Wolf

Burgdorfer Rudel: Wölfin in Niedersachsen getötet

Eine Wölfin des Burgdorfer Rudels ist tot. Das gibt das niedersächsische Umweltministerium in Niedersachsen bekannt. Ein Schuss verletzte das Raubtier tödlich.

Hannover (Niedersachsen) – Eine Wölfin des Burgdorfer Rudels ist in der Nacht zum Donnerstag, 22. April 2021, abgeschossen worden. Ermordet wurde das Tier im Rahmen einer geltenden Ausnahmegenehmigung für Wölfe des Burgdorfer Rudels, gab das niedersächsische Innenministerium am Donnerstagnachmittag bekannt.

Todfunde von Wölfen in Deutschland im Jahr 2020:126 (Quelle: Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes)
Illegale Tötungen:8
Wolfs-Management:1
Natürliche Todesursache:10
Unklare Todesursache:8
Verkehrsunfall:99

Jetzt wird der Kadaver obduziert und im Rahmen einer Gewebeprobe analysiert, ob es sich auch um die richtige Wölfin handelt. Die Genehmigung galt für die Wölfin mit der Kennung GW 1423f, ebenfalls für den Wolf-Rüden GW 950m. Nach Abschuss der Fähe ist die Ausnahmegenehmigung, die ursprünglich bis zum 31. August 2021, galt, außer Kraft gesetzt worden.

Burgdorfer Rudel: Abgeschossener Wolf bei Hannover ist ein bis zwei Jahre alt und weiblich

Nach einer ersten in Augenscheinnahme handelt es sich bei der erschossenen Wölfin um ein ein- bis zweijähriges weibliches Tier. Ob die Altersangaben auf die zum Abschuss freigegebene Wölfin zutrifft, teilte das Umweltministerium hingegen nicht mit. In jüngster Vergangenheit waren häufig die falschen Tiere erlegt worden. Umweltminister Olaf Lies (SPD) gab zuletzt auch zu, dass es in freier Wildbahn schwierig sei, genau zu unterscheiden, ob es sich um den richtigen Wolf handele. Laut Umweltministerium war es lediglich notwendig, dass kein Welpe erschossen wird.

Eine Wölfin aus dem Burgdorfer Rudel ist in der Nacht zu Donnerstag abgeschossen worden.

Experten des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bergen den Kadaver nun, um ihn zu identifizieren. Das Ergebnis soll laut Ministeriumsangaben frühestens am 7. Mai 2021 vorliegen.  Die Obduktion des Kadavers erfolgt im Rahmen des regulären bundesweiten Totfundmonitorings beim Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) in Berlin.

Burgdorfer Rudel: Vermehrter Übergriff von Wölfen auf Nutztiere und Pferde auf Rudel-Territorium

Seit 2019 sei es im Territorium des Burgdorfer Rudels vermehrt zu Übergriffen von Wölfen auf Nutztiere gekommen. Dabei hätten die Raubtiere nicht nur kleinere Nutztiere wie Schafe und Gehegewild erbeutet, sondern wiederholt Rinder und vor allem Pferde gerissen.

DNA-Analysen und die vorgefundenen Rissbilder zeigten, dass unter anderem die beiden Elterntiere des Rudels – „GW 950m“ und „GW 1423f“, an den Rissen beteiligt waren. Aber auch falls es sich nicht um die richtige Wölfin handelt, so soll der Abschuss dennoch durch das Bundesnaturschutzgesetz gedeckt sein, teilte das Umweltministerium mit.

Tote Wölfe sind in Deutschland leider keine Seltenheit mehr. Erst in dieser Woche ist eine neue Statistik vorgelegt worden, nachdem immer mehr Wölfe im Straßenverkehr getötet werden. Wie kreiszetung.de* berichtet, gehen rund 80 Prozent der getöteten Tiere auf das Konto von Autofahrern. Auch wurde bekannt, dass es im Vergleich zu Alaska in Niedersachsen eine enorme Wolfspopulation gibt. Ebenfalls ist es keine Seltenheit mehr, dass Wölfe in die Nähe von Menschen kommen. Erst vergangene Woche kam ein Wolf auf einem Feld im niedersächsischen Wietzendorf einer Joggerin mit Hund sehr nahe. Im März spazierte sogar ein Wolf durch die Innenstadt von Lohne. * nordbuzz.de und kreiszeitung.de sind Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Alexander Heinl/dpa

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