Strategie zur Eindämmung

Corona-Ausbruch im Landkreis Rotenburg aus: Zwei Menschen infiziert

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Auch im Landkreis Rotenburg gibt es jetzt erste positive Tests auf das Coronavirus.

Der Landkreis Rotenburg hat die ersten beiden Fälle des Coronavirus in der Region bestätigt. Das Gesundheitsamt gab nähere Details zu den Infizierten bekannt.

  • Coronavirus im Landkreis Rotenburg bestätigt
  • Rotenburger Diakonieklinikum nimmt Infizierten auf
  • Landkreis Rotenburg stellt Versorgungsstrategie vor

Rotenburg – Von Guido Menker. Bei einer Pressekonferenz im Kreishaus hat Carmen Menzel als Leiterin des Rotenburger Gesundheitsamtes mitgeteilt, dass es sich in beiden Fällen um Urlaubsrückkehrer aus Südtirol handelt, die mit einer befreundeten Gruppe unterwegs gewesen seien.

Coronavirus im Landkreis Rotenburg: Eine Person wird im Diako behandelt

In einem Fall seien deutliche Krankheitssymptome vorhanden, sodass eine stationäre Aufnahme im Rotenburger Agaplesion Diakonieklinikum erfolgt sei. Die zweite Person habe derweil einen milderen Verlauf gezeigt und befinde sich in häuslicher Quarantäne. Sowohl Menzel als auch Landrat Hermann Luttmann (CDU) weigern sich jedoch, nähere Einzelheiten zu nennen. Sie sagen nicht, ob es sich um Frauen oder Männer handelt und wie alt sie sind. Zudem lehnen sie eine Antwort auf die Frage ab, ob es sich in einem Fall um einen Beschäftigten des Diakonieklinikums handelt.

Die Frage danach liegt allerdings auf der Hand: Beide Patienten hätten sich bereits während ihrer Rückreise mit Beginn leichter Symptome unter Selbstisolation gestellt und umgehend eine entsprechende Diagnostik veranlasst, sagte Carmen Menzel. „Beide Personen sind nicht an den Arbeitsplatz zurückgekehrt und haben private Kontakte konsequent gemieden.“ Weitere Kontaktpersonen seien demnach nicht ermittelt worden.

Coronavirus im Landkreis Rotenburg: Diako hält sich mit Details zurück

Hinsichtlich weiterer Teilnehmer dieser Reise in anderen Bundesländern stehe das Gesundheitsamt im Kontakt mit den örtlichen Behörden. Das Rotenburger Diakonieklinikum hielt sich am Mittag noch bedeckt zum Thema. „Es ist uns kein Mitarbeiter bekannt, bei dem in Frage steht, dass er oder sie sich in seinem beziehungsweise ihrem Arbeitsumfeld infiziert haben könnte“, so Unternehmenssprecher Matthias Richter. 

Und: „Von Patienten, die wir auf Grund ihrer Symptomatik zur Abklärung stationär aufgenommen und getestet haben, war bisher niemand positiv.“ Für die Registrierung meldepflichtiger Infektionskrankheiten sei darüber hinaus der Landkreis Rotenburg zuständig. Ob es eigene Mitarbeiter in häuslicher Quarantäne oder Corona-Patienten, die nicht-stationär behandelt werden, gibt, beantwortet Richter nicht. Allerdings bestätigte er am Nachmittag, dass um 15.18 Uhr der erste Corona-Patient im Diako mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen aufgenommen wurde.

Coronavirus im Landkreis Rotenburg: Regionales Testzentrum wird eingerichtet

Gemeinsam mit den örtlichen Partnern aus dem Gesundheitsbereich in Zusammenhang mit der Verdachtsabklärung und Behandlung von Covid-19-Fällen hat das Gesundheitsamt Rotenburg am Dienstag eine Versorgungsstrategie entwickelt. Eines der Ergebnisse: Im Landkreis Rotenburg soll schon in den kommenden Tagen ein regionales Testzentrum eingerichtet werden. Hierbei sei die Kassenärztliche Vereinigung federführend. 

Am Runden Tisch am Dienstag saßen neben Professor Tom Schaberg als ehemaliger Chefarzt der Diako-Lungenklinik und Mitglied der vom Robert-Koch-Institut (RKI) berufenen Expertenkommission Influenza sowie Vertreter der Ärztevereine und niedergelassener Ärzte, Vertreter der beiden Kliniken im Landkreis, des Rettungsdienstes sowie der Polizei.

Coronavirus im Landkreis Rotenburg: Testzentrum für begründete Verdachtsfälle

Das Coronavirus-Testzentrum ist vorgesehen für Personen, die einen begründeten Verdachtsfall darstellen. „Dieses soll dazu dienen, die Ärzte und Ambulanzen zu entlasten“, so Menzel. Personen, die sich einfach nur testen lassen möchten, weil sie schnupfenähnliche Symptome haben, seien damit „natürlich nicht gemeint“, unterstreicht Schaberg. Er verweist auf einen entsprechenden Ablaufplan des RKI. 

Erste Anlaufstelle seien immer noch die Hausärzte, die bei einem begründeten Verdacht – Auftreten von Symptomen nach einem Aufenthalt in einem der Risikogebiete oder Kontakt zu einem bestätigten Coronavirus-Fall – vorab telefonisch kontaktiert werden. „Patienten sollen bitte nicht direkt den Hausarzt oder die Klinik aufsuchen“, so Menzel. 

Wenn die Symptome darauf hinweisen, dass derzeit keine Krankenhausbehandlung nötig ist, bittet auch das Diako Patienten, mit ihrem Hausarzt Kontakt aufzunehmen, damit eine Testung auf das Coronavirus dort erfolgen kann. Die Strategie ist abrufbar auf der Internetseite des Landkreises Rotenburger unter der Adresse www.lk-row.de/corona.

Coronavirus breitet sich in Niedersachsen aus

„Die Situation erfordert eine intensive Kommunikation und Zusammenarbeit und ist nur von allen Sektoren gemeinsam zu bewältigen“, heißt es in dem dreiseitigen Papier mit der Versorgungsstrategie. Die zunehmende Zahl an Coronavirus-Infektionen stelle alle Akteure des Gesundheitswesens und der öffentlichen Ordnung vor erhebliche Herausforderungen.

In Niedersachsen waren am Mittwochmittag – Stand 14.40 Uhr – acht Menschen mit dem Virus infiziert. In China, wo das Virus erstmals festgestellt worden war, stieg die Zahl der Toten bis Mittwoch auf fast 3.000. Die Gesamtzahl der offiziell erfassten Ansteckungen in Festlandchina seit Beginn der Epidemie im Dezember kletterte auf mehr als 80.000. Von ihnen haben 50.000 die Krankenhäuser wieder verlassen. Experten gehen allerdings in China von einer hohen Dunkelziffer aus. In Deutschland zählt das Robert Koch-Institut (RKI) bislang rund 200 nachgewiesene Infektionen. Viele Patienten gelten inzwischen wieder als gesund.

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