schutz seiner Mitarbeiter, Kunden und Partner ergriffen. Darüber hinaus werden einzelne Betriebsabläufe zur Entlastung des Paketnetzwerks angepasst, so zum Beispiel die Verlagerung kleinformatiger Warensendungen in das Briefnetz oder die Auslieferung von Sendungen in den Abendstunden. 

Das sind die Fristen, damit das Paket noch pünktlich unter dem Baum landet

Generell gilt natürlich, je früher die Sendung bei der Post landet, desto wahrscheinlicher ist es, dass es rechtzeitig ankommt. Die Regellaufzeit von Standardsendungen von ein bis zwei Werktagen könne vor Weihnachten aufgrund von Verkehrsaufkommen und Wetterlage nicht immer eingehalten werden, erklärt der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK).

Auf Nachfrage und vor dem Hintergrund des erneuten Lockdowns hat Sprecher Laetsch aber die bereits bekannten Versandfristen bestätigt. Die Einlieferungsschlusszeiten bei DHL wurden in diesem Jahr etwas vorverlegt: Für Päckchen und Pakete im Inland gilt in allen Filialen und Packstationen deutschlandweit der 19. Dezember, 12 Uhr als letzter Termin. Für Briefe und Postkarten ist es der 22. Dezember. Eine Alternative kann der Expressversand sein, der aber auch deutlich teurer ist.

In der Zeit vor Weihnachten erhöht sich das Paketaufkommen stark. Mit dem erneuten Shutdown des Einzelhandels kommt die Frage auf, ob die Paketdienste an ihre Grenzen geraten.

Pakete und Päckchen in die Nachbarländer hätten bis zum 14. Dezember abgegeben werden müssen: Für Sendungen in sonstige europäische Länder war der Stichtag der 10. Dezember. Bei Hermes sollten private Pakete bis zum 21. Dezember abgegeben werden, damit sie bis zum Fest zugestellt werden können. DPD nimmt Weihnachtspakete bis zum 22. Dezember an, damit sie noch rechtzeitig bis Heiligabend ankommen.

Rubriklistenbild: © Bernd Wüstneck / picture alliance / dpa

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