Mehrere Kontrollen

Autotuner im Visier: Polizei Niedersachsen bremst PS-Rüpel aus

Die Autotuner-Szene in Niedersachsen geriet am Wochenende ins Fadenkreuz der Polizei. Es hagelte einige Anzeigen und Beschlagnahmungen.

Oldenburg/Wilhelmshaven – Polizisten in Wilhelmshaven und Oldenburg (Niedersachsen) sind am Wochenende, 26. bis 28. März 2021, gleich mehrere Schläge gegen die Autotuning-Szene gelungen. Während in Oldenburg lediglich Platzverweise ausgesprochen wurden, erteilte die Polizei in Wilhelmshaven gleich mehrere Fahrverbote. Die Beamten beschlagnahmten auch ein Fahrzeug.

Landesbehörde:Polizei Niedersachsen
Aufsichtsbehörde:Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport
Gründung: 1. April 1951
Bedienstete:24.000
Behördenleitung:Landespolizeipräsident Axel Brockmann

Polizei Wilhelmshaven: zwölf Fahrverbote, zwei Tuning-Verstöße und eine Beschlagnahmung

Von Freitagabend, 26. März 2021, bis Samstagfrüh, 27. März 2021, erwischte die Polizei in Wilhelmshaven im Gewerbegebiet an der Güterstraße auf einem Parkplatz gleich einen ganzen Szene-Treff der Autotuner. Vor Ort hatte sich in der Vergangenheit ein Treffpunkt für junge Leute, Poser und Tuner entwickelt, berichtet die Polizei. Wie die Beamten mitteilen, hatten sich im Vorfeld der Kontrolle mehrere Bürger beschwert. Postings in sozialen Netzwerken und eigene Erkenntnisse der Polizei Wilhelmshaven hatten zu den Kontrollen geführt.

In der Nacht von Freitag auf Samstag beobachtete die Polizei zwar keine illegalen Straßenrennen, trotzdem werden nach diesem Wochenende bis zu zwölf Führerscheine eingezogen. „Es wurden zwölf Geschwindigkeitsverstöße im Fahrverbotsbereich gemessen, das heißt innerorts eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit um mehr als 30 km/h und außerorts um 40 km/h“, heißt es. Erst am vergangenen Mittwoch, war ein Autoposer (27) mit seinem 500-PS-Boliden vor der Polizei geflüchtet, berichtet rosenheim24.de*.

Raser in Wilhelmshaven: 118 Stundenkilometer statt erlaubten 70 km/h – einen Monat zu Fuß

So ist ein Fahrer auf der Güterstraße mit 84 statt der erlaubten 50 Stundenkilometer gemessen worden, auf der Peterstraße waren es 86 Kilometer pro Stunde. Den heftigsten Verstoß meldeten die Beamten von der Bundesstraße 210. Dort wurde ein Fahrer mit 118 km/h bei erlaubten 70 km/h erwischt. Zwei betroffene Fahrer hatten ihre Führerscheine noch auf Probe. Neben einem kräftigen Bußgeld und mindestens einem Monat Fahrverbot, wie bei allen anderen Betroffenen auch, wird auf sie eine Nachschulung zukommen.

Ein Fahrzeug wurde in der Nacht von Freitag auf Samstag von der Polizei in Wilhelmshaven beschlagnahmt.

Des Weiteren sind augenscheinlich getunte Fahrzeuge aus dem Verkehr und auf dem zum Szenetreff gewordenen Parkplatz von kundigen Beamten kontrolliert worden. Dabei wurden zwei Verstöße festgestellt, die das Erlöschen der Betriebserlaubnis nach sich ziehen. „Einer dieser Verstöße war so gravierend, dass das Fahrzeug sichergestellt, abgeschleppt und nun in den nächsten Tagen einem Gutachten unterzogen wird“, berichtet Polizei. Es wird vermutet, dass an diesem Fahrzeug eine illegale Auspuffanlage installiert worden ist.

Polizei Oldenburg löst Treffen der Autotuning-Szene auf – Beamte erteilen Platzverweise

Nachdem am Freitagabend gegen 21:30 Uhr bei der Polizei in Oldenburg sich gleich mehrere Anrufer über Lärm und Autotuner beschwerten, rückten auch die Oldenburger Beamten aus. Im Bereich Marschweg, Stau und Posthalterweg sollten sich bis zu 40 teils hochmotorisierte Fahrzeuge samt Halter aufhalten. Insgesamt kontrollierten die eingesetzten Beamten 21 Fahrzeuge. Den Fahrzeugführern aus den Städten Oldenburg, Bremen und den Landkreisen Oldenburg, Cloppenburg, Emsland, Wesermarsch, Leer, Friesland und dem Ammerland sind jeweils Platzverweise ausgesprochen worden.

Die Polizei in Oldenburg und Wilhelmshaven haben am Wochenende gleich mehrere Fahrzeuge überprüft. (Symbolbild)

Am Samstagabend, ebenfalls gegen 21:30 Uhr, sind der Polizei 20 Fahrzeuge auf dem Parkplatz Posthalterweg gemeldet worden. Auch dort trafen die Beamten diverse Fahrzeuge an und sprachen einen Platzverweis aus. Um 0:40 Uhr wurde von der Polizei aus Wardenburg mitgeteilt, dass sich etwa 30 bis 40 Fahrzeuge auf dem dortigen Netto-Parkplatz befinden würden. Diese Fahrzeuge machten sich anschließend auf den Weg zum „Utkiek“, wo sie in eine Kontrolle der Polizei rauschten.

Autotuner-Treffen in Oldenburg: Zwei Autohalter kassieren Anzeigen

Die Fahrzeugführer, die zum überwiegenden Teil aus dem Landkreis Oldenburg kamen, erhielten Platzverweise für das Stadtgebiet Oldenburg. Um 3:20 Uhr stellte die Polizei dann 23 Fahrzeuge bei „MediaMarkt“ am Posthalterweg fest. Hier handelte es sich hauptsächlich um Fahrzeugführer aus Oldenburg und dem Landkreis Ammerland.

Auch hier führten die Ordnungshüter Kontrollen durch und sprachen Platzverweise aus. Zwei Fahrzeugführer erhielten Anzeigen, da sie dem vorherigen Platzverweis nicht nachgekommen waren. Insgesamt wurden 66 Fahrzeuge in dieser Nacht kontrolliert. Auch in Nordrhein-Westfalen gehen der Polizei regelmäßig illegale Tuner ins Netz, berichtet 24rhein.de*. * nordbuzz.de, 24rhein.de und rosenheim24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Caroline Seidel/dpa

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