Update vom Bundesgerichtshof

Nach Tötung der Mutter: Lange Haftstrafe für Sohn - keine Rechtsfehler im Urteil

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Die Polizei hat in Osnabrück eine zerstückelte Frauenleiche entdeckt. Unter dringendem Tatverdacht stehe der Sohn des 61 Jahre alten Opfers, so die Polizei.

Tragödie in Osnabrück: Eine Frau wird zerstückelt in der Garage ihres Hauses aufgefunden. Der eigene Sohn wird festgenommen. Gut elf Monate nach der grausamen Tat wird der 32-Jährige zu einer langen Haftstrafe verurteilt.

Update, 16. September: Der Bundesgerichtshof hat die Verurteilung eines Mannes zu 13 Jahren Gefängnis nach dem Totschlag an seiner Mutter bestätigt. Wie das Landgericht Osnabrück am Montag mitteilte, hatten die Bundesrichter keine Rechtsfehler in dem im Februar ergangenen Urteil erkennen können. 

In dem Prozess sahen es die Osnabrücker Richter als erwiesen an, dass der heute 33 Jahre alte Verurteilte seiner damals 61 Jahre alten Mutter am Gründonnerstag 2018 mit einer Brechstange mindestens zehn Schläge gegen den Kopf versetzt hatte. Einen Teil der Leiche der 61-Jährigen hatte der Mann im Wohnzimmerkamin verbrannt, andere in der Garage gelagert.

Der Verurteilte hatte sich während des Verfahrens nicht zur Sache geäußert. Das Motiv blieb daher im Dunkeln. Wegen der Spuren am Tatort, der Feststellungen der Gerichtsmedizin und weiterer Beweismittel hatte das Gericht aber keine Zweifel an der Schuld des Mannes. Weil der genaue Tatablauf nicht mehr rekonstruierbar war, hatte das Gericht zugunsten des Angeklagten auf Totschlag und nicht auf Mord erkannt. Indes griff ein Mann mit einem Messer in Melle bei Osnabrück Sanitäter an und verletzte dabei auch ein Baby, wie nordbuzz.de* berichtet.

Update, 28. Februar 2019: Für den Totschlag an seiner Mutter hat das Landgericht Osnabrück am Donnerstag einen 32 Jahre alten Mann zu 13 Jahren Haft verurteilt. Für das Gericht war es erwiesen, dass der 32-Jährige am Abend des 29. März 2018 seine Mutter mit einer Brechstange mindestens zehn Schläge gegen den Kopf versetzt hatte. 

Anschließend zerteilte er die Leiche mit einem Elektroküchenmesser und Elektrosägen, verbrannte zum Teil Leichenteile der 61-Jährigen im Wohnzimmerkamin und lagerte andere Teile in der Garage. Die Tat sei „unbegreiflich und verstörend“, sagte der Vorsitzende Richter. Das Motiv des 32-Jährigen blieb letztlich im Dunkeln.

Angeklagter schweigt zum Tatmotiv

Der Angeklagte hatte sich zur Tat und seinen Beweggründen nicht geäußert. Daher konnte das Gericht auch nicht auf einen Mord erkennen, der ursprünglich angeklagt war. Der genaue Tatablauf hatte sich dem Richter zufolge nur aufgrund der Ermittlungsarbeit der Polizei und der Gerichtsmedizin rekonstruieren lassen. 

Ob der 32-Jährige der bei der Stadt Osnabrück beschäftigten Verwaltungsangestellten heimtückisch aufgelauert hatte, blieb daher ungeklärt. Habgier als Mordmerkmal scheide auch aus, weil der arbeitslose Angeklagte nicht in der Lage gewesen wäre, das ererbte Einfamilienhaus finanziell zu halten.

Meldung vom 15. April 2018 - Frauenleiche gefunden

Nach dem gewaltsamen Tod einer 61-Jährigen in Osnabrück schweigt der tatverdächtige Sohn weiter zu den Vorwürfen. Der 31-Jährige war kurz nach dem Entdecken der Leiche festgenommen worden und sitzt seit Donnerstag in Untersuchungshaft. Polizisten hatten den zerstückelten Körper der Frau in der Nacht zum Donnerstag in einer Garage eines Einfamilienhauses gefunden. 

Die Hintergründe für das Verbrechen waren auch am Samstag noch unklar, sagte Alexander Retemeyer, Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Die Polizei nannte auch am Sonntag keine neuen Details. Die Frau war bereits am Donnerstagnachmittag obduziert worden. Das Ergebnis: Auf ihren Körper war massive Gewalt eingewirkt worden. 

Eine Mordkommission wurde eingerichtet. Die Spurensicherung hatte am Freitag Haus und Garage im Stadtteil Schinkel durchsucht. Nun müssen die Spuren ausgewertet werden. Das Opfer habe bei der Stadtverwaltung Osnabrück gearbeitet, sagte Retemeyer. Zuvor hatte die „Neue Osnabrücker Zeitung" darüber berichtet. 

Eine Kollegin hatte die 61-Jährige am Mittwoch als vermisst gemeldet, nachdem diese seit Tagen nicht bei der Arbeit erschienen war. Als Polizisten das Haus der Frau aufsuchten und den Sohn befragten, ergaben sich Ungereimtheiten. Die Beamten durchsuchten daraufhin das Grundstück und entdeckten in der Garage den Leichnam. Mutter und Sohn lebten allein in dem gepflegten, frei stehenden Einfamilienhaus. 

dpa

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