Wolfsstreit eskaliert

Wolfsstreit in Uelzen eskaliert: Minister Olaf Lies greift hart durch

Der Wolfsstreit im Landkreis Uelzen eskaliert weiter. Jetzt greift SPD-Umweltminister Olaf Lies ein und fordert Konsequenzen für den Landwirt.

Update von Mittwoch, 18. März 2021: Landkreis Uelzen (Niedersachsen) – Nachdem ein Landwirt mit zwei Helfern am Dienstagnachmittag der Wolfsberaterin des Landkreises Uelzen, Katja Hildebrandt-Mertins, einen mutmaßlich von einem Wolf gerissenen Kadaver eines Rinds in die Einfahrt gelegt haben, ermittelt jetzt die Polizei. Wie az-online.de* berichtet, hat die 48-Jährige Anzeige erstattet.

Landkreis:Uelzen
Fläche:1.454 km²
Bevölkerung: 92.961 (Stand: 2016)
Haupstadt:Uelzen

Gegenüber az-online.de* sagte Polizeisprecher Kai Richter, dass es sich um einen Verstoß gegen das sogenannte Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz handele. Parallel werde ein Verfahren wegen des Verdachts der Nötigung eingeleitet. Der Staatsschutz prüfe derzeit noch, ob der Tatbestand der Bedrohung erfüllt sein könnte.

Wolfsstreit im Landkreis Uelzen eskaliert: Umweltminister Olaf Lies schockiert von Tat

Inzwischen zieht der Vorfall auch Kreise in der Politik. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) verurteilte die Tat: „Wenn tote Rinder vor Haustüren von Wolfsberatern abgeladen und Hochsitze von Jägern angezündet werden, sind für mich ganz klar Grenzen überschritten“, zitiert az-online.de* den zuständigen Minister.

Umweltminister Olaf Lies verurteilt das Vorgehen eines Landwirts im Landkreis Uelzen. Dieser hatte ein von einem Wolf gerissenes Rind in der Einfahrt einer Wolfsberaterin abgelegt. (nordbuzz.de-Montage)

Den direkt Verantwortlichen – aber auch allen anderen – müsse klar sein, dass man mit dieser Art der Eskalation nicht weiter komme. Solche Aktionen seien beim Thema Wolf nicht hinnehmbare und unakzeptable Rückschritte: „Sie führen uns weg von der notwendigen sachlichen Diskussion, um am Ende vernünftige Lösungen für beide Seiten zu finden – im Sinne des Artenschutzes und der Weidetierhaltung. Dass vor allem Weidetierhalter oft hilflos vor ihren gerissenen Tieren stehen, ist ja durchaus nachvollziehbar“, erklärte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD).

Wolfsstreit in Niedersachsen: Bei Wolfsrissen liegen die Nerven blank

Offensichtlich liegen im Land Niedersachsen die Nerven mal wieder blank, wenn es um Wolfsrisse geht. Das ist nichts Neues. Ein Kadaver, aus dem dann noch Rippen und Eingeweide herausschauen gleicht allerdings einer neuen Dimension. In diesem Fall richtet sich der Zorn des 66 Jahre alten Landwirts aus dem Landkreis Uelzen gegen die vom Umweltministerium beauftragte ehrenamtliche Wolfsberaterin, die üblicherweise Wolfsrisse begutachtet, DNA-Proben nimmt und damit die Voraussetzung für Entschädigungszahlungen des Landes schafft. In diesem Fall allerdings kann der Landwirt wohl lange auf eine Entschädigung warten. Laut az-online.de* hat weder die Wolfsberaterin noch das Veterinäramt eine Probe genommen.

Niedersachsen: Wolfsstreit eskaliert – Landwirt schockt mit Ekel-Aktion

Erstmeldung von Mittwoch, 17. März 2021, 15:30 Uhr: Landkreis Uelzen – Im niedersächsischen Uelzen sind Wölfe keine Seltenheit. Immer wieder machen die Raubtiere im Landkreis Halt. Zuletzt verirrte sich sogar ein Wolf in die Uelzener Innenstadt. Dass die wilden Tiere Unruhe in den beschaulichen Landkreis bringen, ist logisch. Ein wütender Landwirt antwortet nun auf das Wolfsvorkommen mit einem blutigen Geschenk.

Wie az-online.de* berichtete, fuhr am 16. März 2021 ein dunkler VW-Pickup auf die Hauseinfahrt von Wolfsberaterin Katja Hildebrandt-Mertins in Brockhöfe Bahnhof im Landkreis Uelzen. Gefolgt von zwei Komplizen stieg Landwirt Dieter Schwutke aus dem Auto und öffnete die Ladefläche – im Gepäck: ein totes Rind. Aufgerissener Bauch und hervorschauende Rippen und innere Organe – der Landwirt ist sich sicher, dass das Tier von einem Wolf getötet wurde.

Nach Wolf-Angriff: Landwirt droht Wolfsberaterin mit totem Kadaver.

Was die drei bei der Wolfsberaterin wollten? Ein Brief – adressiert an Katja Hildebrandt-Mertins – macht klar: Ein netter Besuch sollte dies nicht werden: Die Landwirte werfen den leblosen Kadaver vor das Haus der Wolfsberaterin. Inklusive der Ansage: „Mit dem heutigen Tage schenken wir unser Absetzer-Galloway. Viel Freude mit diesem schönen Tier!“

Eine bedrohende Geste, die klarmachen soll: „Das ist erst der Anfang, wir können auch ganz anders“. Wie Landwirt Dieter Schwutke in dem Brief mitteilt, verlangt er eine DNA-Probe, die sicherstellt, dass das Rind tatsächlich von einem Wolf zerrissen wurde.

Empörung macht sich breit: „Eine Grenzüberschreitung, die nicht zu rechtfertigen ist“

Angriffe auf die ehrenamtliche Wolfsberaterin, die Landwirt Dieter Schwutke zuvor nie begegnet ist, seien nichts Neues, erklärt Katja Hildebrandt-Mertins. Seit Längerem werde sie von Nutztierhaltern verbal attackiert. Doch „das hier setzt dem Ganzen die Krone auf“, befindet sie.

Nicht nur die Wolfsberaterin ist schockiert von dieser Ekel-Aktion. Eine „Grenzüberschreitung, die überhaupt nicht zu rechtfertigen ist“, distanziert sich Kreislandwirt Thorsten Riggert mit deutlichen Worten von Schutkes Angriff. Die Polizei, das Veterinäramt des Landkreises und das Wolfsbüro in Hannover sind bereits über den Vorfall informiert. * az-online.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Schossadowski, SwenPförtner/dpa & Holger Hollemann/dpa

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare