Vier-Stufen-Plan

Trotz Corona-Lockdown: Oldenburg öffnet Innenstadt – Modell-Versuch

Während in ganz Deutschland die Corona-Notbremse heftig angezogen ist, macht die Stadt Oldenburg die Geschäfte auf. Was passiert, wenn das Modell-Projekt klappt?

Oldenburg – Die jüngsten Corona-Beschlüsse haben bundesweit nicht gerade für Zuversicht gesorgt. Auf die erneut ansteigenden Inzidenzzahlen antwortet Niedersachsen mit zusätzlichen Tests und Ausgangssperren. Lockdown statt Lockerungen – Niedersachsen macht es damit Bremen gleich und zieht die Corona-Notbremse. Die Zahlen vom Freitag, 26. März 2021, belegen die Notwendigkeit: Die Sieben-Tages-Inzidenz von Niedersachsen erreicht an diesem Tag den Wert 111,2. Einige Regionen haben sogar schon die 200er-Marke überschritten.

Stadt:Oldenburg
Bundesland:Niedersachsen
Fläche:102,99 Quadratkilometer
Einwohner:169.077 (Stand: Dezember 2019)
Oberbürgermeister:Jürgen Krogmann (SPD)

Als Konsequenz auf die Überschreitung der 100er-Inzidenzmarke müssen betroffene Regionen sich nun auf weniger soziale Kontakte und die Schließung des Einzelhandels einstellen. Auch in Oldenburg sind die Zahlen alarmierend und dem Landkreis Oldenburg droht jetzt sogar Ausgangssperren*. Doch die kreisfreie Stadt im Herzen Niedersachsens macht Hoffnung auf eine schnelle Wiederöffnung. Von einem Corona-Sicherheitskonzept verspricht sich Oberbürgermeister Jürgen Krogmann (SPD) eine bessere Perspektive für den Einzelhandel. Auch die Gastronomie und Kultur soll profitieren.

Oldenburg (Niedersachsen): Shopping bei Vorlage eines negativen Corona-Schnelltests

Oberbürgermeister Jürgen Krogmann ist von Oldenburgs Idee überzeugt: „Wir haben ein Angebot gemacht, das man eigentlich nicht ablehnen kann“. Ein Sicherheitskonzept, bestehend aus einem Vier-Stufen-Plan, soll Oldenburgs Innenstadt in Corona-Zeiten wiederbeleben – und dabei Vorbild für ganz Deutschland sein. Das Fundament des Konzeptes beruht auf dem Nachweis eines negativen Corona-Schnelltests.

In Oldenburgs Innenstadt ist nicht nur das Tragen einer medizinischen Maske Pflicht. Will man in der Innenstadt shoppen, benötigt man einen sogenannten City-Pass, der dieses Unterfangen während der Corona-Pandemie ermöglicht. Voraussetzung zum Shopping ist der Nachweise eines negativen Tests, der noch am selben Tag absolviert wurde.

Auch vor Ort können Schnelltests durchgeführt werden. Um unnötige Schlangen zu vermeiden, hat sich die Stadt auf einen Preis von zehn Euro verständigt. Sollte das Konzept tatsächlich in die Tat umgesetzt werden, empfehlt der Oberbürgermeister Tests vor dem Innenstadt-Besuch zu machen. nordbuzz.de hat kürzlich zusammengefasst, wo es in Bremen kostenlose Schnelltests für alle gibt.

Corona: Bringt Oldenburgs Sicherheitskonzept bald wieder Leben in die Innenstädte?

Verteilt wird der City-Pass an vier Anlaufstellen. Am Schlossplatz, Julius-Mosen-Platz, Waffenplatz und an Oldenburgs Wahrzeichen Lappan könne man die Eintrittskarte zum Einkaufen erhalten. Doch damit es nicht zu Corona-Tourismus kommt, würden die Pässe nur die Bürger von Oldenburg sowie der direkt angrenzenden Gemeinden bekommen. Sollten dennoch Corona-Infektionen die Runde machen, werden die Besucher der Innenstadt mithilfe einer Corona-Warnapp sofort darauf hingewiesen. Erst kürzlich stellte kreiszeitung.de vor, wie die „Luca“-App des Oldenburger Gesundheitsamtes* genau funktioniert.

Corona in Oldenburg: Vier-Stufen-Plan ermögliche Einzelhandel – auch Gastro und Kultur würden profitieren

Realisiert werde das hoffnungsvolle Vorhaben der Stadt Oldenburg in vier Stufen, heißt es. Zunächst würde der Einzelhandel in der Fußgängerzone seine Türen öffnen – die erste Stufe eins. Während in Bremen Restaurants gegen Corona-Beschluss klagen, würde der Vier-Stufen-Plan im zweiten Schritt auch der Außengastronomie zugutekommen. Auch Personen aus angrenzenden Landkreisen könnten nun einen City-Pass erhalten. In der dritten Stufe würden kulturelle Angebote die Türen öffnen, während der vierte Schritt das Konzept auf weitere Standorte Oldenburgs verlege.

Ob Oldenburg damit die Chance kriegt, seinen Anteil zur Rettung des Einzelhandels beizutragen, steht noch in den Sternen. Bislang habe er, so Krogmann jedenfalls „noch keine Signale erhalten, dass das vor Ostern geklärt ist“. Genauso bleibt zunächst die Frage offen, ob Oldenburgs Sicherheitskonzept auch auf größere Städte anwendbar sei. *nordbuzz.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ulrich Perrey/dpa

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