Urlaub in den Bergen

"Die Grenzen sind offen" - ist sicherer Urlaub in Südtirol wieder möglich?

Mit einer groß angelegten Aktion will Südtirol Sicherheit beweisen. Doch wie ist die Situation in dem von Corona schwer getroffenen Gebiet wirklich?

  • Südtirol will nach der Coronavirus*-Pandemie einen Neustart wagen.
  • Mit einer besonderen Aktion will das Land Sicherheit demonstrieren.
  • Das müssen Sie wissen, wenn Sie jetzt nach Südtirol reisen wollen.

Im März wurde die beliebte Urlaubsregion und norditalienische Provinz Südtirol vom Robert Koch-Institut als Corona-Risikogebiet* eingestuft. Eine Entscheidung, die die Region so schnell noch nicht vergessen wird, denn der Tourismus, ein wichtiges wirtschaftliches Standbein, war damit erst einmal abgesägt. Mittlerweile ist das Coronavirus in Italien weitestgehend unter Kontrolle und auch die Südtiroler wollen so schnell wie möglich wieder zum Alltag zurückkehren. Mit einer groß angelegten Kampagne buhlt die Alpenregion um Urlauber.

"Die Grenzen sind offen": Aktuelle Informationen, wenn Sie in Südtirol Urlaub machen wollen

"Die Grenzen sind offen", steht auf der offiziellen Webseite von Südtirol. Doch bis zu einem Alltag wie vor der Coronavirus-Pandemie ist es noch ein weiter Weg. Das sind die aktuellen Hinweise, wenn Sie jetzt in die Region fahren wollen.

Anreise:

Genau gesagt ist für alle Reisenden im Schengen-Raum, also auch aus Deutschland, die Einreise nach Südtirol in Italien* möglich. Seit dem 16. Juni verkehren wieder Züge zwischen Österreich und Südtirol. In Autos muss ein Mund-Nase-Schutz getragen werden, wenn der Mindestabstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann und nicht alle Personen aus demselben Haushalt stammen.

"Benvenuti in Italia" ist an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien auf einer Monitorwand zu lesen. In Italien herrscht nach rund drei Monaten mit Corona-Beschränkungen wieder weitgehende Reisefreiheit. Das Land öffnete die Grenzen auch für Urlauber aus den anderen 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie Großbritannien, Norwegen und der Schweiz.

Hotels und Unterkünfte:

Schon sehr früh machte die Regierung von Südtirol den Hotels wieder einen Betrieb unter strengen Hygiene-Regeln möglich. Ähnlich wie in Deutschland muss zwischen fremden Personen ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten werden. Tische müssen nach jedem Gast gereinigt werden. Wellnessbereiche und Schwimmbäder in Hotels und von öffentlichen Betrieben haben geöffnet.

In der Öffentlichkeit:

  • In allen Bereichen gilt ein Mindestabstand zwischen allen Personen, die nicht aus demselben Haushalt stammen. Kann dieser Abstand nicht eingehalten werden, müssen alle betroffenen Personen einen Mund-Nase-Schutz tragen.
  • Unterkünfte, Geschäfte, Bars und Restaurants sowie Seilbahnen, die alle Sicherheitsmaßnahmen einhalten können, sind geöffnet.
  • Auch Messen und Ausstellungen dürfen stattfinden. Für Veranstaltungen gilt die Regel, dass pro 10 Quadratmetern maximal eine Person eintreten darf.
  • In Geschäften in geschlossenen Räumen ist das Tragen eines Mundschutzes Pflicht. In Lebensmittelläden müssen außerdem Handschuhe getragen werden. Alle Kunden müssen sich beim Betreten und beim Verlassen des Ladens die Hände desinfizieren.

Freizeit:

Südtirol erlaubt fast alle Freizeitaktivitäten, sofern Sie die nötigen Sicherheitsmaßnahmen einhalten können. Von Wandern, Radfahren und Laufen über den Besuch von Museen oder Schwimmbädern bis hin zu Veranstaltungen in freien und in geschlossenen Räumen ist alles erlaubt.

Alle Sicherheitsmaßnahmen im Detail für alle Bereiche des Lebens finden Sie auf der Info-Webseite des Landes Südtirol.

Lesen Sie auch: Bayern-Urlaub: Sperrstunden und Besuchergrenzen - diese Einschränkungen erwarten Sie auf der Reise

Aktuelle Coronavirus-Zahlen für Südtirol (am 22. Juni 2020)

insgesamt seit dem 15. März

im Vergleich zum Vortag

Getestete

38.636

+117

davon positiv

2.633

+11

Geheilte

2.252

-3

Verstorbene

292

0

Quelle: Südtiroler Sanitätsbetrieb

Südtirol startet weitere Sicherheitsmaßnahme: Über 22.000 Arbeitende im Tourismus werden getestet

Antikörper-Sars-CoV-2-Schnelltests in Südtirols Gastbetrieben sollen die Sicherheit erhöhen. In den kommenden Wochen werden laut IDM Südtirol 22.000 Mitarbeiter getestet. Das Vorhaben wurde heute in Bozen vorgestellt. Der Ort Dorf Tirol gehört mit Schenna und Meran zur Pilotregion, in der die Coronavirus-Testreihe beginnt. Insgesamt sind in ganz Südtirol 22.000 Tests für die Mitarbeitenden und Betriebsleiter vorgesehen. Die Tests werden vom Land mitfinanziert. Zusätzlich können die Betriebe auf eigene Kosten Urlaubsgäste testen.

"Sicherheit ist das Gebot der Stunde für das ganze Land, natürlich auch für den Tourismus. Dieser trägt hier eine große Verantwortung, die er auch mit entsprechenden Maßnahmen wahrnimmt", erklärte IDM-Präsident Pichler. Das Testsystem habe auch Signalwirkung innerhalb der Märkte. Südtirols Gäste würden sich, wie Umfragen zeigen, eine sichere Urlaubsdestination wünschen. "Dank der Testoffensive kann sich Südtirol als solche präsentieren", sagte Pichler.

Das Testsystem umfasst die Betriebsinhaber und alle Mitarbeitenden der Beherbergungs-, Schank- und Speisebetriebe; auf freiwilliger Basis der Betreiber zudem auch die Hotelgäste. Das Ziel ist es, Infektionen auf ein Mindestmaß zu reduzieren oder im Idealfall zu vermeiden. Das System sieht nicht nur Tests vor, sondern auch eine klare Vorgehensweise (Protokolle), was im Falle eines positiven Tests zu tun ist.

Weiterlesen: Von den Alpen nach Sylt im Nachtexpress: Neue Zugverbindung soll Urlauber locken

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