Corona-Pandemie

Corona-Explosion: Niedersachsen macht dicht – Zoo Osnabrück geschlossen

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert in Niedersachsen kennt aktuell nur einen Weg, und zwar steil nach oben! nordbuzz.de gibt euch einen Überblick, was wo passiert.

Update vom Mittwoch, 17. März 2021, 13:22 Uhr: Hannover – Es gibt weiter sehr viele Corona-Neuinfektionen in Niedersachsen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet, stiegt der Sieben-Tage-Inzidenzwert am Mittwoch auf 81 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 66,7.

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 Quadratkilometer
Einwohner:7.993.608 (Stand: 31. Dezember 2019)
Ministerpräsident:Stephan Weil (SPD)
Sieben-Tage-Inzidenz:81

Laut Aussage des Landesgesundheitsamtes in Hannover sind von Dienstag auf Mittwoch 1120 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Das sind deutlich mehr als vor einer Woche, als 934 neue Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden erfasst worden waren. Insgesamt 4646 Menschen (plus 26) sind in Niedersachsen an oder mit dem Coronavirus gestorben. Rund 90 Prozent der Infizierten sind inzwischen genesen, berichtet die dpa.

In elf Regionen lag der Sieben-Tage-Wert über der Marke von 100. Dieser Wert ist entscheidend für weitere Lockerungen oder auch mögliche Verschärfungen. Am höchsten ist die Inzidenz in der Stadt Salzgitter (219,6), gefolgt vom Landkreis Cloppenburg (155,8), der Stadt Osnabrück (152,5), den Landkreisen Peine (143,2) und Vechta (128,1), der Region Hannover (116,1) sowie den Landkreisen Leer (113,6), Celle (111,7), Wesermarsch, Holzminden (beide 105,0) und Grafschaft Bentheim (104,3).

Corona in Niedersachsen: Virus hat Land weiter fest im Griff

Erstmeldung vom Dienstag, 16. März 2021, 15:44 Uhr: Hannover/Lüneburg/Osnabrück – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff. Das heißt: Niedersachsen macht wieder dicht! Im Schnitt lag der Wert am Dienstag, 16. März 2021, landesweit bei 79,3 (Vorwoche: 65,2). Das niedersächsische Landesgesundheitsamt meldete am Dienstag laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) 407 Ansteckungen, etwas mehr als vor einer Woche, als 354 gezählt wurden. Insgesamt 4620 Menschen (plus 22) seien an oder mit dem Virus gestorben; rund 90 Prozent der nachweislich Infizierten gelten dagegen mittlerweile als genesen.

Das sorgt vielerorts wieder für Schließungen und für richtig erhitzte Gemüter – gerade im Gastgewerbe hat man einen Hals auf die Landesregierung in Hannover. So haben beispielsweise die Campingplätze immer noch geschlossen, berichtet kreiszeitung.de*. In Lüneburg gehen derzeit ein Hotelier und ein Gastronom gemeinsam mit dem Landesverband des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) gegen die Corona-Verordnung auf die Barrikaden. So sollen am Montag, 15. März 2021, zwei Eilanträge gegen das Beherbergungsverbot und die Schließung der Gastronomie gestellt worden sein, wie der Hauptgeschäftsführer der Dehoga in Niedersachsen, Rainer Balke, gegenüber der dpa bestätigte.

Corona in Niedersachsen: Von Schließung Betroffene gehen auf die Barrikaden

Auch der Betreiber eines Ferienparks im Landkreis Goslar und ein Restaurant-Besitzer aus dem Kreis Lüchow-Dannenberg zogen vor Gericht. Zunächst hatte die „Ostfriesen-Zeitung“ über die Eilanträge berichtet. Eine Sprecherin des niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts in Lüneburg bestätigte am Dienstag den Eingang der Anträge. „Diese Woche würde ich nicht mit einer Entscheidung rechnen“, sagte sie und verwies auf zahlreiche weitere anhängige Verfahren zur Corona-Verordnung.

Corona in Niedersachsen: Gaststättenverband unterstützt Klagen

Dehoga-Hauptgeschäftsführer Balke sagte, die Betriebe klagten mit Unterstützung des Verbandes, man selbst sei nicht klageberechtigt. Angesichts der Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca und einer fehlenden Öffnungsperspektive hierzulande gebe es im niedersächsischen Gastgewerbe eine „tiefsitzende Frustration“, so Balke. Der Hauptgeschäftsführer kritisierte das Festhalten an Inzidenzwerten als alleinigem Kriterium für Corona-Lockerungen: „Da stellt sich die Frage, wann soll das dann jemals besser werden?“ Der Gang über das Gericht sei nun das einzige Mittel, um die geltende Regelung zu überprüfen.

Der Zoo Osnabrück hat ab Mittwoch, 17. März 2021, wieder geschlossen. In der Stadt sind außerdem der Einzelhandel und Kultureinrichtungen betroffen.

Corona in Osnabrück: Zoo, Einzelhandel und Kultur sind ab Mittwoch wieder dicht

Nach dem Überschreiten der 100er-Marke des Inzidenzwertes muss die Stadt Osnabrück von Mittwoch, 17. März 2021, an Schließungen im Einzelhandel, von Kultureinrichtungen und des Zoos verfügen. Genau wie in Hamburg, wo derzeit der Tierpark Hagenbeck geschlossen ist, berichtet 24hamburg.de*. Gleichzeitig forderte Katharina Pötter, Leiterin des Corona-Krisenstabes der Stadt, das Land auf, den Einzelhandel unter Anwendung einer Teststrategie wieder öffnen zu dürfen. Ein solches Projekt fährt derzeit die Stadt Tübingen in Baden-Württemberg und das mit sehr großem Erfolg, wie bw24.de* berichtet.

Inzidenz in Osnabrück: Zahlen steigen, Durchschnittsalter sinkt

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steige in der Stadt seit Wochen beständig, gleichzeitig sinke das Durchschnittsalter der Infizierten, heißt es in einer Pressemitteilung. Lag es in der Stadt am 15. Januar bei 42 Jahren, ist ein Infizierter jetzt durchschnittlich nur noch 33 Jahre alt. Außerdem geben mehr als zwei Drittel der Infizierten an, dass sie wissen, bei welcher Kontaktperson sie sich höchstwahrscheinlich angesteckt haben.

Corona in Osnabrück: Junge Menschen wissen, wo sie sich angesteckt haben

All das deute darauf hin, dass sich viele Menschen im privaten Umfeld infizieren würden, nicht jedoch im Einzelhandel, der ja bis Anfang vergangener Woche geschlossen gewesen sei, so Katharina Pötter: „Eine Schließung des Einzelhandels konnte diese Ansteckungen also nicht verhindern.“

Pötter forderte, dass Menschen mit einem tagesaktuellen negativen Schnelltest Geschäfte betreten können sollen. Auf diese Weise könnte der Einzelhandel öffnen, ohne Gefahr zu laufen, zu einem Pandemie-Treiber zu werden. Darüber hinaus sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass viele Menschen in den Landkreis fahren, um dort einzukaufen, solange der Einzelhandel in der Stadt Osnabrück geschlossen ist. * nordbuzz.de, 24hamburg.de, kreiszeitung.de und bw24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa/picture alliance

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