Geht das zu weit?

Netflix-Serie „Emily in Paris“ sorgt für Shitstorm in Frankreich - wegen zu vieler Klischees

Eine Szene der Serie „Emily in Paris“.
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In „Emily in Paris“ trägt Lily Collins eine Baskenmütze, die als typisch französisch gilt.

Die Netflix-Serie „Emily in Paris“ bedient sich vieler Frankreich-Klischees. Das kommt nicht bei allen Zuschauern gut an - andere hingegen finden es okay.

Schon nach Veröffentlichung des Trailers zu „Emily in Paris“* war abzusehen, dass die neue, im Oktober 2020 erschienene Netflix-Serie zahlreiche Frankreich-Klischees bedient. Eine Vermutung, die sich bestätigt hat: In Rezensionen und auch auf Portalen wie Twitter kommen unzählige Zuschauer nicht umhin, eine Überladenheit an Stereotypen zu erwähnen.

Wer sich gelegentlich Diskussionen zu Filme und Serien durchliest, weiß genau, dass Produktionen mit vielen Klischees häufig von Kritikern vernichtet werden. In Bezug auf „Emily in Paris“ sind die Meinungen zu den Stereotypen allerdings sehr gespalten.

„Emily in Paris“ auf Netflix: Zu viele Klischees? Nicht jeder findet es schlimm

Kaum jemand zweifelt an, dass die Macher der neuen Netflix-Serie „Emily in Paris“ an Frankreich-Klischees gespart haben. Die Diskussion dreht sich eher darum, wie diese Menge an Stereotypen zu bewerten ist. In einer Zeit, in der Filme und Serien oft verurteilt werden, weil sie Kulturen und Ethnien in ein schlechtes, stereotypes Licht rücken, ist diese Art der Diskussion eher ungewöhnlich - schließlich ist man sich meist einig, dass Filmemacher generell auf Klischees verzichten sollten.

In Bezug auf „Emily in Paris“ finden einige Zuschauer die Menge an Klischees aber okay. Auf Twitter beispielsweise erklären Nutzer, dass ihnen die Handlung mit den vielen witzigen Szenen schlichtweg Freude bereitet haben. In diesem Sinne könne man über die Frankreich-Klischees hinwegsehen. Gleichzeitig sei die 1. Staffel erfrischend und lenke von der anstrengenden Corona-Situation ab. Ein Nutzer schreibt beispielsweise: „‘Emily in Paris‘ steckt voller Klischees, aber ich liebe es und es ist wie ein Antidepressivum während der Quarantäne.“

Weitere User teilen diese Ansicht: „Voller Klischees. Karikierend. Franzosen würden es hassen. Trotzdem ist es herrlich, sich ‚Emily in Paris‘ anzusehen. Eine bezaubernde Emily, ein heißer Chef, eine entzückende Stadt namens Paris. Während dieser angespannten Zeiten ist ‚Emily in Paris‘ der beste Netflix-Inhalt zum Abbauen von Stress.“

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„Emily in Paris“ sorgt für Shitstorm in Frankreich

Kritiker aus Frankreich zeigen sich hingegen weniger begeistert von „Emily in Paris“. The Irish Times hat einige Zitate französischer Zuschauer gesammelt, die vermehrt darauf hinweisen, dass die Serie ein unrealistisches Bild der Kultur und den Menschen im Land zeichnet: „Inmitten all der Baskenmützen, Cocktail-Kleider und vollkommen sauberen Straßen werden es Pariser schwer haben, ihr tägliches Leben wiederzuerkennen“, schreibt beispielsweise das französische RTL radio. Charles Martin, Autor des Magazins Première, ist sogar noch direkter: „Wenn man sich ‚Emily in Paris‘ anschaut, gibt es viele Gründe, sich beleidigt zu fühlen. Als die Macher sich dazu entschieden haben, uns zu karikieren, haben sie sich nicht zurückgehalten.“

Trotzdem sehen es nicht alle Franzosen so eng und sind teilweise sogar enttäuscht, dass es zu einem Shitstorm kam. So schreibt eine französische Twitter-Nutzerin: „Wegen ‘Emily in Paris‘ begann in Frankreich ein Shitstorm. ‚Peinlich‘, ‚erbärmlich‘, ‚voller Klischees‘, ‚albern‘ - das sind noch die netteren Dinge, die die französischen Medien hierzulande schreiben. Ich hoffe, die großartige (Hauptdarstellerin) Lily Collins nimmt sich das, was man hier sagt, nicht so zu Herzen. Sie ist so großartig und talentiert.“ (soa) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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