Landkreis Oldenburg

Coronavirus-Ausbruch bei Bremen: Nächste Schlachterei betroffen – jeder zehnte Mitarbeiter infiziert

Der nächste Coronavirus-Ausbruch in der Fleischindustrie: In Hatten (Landkreis Oldenburg), westlich von Bremen, sind 14 Mitarbeiter eines fleischverarbeitenden Betriebs positiv auf das gefährliche Virus getestet worden. 

  • Coronavirus *-Ausbruch in Niedersachen.
  • Erneut ist ein Fleischbetrieb betroffen. Diesmal in der Gemeinde Hatten nahe Bremen.
  • Fälle in der Branche häufen sich.

Hamburg/Oldenburg/Gütersloh – Die Fleischindustrie kommt wegen des Coronavirus-Sars-CoV-2 nicht aus den Schlagzeilen raus. Diesmal gab es einen Ausbruch bei einem fleischverarbeitenden Betrieb in Hatten (Landkreis Oldenburg) westlich von Bremen. Von den 140 Mitarbeitern wurden 113 getestet. Vierzehn Personen haben das Coronavirus. Am Montag, 7. September 2020, dürfen noch letzte Vorräte verarbeitet werden, danach muss der Betrieb zwei Wochen geschlossen werden. Über den Coronavirus-Ausbruch in diesem fleischverarbeitenden Betrieb*, berichtet auch ausführlich „kreiszeitung.de – das Newsportal des Nordens“.

Gemeinde in NiedersachsenHatten
Postleitzahl26209
Bevölkerung13.847 (31. Dez. 2008)
BürgermeisterChristian Pundt

Niedersachsen: Coronavirus-Ausbruch in einer Schlachterei in Hatten – jeder zehnte Mitarbeiter positiv getestet

Dass der Betrieb schließen muss, liegt daran, dass es logistisch nicht möglich sei, die Mitarbeiter so zu trennen, dass eine Infektion ausgeschlossen werden könnte. Eine 14-tägige Quarantäne sei deswegen nicht zu vermeiden, berichtet die Lokalzeitung „butenunbinnen“. Sie zitiert auch den Oldenburger Landrat Carsten Harings (parteilos): „Die Anzahl der Infektionen ist gemessen an der gesamten Belegschaft von rund 140 Personen hoch.“

In der Fleischindustrie (Symbolbild) kommt es regelmäßig zu Coronavirus-Ausbrüchen. Diesmal ist ein Betrieb im Landkreis Oldenburg betroffen. (24hamburg.de-Montage)

Doch der Politiker gibt sich optimistisch. Schließlich seien die Infektionen entdeckt worden, was für das Konzept spräche. „Dies zeigt, wie wichtig das andauernde Testen ist.“ Wie und wo sich die Mitarbeiter angesteckt hätten, sei indes noch nicht geklärt. Hinweisen zufolge könnten Urlaubsrückkehrer die Ursache für den Coronavirus-Ausbruch sein. Die Infektionswege müssten jetzt nachverfolgt werden.

Auch bei Tönnies und Vion brach das Coronavirus aus: Immer wieder in der Fleischindustrie

Seit Ausbruch der Coronavirus-Pandemie geraten regelmäßig Schlachthöfe wegen hoher Infektionszahlen in die Schlagzeilen. Für bundesweites Aufsehen hatte ein Massenausbruch beim Fleisch-Konzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück (NRW)* gesorgt. Hier musste sogar ein Lockdown im Kreis Gütersloh verhängt werden. Es war der populärste Fall in Deutschland, aber längst nicht der einzige.

Schon Mitte Mai 2020 kam es in Bad Bramstedt (Schleswig-Holstein) bei den Vion-Schlachthöfen zu einem Coronavirus-Ausbruch*. Insgesamt 341 Angestellte des Betriebs und deren Angehörige und Kontakte wurden positiv auf das Coronavirus-Sars-CoV-2 getestet. Rund einen Monat nach dem Vorfall konnte der Betrieb die Arbeit wieder aufnehmen.

Die vielen Coronavirus-Fälle in der Fleischindustrie zwangen auch die Politik zum Handeln*. Ab Freitag, 1. Januar 2021, soll ein neues Gesetz gelten, dass der Branche Leiharbeiter verbietet. Zumindest, wenn das Unternehmen mehr als 49 Angestellte beschäftigt. Auch eine Pflicht zur elektronischen Arbeitszeiterfassung, Mindestanforderungen für Gemeinschaftsunterkünfte der Mitarbeiter und eine höhere Quote an Arbeitsschutzkontrollen, sieht das Gesetz vor.

Gesetzesänderung soll Arbeitsbedinungen in der Fleischindustrie verbessern

Vor allem die Arbeitsbedingungen der Leiharbeiter* wurden in der Öffentlichkeit viel diskutiert. Bei Markus Lanz* deckte „Zeit“-Journalistin Elisabeth Raether die Zustände, unter denen geschuftet werden muss, auf. Auch Anton Hofreiter, Vorsitzender der Bundestagsfraktion der Grünen, war bei der Talkshow, die in Hamburg* aufgezeichnet wird, zu Gast. Er ging mit Fleischgigant Clemens Tönnies hart ins Gericht*.

Auch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) geriet im Rahmen der Diskussion in die Kritik. Gemeinsam mit Udo Lindenberg hatte die Umweltschutzorganisation Greenpeace ein Video produziert*, in dem der CDU-Politikerin Untätigkeit vorgeworfen wird. Das Video sollte helfen, Unterschriften für einen offenen Brief an die Landwirtschaftsministerin zu sammeln. Darin sind mehrere Forderungen zur Verbesserung des Tierwohls in Deutschland aufgelistet. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Rocio Cuminao Rojas/Agencia Uno/dpa/picture alliance

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare