Verstöße können teuer werden

Urlauber aus Risikogebieten müssen in Corona-Quarantäne - diese Regeln gelten im Norden

In den Sommerferien mit der Familie für drei Wochen in die Sonne. Wer sich bei der Rückkehr aus dem Urlaub nicht an bestimmte Regeln hält, für den kann die entspannte Zeit schnell mit einer Strafe von bis zu 10.000 Euro enden. 

  • Reisende, die aus einem Risikogebiet nach Norddeutschland zurückkehren, unterliegen einer Quarantäne-Pflicht.
  • In Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen werden verschiedene Bußgelder bei Verstößen gegen die Quarantäne fällig.
  • Eine Testpflcht für Reiserückkehrer tritt vorausssichtlich kommende Woche in Kraft.

Wer seinen Urlaub nicht innerhalb Deutschlands verbringen möchte, der wird auch in Zeiten von Coronavirus-Einschränkungen nicht davon abgehalten. Doch Vorsicht: Je nach Reiseziel können auf die drei Wochen im Ausland schnell noch zwei Wochen in häuslicher Quarantäne folgen. Ob das der Fall ist, hängt davon ab, ob die Reise in ein Risikogebiet ging. Risikogebiete sind jene Länder, in denen es eine erhöhte Wahrscheinlichkeit gibt, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. 

Coronavirus: Einreise aus Risikogebiet bedeutet Quarantäne und Testpflicht

Grundsätzlich gilt: Wer aus einem Risikogebiet einreist, begibt sich in häusliche Quarantäne und informiert die für den eigenen Aufenthaltsort zuständige Behörde über die Einreise. Die Einhaltung der Quarantäne wird von der Gesundheitsbehörde überwacht. Die deutschen Gesundheitsminister hatten einen Corona-Test für heimkehrende Urlauber gefordert und wollten Maßnahmen auf den Weg bringen. Ab kommender Woche soll die Testpflicht für Urlauber, die aus Risikogebieten nach Deutschland einreisen, in Kraft treten, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ankündigte.

Reiserückkehrer aus Risikogebiet...Schleswig-HolsteinHamburgNiedersachsenBremen
... empfängt Besuch300 bis 5.000 Euro300 bis 5.000 Euro300 bis 5.000 Euro300 Euro, bei nachgewiesener Infektion 400 Euro
...verstößt gegen die Quarantäne 500 bis 10.000 Euro500 bis 10.000 Euro500 bis 10.000 Euro300 Euro, bei nachgewiesener Infektion 400 Euro
… meldet sich nicht bei zuständiger Behörde nach der Einreise 150 bis 2.000 Euro150 bis 2.000 Euro150 bis 2.000 Euro-
… hat sich nach Einreise nicht unverzüglich in Quarantäne begeben 150 bis 3.000 Euro 150 bis 3.000 Euro150 bis 3.000 Euro-

„Für eine zweiwöchige Reise in ein Risikogebiet sollten also vier Wochen Urlaub genommen werden“, rät Helfrich. Es gehe nicht, einfach einen „Corona-Urlaub“ hinten dranzuhängen. Auch auf einen negativen Test zu bauen, sei keine sichere Alternative, da er ja auch positiv ausfallen könnte. „Und selbst wenn Arbeitnehmer dann als krank gelten würden, können sie nicht ohne weiteres damit rechnen, dass der Arbeitgeber das auch als Krankheit anerkennt“, sagt Helfrich.


Vor der Rückkehr über Risikostatus und Quarantäne-Regeln informieren

„Menschen, die mit dem Flugzeug aus einem Risikogebiet hier ankommen, müssen auch damit rechnen, dass dem Gesundheitsamt alle Reisedaten übermittelt werden“, sagt Martin Helfrich, Sprecher der Hamburger Sozialbehörde der Deutschen Presse-Agentur. „Man muss also auch damit rechnen, Besuch vom Gesundheitsamt zu bekommen.“

Wer nach dem Urlaub in einem Corona-Risikogebiet zurück nach Norddeutschland reist, muss anschließend sofort in Quarantäne. (Symbolbild)

Welche Quarantäneverordnung gilt, hängt von den zuständigen Bundesländern ab. Diese bestimmen ebenfalls, wie hoch eine Strafe bei Verstößen gegen die geltenden Regeln ist. Zwischen 500 und 10.000 Euro würden fällig, wenn die Quarantäne nicht eingehalten werde, sagt Helfrich. Verstöße in Bremen können sogar mit Bußgeldern bis zu 25.000 Euro geahndet werden.

Wie lässt sich die häusliche Quarantäne beenden?

Das Bundesgesundheitsministerium hat für Reisende ein Merkblatt verfasst, mit den wichtigsten Regeln für eine Einreise nach Deutschland aus einem Risikogebiet. Neben dem Ende der vorgeschriebenen Isolationszeit werden dort Ausnahmen der Regeln erklärt, die eine Isolation verkürzen können oder nicht notwendig machen. Reisende können sie beispielsweise vermeiden, wenn sie durch ein ärztliches Zeugnis nachweisen, dass keine Infektion vorliegt.

Sollten also ein negativer molekularbiologischer Test vorliegen, gibt es keine Pflicht zur Quarantäne. Voraussetzung dafür ist, dass der Test höchstens 48 Stunden alt, er auf Deutsch oder Englisch verfasst und in einem vom Robert-Koch-Institut bekannt gegebenen Staat durchgeführt worden ist. Dies ist so auch in den Landesverordnungen Schleswig-Holsteins, Hamburgs, Niedersachens und Bremens angegeben.

Coronavirus: Eine überstandene Infektion bedeutet nicht Immunität

Der Nachweis von Antikörpern weist auf eine abgelaufene Infektion hin. Ob damit eine Immunität vorliegt, kann nicht sicher gesagt werden. In diesem Fall gilt keine Ausnahme und eine Quarantäne ist notwendig.

Eine Quarantäne ist nicht notwendig, wenn es sich nur um eine Durchreise handelt. Das beinhaltet aber auch, dass das Land auf direktem Weg wieder verlassen werden muss. Ausnahmen kann es auch für kurze Aufenthalte aus beruflichen oder medizinischen Gründen geben oder wenn der Aufenthalt im Risikogebiet nur kurz war. Der Reisende sollte sich vor der Einreise über zutreffende Bestimmungen und Ausnahmen informieren.

Risikogebiete können sich schnell ändern

Eine regelmäßig aktualisierte Liste der als Risikogebiet eingestuften Länder findet sich auf der Seite des Robert-Koch-Instituts. Die Einschätzung erfolgt zum einen auf Grundlage der Anzahl Neuinfizierter innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner. Zum anderen werden unter anderem auch die Anzahl der durchgeführten Tests sowie die Maßnahmen zur Corona-Eindämmung innerhalb der Länder mit berücksichtigt.

Urlaubern wird geraten, sich kurz vor der Einreise nach Deutschland noch einmal zu informieren, ob sie sich innerhalb der vergangenen 14 Tage in einem Risikogebiet aufgehalten haben. Die Reisewarnung für Schweden ist beispielsweise seit dem 14. Juli aufgehoben und damit auch die 14-tägige Quarantänepflicht bei der Rückkehr von dort. Luxemburg andererseits wird seit diesem Tag als Risikogebiet eingestuft.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich

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