Ladenhüter in Discountern

Deutsche Test-Muffel? Spottbillige Selbsttests bei Aldi und Lidl

Erst Verkaufsschlager, jetzt Ladenhüter: Aldi, Lidl & Co. bleiben auf den Selbsttests sitzen. Im Markt und online werden die Tests zu Spottpreisen angeboten.

Sie waren die Hoffnungsschimmer in der Pandemie: Corona-Selbsttest. Unzählige Menschen standen schon lange vor Öffnung vor Apotheken und Aldi, Lidl und Co.* Schlange, nicht nur um sich den Eintritt in Bars und Restaurants zu sichern, sondern auch um sich und seine Liebsten vor einer möglichen Infektion zu schützen. Binnen Minuten war die heiß begehrte Ware ausverkauft – bis jetzt.

Denn nun hat plötzlich kein Mensch mehr Interesse an den Selbsttests – mit verheerenden Folgen für die Discounter.

Virus:Coronavirus, COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019
Vorkommen:Weltweit

Nach Boom der Testzentren: Discounter bleiben auf Corona-Selbsttests sitzen

Einst ein Hoffnungsschimmer, heute einer der größten Reinfälle für den deutschen Handel in der Corona-Pandemie. Standen einst die Menschen um 6 Uhr morgens bereits Schlange, um einen der heiß begehrten Tests für fünf Euro zu erwerben, bleiben Geschäfte wie Aldi, Lidl oder dm nun auf den Selbsttests sitzen. Stattdessen stattet jeder Hans und Franz mittlerweile dem Testzentrum um die Ecke einen Besuch ab, denn: Die dort professionell durchgeführten Corona-Tests sind im Gegensatz zu Selbsttests kostenlos.

Zudem reicht ein Selbsttest aus dem Handel in der Regel nicht aus, um Gastro- oder Einzelhandelsbesuche sowie Reisen zu ermöglichen. Stattdessen akzeptieren einige Bundesländer nur Antigen-Schnelltests, die von medizinischem Fachpersonal durchgeführt wurden. Darüber hinaus entfällt durch die sinkenden Inzidenzzahlen in zahlreichen Bundesländern die Testpflicht, zumindest für vollständige Corona-Genesene und Geimpfte.

Um die Corona-Selbsttests trotzdem an den Mann zu bringen, greifen Aldi, Lidl und Co. nun zu drastischen Maßnahmen und nehmen nach Informationen der Lebensmittel-Zeitung selbst Verluste in Kauf, nur um die Produkte loszuwerden.

Sinkendes Interesse an Corona-Selbsttests: Discounter verscherbeln Ware zu Spottpreisen

Auch wenn nach Angaben der Lebensmittel-Zeitung die Einkaufpreise auf inzwischen unter drei Euro pro Test gesunken seien, verscherbeln die Discounter die Selbsttests im Markt und im Netz nun zu Spottpreisen.

Discounter wie Aldi, Lidl und Co. bleiben auf ihren Corona-Selbsttests sitzen. (24hamburg.de-Montage)

Während Kaufland mit Corona-Selbsttests für 1,99 Euro pro Stück wirbt, garniert mit dem Slogan „Schützen wir uns und andere“, versucht es Netto mit einer besonderen Aktion: Deutschland-Card-Besitzer bekommen im Discounter ab einem Einkaufswert von 30 Euro einen solchen Selbsttest geschenkt. Auch Lidl bietet die Tests online in 100er-, 200er- und 1000er-Sets an – ebenfalls für 1,99 Euro pro Stück. Rossmann zieht ebenfalls mit und vergibt zusätzlich 30 Prozent auf den ohnehin schon günstigen Preis für Corona-Selbsttests.

Experten rechnen schon jetzt damit, dass die Preise für die Corona-Selbsttests in Kürze auf unter einen Euro pro Test fallen könnten. „Wenn die Inzidenzen sinken und immer mehr Impfungen stattfinden, muss die Ware sogar vernichtet werden. Die Tests braucht dann doch eh keiner mehr“, so ein Branchenkenner.

Scheint, als würde die einst so heiß begehrte Ware nun tatsächlich zum Ladenhüter zu werden. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Chris Emil Janßen/imago images & Sven Hoppe/picture alliance/dpa

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