Corona-Pandemie

Corona-Hotspot Diepholz: Securitys kontrollieren Quarantäne auf Spargelhof

Spargelernter auf einem Feld, davor ein Hinweis auf Abstandsregeln.
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Unter der Einhaltung von Abstandregelungen dürfen die Erntehelfer auf dem Hof im Landkreis Diepholz weiterarbeiten. (Symbolbild,nordbuzz.de-Montage)

Seit Mittwoch gilt im Landkreis Diepholz die Corona-Notbremse. Ärger gibts vor allen Dingen mit gebrochenen Quarantäne-Regeln auf einem Spargelhof.

Update vom Donnerstag, 6. Mai 2021, um 7:46 Uhr: Kirchdorf/Diepholz (Niedersachsen) – Nach dem Medienberichten zur Folge die Quarantäne-Regeln auf einem Spargelhof im niedersächsischen Landkreis Diepholz nicht konsequent eingehalten werden, gibt es jetzt eine Lösung. Ab sofort wird auf dem Hof ein Sicherheitsdienst an 24 Stunden am Tag für die Sicherheit und die Einhaltung der Quarantäne-Regeln sorgen.

Samtgemeinde in Niedersachsen:Kirchdorf
Fläche:47,76 Quadratkilometer
Einwohner:2.238 (Stand: 31. Dezember 2021)
Vorwahl:04273
BürgermeisterHolger Könemann (Parteilos)

Das berichtet unter anderem kreiszeitung.de*. Bisher sei es so gewesen, dass dieser Sicherheitsdienst erst am Abend auf dem Hof tätig geworden sei, so Anke Meyer, Sprecherin des Spargelhofes im Kirchdorfer Ortsteil Scharringhausen, gegenüber kreiszeitung.de. Grund ist ein Vorfall in Asendorf, wo mehrere Erntehelfer trotz Arbeitsquarantäne im Supermarkt einkaufen waren und trotz Ermahnung, auch durch die Polizei, die Anweisungen mehrfach ignoriert hatten. Das werde für jeden Einzelnen ein Bußgeldverfahren nach sich ziehen, erklärt Mareike Rein, Pressesprecherin des Landkreises..

Corona-Hotspot Diepholz: Spargelstecher müssen weiterarbeiten

Update vom Mittwoch, 5. Mai 2021, um 8:21 Uhr: Kirchdorf/Diepholz (Niedersachsen) – Der Landkreis Diepholz zieht wegen eines Corona-Ausbruchs unter Saisonarbeitern auf einem Spargelhof in Kirchdorf ab Mittwoch. 5. Mai 2021, die Notbremse. Dann gelten in dem Landkreis nächtliche Ausgangsbeschränkungen, die Schulen stellen auf Online-Unterricht um. Der Ausbruch mit inzwischen 104 bestätigten Fällen hatte die Ansteckungsrate über mehrere Tage auf rechnerisch mehr als 100 Infektionen je 100.000 Menschen binnen einer Woche getrieben. Somit ist der Landkreis eine sogenannte Hochinzidenzkommune. Am Dienstag, 4. Mai 2021, lag die Inzidenz bei 143,3.

Auf dem betroffenen Spargel- und Beerenhof in Kirchdorf gab es am Dienstag 104 aktive Corona-Fälle, wie Kreissprecherin Mareike Rein gegenüber der Nachrichtenagentur Dpa sagte. Am Montag seien noch einmal fast 900 ausländische Arbeitskräfte getestet worden. Bis Dienstag gab es für etwa die Hälfte der Tests ein Ergebnis, acht weitere Infektionen seien zutage gefördert worden. Gleichzeitig würden auf dem Hof auch schon die ersten Betroffenen aus der Quarantäne entlassen.

Doch so richtig konsequent wird die nicht umgesetzt. Die Spargelstecher befinden sich in einer Arbeitsquarantäne. Das bedeutet, die nachweislich Infizierten, müssen sich häuslich absondern; dürfen also keinen Kontakt zu den anderen Arbeitern haben. Der Rest muss weiter auf das Feld, um den Spargel aus der Erde zu holen. Damit werden also Arbeiter gefährdet, sich mit dem Virus zu infizieren. Ein konsequenter Schutz vor der Pandemie sieht anders aus.

Corona-Ausbruch auf Spargelhof: Saisonarbeiter gehen trotz Quarantäne im Supermarkt einkaufen

Doch das ist nicht alles, was derzeit in Kirchdorf schiefläuft. Ein Supermarkt vor Ort beklagte nach Polizeiangaben am Montag, dass einige der Arbeiter trotz Quarantäne weiter zum Einkaufen kämen. Die Polizei führte das teils auf mangelnde Sprachkenntnisse der Betroffenen, teils auf ein bewusstes Ignorieren der Regeln zurück. Am Dienstag habe es aber keine Verstöße mehr gegeben, sagte ein Sprecher.

Für die Schulen im Landkreis könnte die Entwicklung nach Reins Angaben ein Hin und Her bedeuten. Die Schulen müssen ab Mittwoch schließen. Das Land Niedersachsen will aber die Grenze zwischen Wechselunterricht und Fernunterricht an eine Inzidenz von 165 knüpfen, wie es auch das Bundesgesetz vorsieht. Wenn dies in Kraft tritt, könnten die Schulen im Kreis Diepholz bereits am Montag wieder zum Wechselunterricht übergehen. Dabei wird im Wechsel eine Hälfte der Klasse in der Schule, die andere zuhause online unterrichtet. (dpa/jon)

Corona-Ausbruch auf Spargelhof in Diepholz – greift nun die Notbremse?

Erstmeldung vom Montag, 3. Mai 2021, 8:41 Uhr: Kirchdorf (Niedersachsen) – Auf einem Spargel- und Beerenhof im niedersächsischen Kirchdorf (Landkreis Diepholz) sind 87 Personen mit dem Coronavirus infiziert. Insgesamt untersuchten die Behörden nach Angaben 1011 Personen bei einer Reihentestung.

Die 87 infizierten Mitarbeiter des Hofes sind bereits isoliert und in Quarantäne. Für die restlichen 935 negativ getesteten Personen gibt es spezielle Anordnungen. Sie müssen sich „häuslich absondern“, dürfen aber weiterhin Spargel stechen, so der Landkreis in einer Pressemitteilung.

Gegenwärtig sind 452 Personen im Landkreis Diepholz positiv auf das neuartige Coronavirus getestet. Insgesamt verzeichnet der Landkreis mit 88 Neuinfektionen 6.309 bestätigte COVID-19-Fälle. Weitere Testungen auf dem Spargelhof nimmt der Landkreis am Montag vor*, berichtet kreiszeitung.de.

Corona im Landkreis Diepholz: Greift die Bundes-Notbremse am Mittwoch?

Aktuell befinden sich 1.861 Personen im Landkreis Diepholz in Quarantäne. Dazu zählen sowohl alle bestätigten Fälle als auch die ermittelten Kontaktpersonen mit erhöhtem Infektionsrisiko und Reiserückkehrer aus Risikogebieten, deren Testergebnis noch aussteht. 5.763 Personen, bei denen das Coronavirus nachgewiesen wurde, sind aus der Quarantäne raus.

Am Samstag überschritt der Landkreis Diepholz mit einem Wert von 116,1 den Schwellenwert von 100 in der 7-Tage-Inzidenz des Robert-Koch-Instituts (RKI). Wird dieser Grenzwert auch am Sonntag und Montag überschritten, greift ab Mittwoch die Bundes-Notbremse. * nordbuzz.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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