Corona-Pandemie

Niedersachsen: Corona-Hammer - Gericht kippt Zoo-Schließungen

Die Zahl der Corona-Infektionen schießt nach oben. Jetzt hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg Eilentscheidungen getroffen, die für drei Bereiche gelten.

Lüneburg/Osnabrück – Lange hat die angeordnete Schließung der Zoos in Niedersachsen nicht gedauert. Am Freitag, 19. März 2021, hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg (OVG) mit drei Eilbeschlüssen verschiedene Corona-Verbotsregeln gekippt. Unter anderem können Zoos ab sofort wieder ihre Pforten öffnen. Hurra, wir dürfen wieder raus!

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 Quadratkilometer
Einwohner:7.993.608 (Stand: 31. Dezember 2019)
Ministerpräsident:Stephan Weil (SPD)
Sieben-Tage-Inzidenz:90,2

Die Zoos und Tierparks in Niedersachsens Kommunen mit hohen Corona-Infektionszahlen dürfen ab sofort wieder öffnen. Das OVG Lüneburg setzte am Freitag die Schließung von Zoos und Tierparks in den sogenannten Hochinzidenzkommunen per Eilbeschluss außer Vollzug. Dies berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Das Infektionsrisiko bei Aufenthalten im Freien sei vergleichsweise gering und könne durch mildere Maßnahmen reduziert werden, hieß es zur Begründung.

Laut dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg darf unter anderem der Zoo in Osnabrück wieder öffnen. (nordbuzz.de-Montage)

Damit könnte zum Beispiel der Zoo in Osnabrück wieder öffnen. Wie das genau umgesetzt werden soll, konnte die Pressestelle des Zoos am Freitagnachmittag auf Nachfrage von nordbuzz.de* noch nicht beantworten. Die Freizeitparks im Land müssen allerdings weiterhin geschlossen bleiben*, wie der 13. Senat entschied, berichtet auch kreiszeitung.de*. Hier sei unklar, ob zum Beispiel in Fahrgeschäften oder Warteschlangen dem Infektionsschutz Rechnung getragen werden könne. Im benachbarten Hamburg dürfen auch Zoos weiterhin nicht öffnen*. Die Stadt kehrt wegen der hohen Infektionszahlen wieder in einen harten Lockdown zurück, das berichtet 24hamburg.de.

Zoos dürfen öffnen: Jubel in Nordhorn

Große Freude dagegen schon im Tierpark Nordhorn. „Die Zoos sind gut aufgestellt. Wir haben gute Hygienekonzepte, Platz und viel frische Luft! Das Gericht hat unsere Auffassung vollumfänglich bestätigt!“ so der Vizepräsident der Deutschen Tierparkgesellschaft, Dr. Nils Kramer, Zoodirektor im Tierpark Nordhorn, dem drittgrößten Zoo in Niedersachsen. „Wir freuen uns für alle Kollegen, aber vor allem für die vielen Kinder, die nun mit ihren Familien etwas Abwechslung im Coronaalltag erleben dürfen. Ein Besuch im Tierpark ist nicht anders zu bewerten, als ein Spaziergang an der frischen Luft!“

Coronahammer in Niedersachsen: Tier- und Freizeitpark Thüle öffnet Samstag

Der Tier- und Freizeitpark Thüle öffnet bereits am Samstag, 20. März 2021 wieder seine Pforten. „Wir öffnen morgen! Endlich wurden unsere Argumente gehört!“ erklärt eine hocherfreute Alexandra Grothaus vom Tier- und Freizeitpark Thüle, die stellvertretend für die anderen Zoos die Klage angestrebt hatte. Ihr Zoo war nun fast sieben Monate geschlossen, ein riesiger emotionaler und finanzieller Kraftakt. „Wir wussten, dass wir die guten Argumente auf unserer Seite hatten! Jetzt können die Gäste wieder kommen – natürlich mit Abstand!“ 

Niedersachsen sperrt auf: OVG kassiert weitere Regelungen

Das OVG kassierte darüber hinaus zwei weitere Regelungen der jüngsten niedersächsischen Corona-Verordnung. So sei bei den Kontaktbeschränkungen die Obergrenze von fünf Personen über 15 Jahren für Treffen unangemessen. Diese berücksichtige familiäre Strukturen nicht hinreichend, argumentierten die Richter. Ein Antragssteller hatte geltend gemacht, dass er gemäß der neuen Verordnung gemeinsam mit seiner Familie gar keine weiteren Personen treffen könne. Er lebt mit seiner Ehefrau und drei jugendliche Kindern zusammen. Dem 13. Senat zufolge gilt aber weiterhin, dass sich nur Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen.

Auch Einzelmusikunterricht ist in Niedersachsen nun wieder erlaubt, weil im privaten Bereich ebenfalls Treffen von zwei Personen möglich sind. In diesem Fall hatte eine Musiklehrerin einen Antrag gestellt. Der Fall sei vergleichbar mit dem von Hundeschulen, die ebenfalls nach einer OVG-Entscheidung Anfang März wieder Einzeltrainings anbieten dürfen. Die Beschlüsse sind unanfechtbar. * nordbuzz.de, 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa & pixabay

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