Maßnahmen

Kreuzfahrt-Urlaub in Gefahr? Neue Corona-Regeln sorgen für zahlreiche Absagen

Ein Aida-Schiff bei Tallinn in Estland.
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Aida unterbricht seine Kreuzfahrt-Saison aufs Neue.

Die Regierung hat die Corona-Regeln erneut verlängert und sogar verschärft. Aida reagiert darauf mit einer Unterbrechung der Saison. In den USA sieht es nicht besser aus.

Aida unterbricht Kreuzfahrt-Saison aufgrund Verlängerung des Corona-Lockdowns

Update vom 12. Januar 2021: Wegen der Verlängerung des Lockdowns und der Verschärfung der Maßnahmen gegen das Coronavirus unterbricht die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises die Kreuzfahrtsaison länger als geplant. Man hoffe, diese „nach einer deutlichen Entspannung des Infektionsgeschehens in Deutschland“ ab 6. März fortsetzen zu können, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Ursprünglich sollten Schiffe schon Mitte Januar wieder rund um die Kanarischen Inseln kreuzen.

Das sei wegen der neuen deutschen Corona-Bestimmungen nicht möglich, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Auch andere Regionen könnten wegen der dortigen Situation derzeit nicht angefahren werden. Im März sollen dann Fahrten um die Kanaren, in Nordeuropa und im Mittelmeer den Auftakt machen. Gäste, deren Reisen nicht wie ursprünglich geplant durchgeführt werden können, würden umgehend informiert, heißt es in der Mitteilung. Aida biete Umbuchungen an.

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben wieder per Telefon und E-Mail erreichbar. Es hatte zuletzt wegen erheblicher IT-Probleme sogar Kreuzfahrten absagen müssen. In Medien war über einen möglichen Hackerangriff spekuliert worden. Die Rostocker Staatsanwaltschaft hatte die Ermittlungen übernommen. Aida wollte sich zu den Hintergründen nicht äußern.

Mit der unterbrochenen Reise-Saison steht das Unternehmen aber nicht alleine da, wie das Branchenportal Schiffe und Kreuzfahrten berichtet: Auch die Norwegian Cruise Line hat alle Fahrten bis zum 21. März 2021 abgesagt, nachdem die USA die „Conditional Sailing Order“ verkündet hat. Eigentlich soll diese nach einem monatelangen Kreuzfahrt-Verbot die Fahrt mit dem Urlaubsdampfer wieder erlauben, allerdings sind die Bedingungen und Auflagen äußerst streng. So dürfen zum Beispiel nur die Kreuzfahrt-Unternehmen fahren, die über Labore an Bord verfügen. Angesichts dieser Maßnahmen sagten die meisten Reedereien ihre Fahrten lieber wieder ab.

Regierung verkündet Lockdown ab November: Was passiert mit gebuchten Kreuzfahrt-Reisen?

Update vom 29. Oktober 2020: Die Bundesregierung hat am 28. Oktober einen „Lockdown 2.0“ beschlossen. Ab 2. November sind für die Dauer von vier Wochen alle touristischen Übernachtungsangebote verboten. Zudem fordern Bund und Länder die Bürger dazu auf, von privaten Reisen abzusehen. Betrifft dies auch die gebuchte Kreuzfahrt?

Zwei große Reedereien – TUI Cruises und Aida – haben schnell auf den angekündigten Lockdown reagiert – allerdings völlig unterschiedlich. Aida kündigte an, die Kreuzfahrt-Saison im November aufgrund der aktuellen Entwicklungen zu unterbrechen. Alle Kreuzfahrten, die zwischen dem 31. Oktober und 30. November 2020 geplant waren, werden daher nicht stattfinden.

TUI hingegen erklärt in einer Mitteilung, dass Reisen mit der „Mein Schiff“-Flotte von dem Lockdown nicht betroffen seien, da der Aufenthalt an Bord nicht als Inlandstourismus gelte. Daher werde die Reise-Saison nicht unterbrochen. Die An- und Abreise in den jeweiligen Abfahrthafen seien als „Transit“ weiterhin gestattet. Trotzdem bietet die Reederei den Kunden eine gebührenfreie Umbuchung auf einen anderen Reisetermin an.

Kreuzfahrt-Urlaub trotz Corona: So geht TUI mit Reisenden aus innerdeutschen Risikogebieten um

Originalmeldung vom 19. Oktober 2020: Seitdem die Corona-Fallzahlen in zahlreichen deutschen Regionen* über den Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gestiegen sind, herrscht wieder Chaos in der Reise-Industrie. Zunächst sollte es ein bundesweites Beherbergungsverbot in Gaststätten und Hotels für Reisende aus den betroffenen Gebieten geben – nun haben einige Bundesländer diese Regelungen aber wieder gekippt. Aber wie sieht es bei Kreuzfahrt-Reisen aus? Müssen hier Reisende aus Risikogebieten auch um ihren Urlaub bangen?

Kreuzfahrt-Urlaub: Wie müssen sich Reisende aus Risikogebieten verhalten?

Zumindest der Reiseveranstalter TUI Cruises hat in dieser Hinsicht seinen Standpunkt klargemacht: Bei Bekanntgabe der neuen Reisetermine für die Wintersaison 2020 erklärte die Reederei, dass sich Urlauber aus Risikogebieten keine Sorgen machen müssten. „Aufgrund der Vorgaben einzelner Bundesländer sehen sich die Hoteliers derzeit gezwungen, ihre Gäste abzuweisen. TUI Cruises bietet Herbstferien für Gäste aus allen Bundesländern“, heißt es in einer Pressemitteilung. „Denn für die Buchung einer Kreuzfahrt gelten keine Einschränkungen für Gäste aus nationalen Risikogebieten. Wer in einer Gegend wohnt, die aktuell zum Risikogebiet erklärt wurde oder auch kurzfristig noch dazu erklärt werden könnte, kann trotzdem seine Herbstferien an Bord verbringen.“

Inspiration für die nächste Kreuzfahrt

Auch wenn es für Sie diese Reise nicht mehr auf Kreuzfahrt-Reise gehen sollte, können Sie sich das Feeling mit einem Wandkalender (werblicher Link) ganz einfach nach Hause holen.

Zwar beziehen sich die Aussagen aktuell auf die Herbstferien, es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass die Reederei auch im Winter vorerst so verfahren wird. Voraussetzung für die Mitnahme auf dem Kreuzfahrtschiff trotz Anreise aus Risikogebiet ist ein Covid-Schnelltest, der bei der Ankunft direkt im Hafenterminal durchgeführt werden soll. Die Kosten für den Corona-Test sind im Reisepreis inbegriffen.

Auch interessant: TUI geht drastischen Schritt und setzt Urlauber in Griechenland aus.

Kreuzfahrt bei TUI: Reiseprogramm für Wintersaison 2020

TUI gab vor Kurzem die Reisetermine und Fahrgebiete für die Wintersaison 2020 bekannt. Darunter sind auch wieder Routen mit Landgängen geplant, doch auch die sogenannten „Blauen Reisen“ ohne Tagesausflüge an Land sind im Angebot. So sollen die unterschiedlichen Routen unter anderem nach Schweden und Finnland sowie zu den Kanarischen Inseln führen. (fk/dpa)*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Lesen Sie auch: Corona-Risikogebiete aktuell: Vor der Einreise in diese Länder warnt das Auswärtige Amt.

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