Ärger in Braunschweig

Blitzerfoto-Skandal! Stadt sorgt mit einem Detail für einen Rassismus-Skandal

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Mit dem Vermerk auf einem Blitzerfoto sorgte die Stadt Braunschweig in Niedersachsen für einen Rassismus-Eklat.

Die Stadt Braunschweig bekam bei Twitter viel Ärger. Ein Detail auf einem Blitzerfoto macht die User fassungslos. Es kam zum Rassismus-Schock in Niedersachsen.

  • Ein Blitzerfoto sorgte bei Twitter für großen Wirbel
  • Der Stadt Braunschweig wurde wegen eines unglücklichen Schreibens Rassismus vorgeworfen
  • Die Verantwortlichen der Stadt aus Niedersachsen nahmen Stellung zu dem Vorfall

Braunschweig - Wir leben in einer sensiblen Zeit, in der Äußerungen zu der Herkunft von Menschen - ob bewusst oder unbewusst - sehr schnell für großen Unmut in der Bevölkerung sorgen können. Ganz schnell wird daraus sogar eine Rassismus-Diskussion, die plötzlich ganz Deutschland bewegt. Einer solchen entkam die Stadt Braunschweig wohl nur hauchdünn. Weil sie schnell - und einsichtig - den Fehler bereinigt und zugegeben hatte. Doch von vorne. Über den Vorfall in Niedersachsen berichtet nordbuzz.de*.

Braunschweig: Mit Blitzerfoto sorgt die Stadt in Niedersachsen für Rassismus-Skandal

Alles begann mit einem Blitzerfoto und einem Beitrag bei Twitter. Ein Nutzer äußerte in diesem seinen Unmut darüber, dass die Stadt Braunschweig zu dem Blitzerfoto seines besten Freundes, das er in seinem Tweet einhängte, einen sehr unglücklichen Kommentar im Vermerk hinterließ.

Der Akteneintrag zu dem Bild lautete im Wortlaut: „Fahrer hat kein deutschstämmiges Aussehen“. Das war ziemlich daneben, zumindest wenn es nach der Twitter-Gemeinde geht. Die Stadt Braunschweig bekam die Wut der User auch ad hoc zu spüren. Denn: Die Twitter-Nutzer liefen nun Sturm.

Weil ein bekannter Neonazi in einem McFit-Studio in Braunschweig trainiert, steht die beliebte Fitness-Kette unter Druck.

Braunschweig: Twitter-User regen sich über Vermerk auf Blitzerfoto der Stadt auf

In einer regen Debatte mehrerer Nutzer wurde unter anderem die Frage diskutiert, ob der Vermerk der Stadt Braunschweig rassistisch sei. "Wtf? In einem Verfahren wegen Geschwindigkeitsüberschreitung wird ein sieben Jahre altes Foto (woher) herausgekramt und anhand dessen die Deutschstämmigkeit beurteilt? Wird das immer so gemacht?", fragt ein User. "Sorry, dass wir rassistisch sind. Wir üben noch", schreibt eine sarkastische Nutzerin. Ein weitere Twitter-User fragt sich, "wie ein deutschstämmiger auszusehen hat, so nach allgemeingültiger Form der Behörden?"

Eine Verfolgungsjagd auf der A39 bei Braunschweig endete in einem Horror-Unfall, nachdem ein BMW-Fahrer vor der Polizei geflüchtet war.

Braunschweig: Stadt entschuldigt sich nach Rassismus-Anschuldigen bei Twitter wegen Blitzerfoto

Die Stadt Braunschweig ließ mit einer Antwort nicht lange auf sich warten, wurde nach eigenen Angaben über den eigenen Twitter-Account auf den Vorgang aufmerksam gemacht. Das sagte ein Sprecher im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Nach interner Recherche habe es demnach umgehend und unaufgefordert einen erläuternden Tweet gegeben. "Wir entschuldigen uns ausdrücklich für die Formulierung", teilte die Stadt Braunschweig via Twitter mit, um den Rassismus-Diskussionen den Wind aus den Segeln zu nehmen.

In mehreren Einträgen wird die Stadt in Niedersachsen für ihr schnelles Handeln und das Einräumen eines Fehlers gelobt. „Eins vorweg: Hier ist ein Fehler passiert, für den wir uns entschuldigen“, steht im Tweet der Stadt geschrieben. Beigefügt wurde ein Schreiben, in dem die Stadt Braunschweig ihre „völlig unangemessen und in keiner Weise sachdienliche Formulierung“ bedauert. Zu einem Rassismus-Eklat kam es auch in Hamburg bei einer Durchsage am Bahnhof Altona nach dem Kind-Mord in Frankfurt.

Braunschweig: Entschuldigung bei Twitter im Wortlaut

In dem Entschuldigungs-Tweet erläuterte die Stadt Braunschweig das standardisierte Vorgehen der Verwaltung in Niedersachsen. Im Wortlaut steht darin geschrieben:

„Zur Erläuterung des Vorgangs (warum steht da überhaupt etwas zum Aussehen): Wenn nicht einwandfrei geklärt werden kann, wer der Mensch auf einem „Blitzerfoto“ ist, wer also tatsächlich gefahren ist und ein Bußgeld zahlen muss, ermittelt die Verwaltung die Fahrerin bzw. den Fahrer. Dafür vergleicht sie z.B. das aufgenommene Blitzerbild mit dem Foto des Fahrzeughalters aus dem Melderegister. Das Ergebnis dieser Ermittlungen wird dann in einem Vermerk festgehalten, der auch eine kurze schriftliche Begründung enthält. Auch in diesem Fall ist so verfahren worden, und die beiden Fotos stimmten überein. Allerdings ist die Begründung in dem Vermerk natürlich völlig unangemessen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung werden noch einmal für dieses Thema sensibilisiert. Wir entschuldigen uns ausdrücklich für diese Formulierung." Derweil sucht die Polizei nach einer Attacke auf einen Mann an einer Bushaltestelle in Braunschweig eine mutmaßliche Zeugin mit Foto. Derweil entwirft in der Nähe von Braunschweig ein Tattoo-Mann sein Meisterwerk - doch daran wird er sterben.

Braunschweig: Blitzerfoto-Verfahren gegen Simon sorgt für Rassismus-Debatte bei Twitter

Bei dem Twitter-Post war zu erkennen, dass es sich in Niedersachsen um ein Verfahren gegen einen gewissen Simon handelt. Der Nachname auf dem Bild wurde geschwärzt. Darunter war ein Foto des Betroffenen von 2012 zu sehen, auch seine Augenpartie wurde für den Post bei Twitter geschwärzt. Der User betonte, dann sein Freund in Deutschland geboren und aufgewachsen sei. Auch habe er eine deutsche Mutter.

Nur einen Tag nach dem Wirbel auslösenden Tweet folgte die Entschuldigung der Stadt Braunschweig. Löblich. Doch dazu hätte es erst gar nicht kommen müssen. Gut hingegen: Die entsprechende Abteilung wurde laut der Stellungnahme der Stadt erneut für das Thema sensibilisiert.

Derweil gerieten die Kunden eines Penny-Marktes in Helmstedt bei Braunschweig in Panik, nachdem ein Mann in den Discounter marschiert war und komplett ausrastete. Und Komiker Luke Mockridge sorgte in Braunschweig mit einem unangebrachten Witz für Wirbel bei einem Live-Auftritt.

heu/dpa

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