Adam Lambert

Zwischen Dancefloor und Schlafzimmer

Eine absolute Ausnahmestimme: Adam Lambert belegte 2009 den zweiten Platz von „American Idol“ und übernimmt seit acht Jahren die Gesangsparts von Freddie Mercury bei Live-Auftritten von Queen.
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Eine absolute Ausnahmestimme: Adam Lambert belegte 2009 den zweiten Platz von „American Idol“ und übernimmt seit acht Jahren die Gesangsparts von Freddie Mercury bei Live-Auftritten von Queen.

Seit inzwischen elf Jahren durchlebt Adam Lambert eine bilderbuchreife Karriere. Mit seinem vierten Album kehrt der Queen-Sänger nun zur Solo- und Tanzmusik zurück - und bleibt sich und seinem Stil weiterhin treu.

Mit schrillen Outfits und mächtig viel Make-up sorgt der Sänger Adam Lambert seit etwas über einem Jahrzehnt für Aufsehen. Und mit einer unverwechselbaren Stimme, mit der er scheinbar alle erdenklichen Höhen und Tiefen erreicht. 2009 belegte er in der amerikanischen Gesangsshow „American Idol“ den zweiten Platz, drei Alben in den US-amerikanischen Top-Ten folgten, und seit acht Jahren übernimmt er die Gesangsparts der Band Queen - er darf also jene Songs live singen, die einst Freddie Mercury sang. Nun meldet der 38-Jährige sich wieder mit neuer Solo-Musik zurück. Im September 2019 veröffentlichte er die EP „Velvet: Side A“, auf der er bereits sechs neue Stücke präsentierte. Nun erscheint mit „Velvet“ sein inzwischen viertes vollwertiges Studioalbum, das neben den „Side A“-Titeln sieben weitere neue Songs enthält.

Und darauf geht es durchaus fetzig zu. Elf Jahre nach der hochemotionalen Single „Whataya Want from Me“ (2009), mit der sich der gutaussehende Ausnahmesänger prompt in die oberen Chartregionen und in die Herzen zahlreicher Zuhörer katapultierte, präsentiert er sich - vor allem in seinen Musikvideos - schriller, bunter und auch selbstbewusster denn je.

Auf „Velvet“ dominieren groovige und tanzbare Popsongs mit Einflüssen von Funk, Disco und Rock. Zwischendurch tauchen auch mal ruhigere Töne auf, die aber nicht weniger Power haben („Closer To You“, „Feel Something“). Spannend sind vor allem die vielen Details und Effekte in seinen Songs: Hier ein Echo, dort ein Chor, von verschiedenen Instrumenten (Gitarre, Bass, Klavier) begleitet, und oft unterlegt eine Mischung aus elektronischen Klängen sein Gesangstalent. Wer genau hinhört, entdeckt immer wieder etwas Neues - so, wie man es auch von Lamberts drei vorherigen Alben kennt.

Mal nachdenklich, mal schrill

Die Vorabsingles „New Eyes“, „Comin In Hot“, „Superpower“ und „Roses“ boten bereits einen Einblick in die Vielfalt des mitreißenden Popalbums. Als Inspiration dienten ihm Künstler wie Prince, David Bowie oder auch Nile Rodgers, mit dem er gemeinsam den Song „Roses“ aufnahm. „Mit meinem neuen Album habe ich mich ganz eindeutig aus der Komfortzone herausbewegt! Ich brachte mehr Soul rein, mehr Melodie und Phrasierung“, erklärte der Sänger vor Kurzem gegenüber der Agentur teleschau. „Ich mag Musik, die eine Stimmung kreiert. Ob das nun verspielt oder tanzbar oder eben sinnlich-sexy ist.“ Mal nachdenklich, einfühlsam und tiefgründig, mal schräg, schrill und aufgedreht pendelt Lambert mit seiner eindrucksvollen und kraftvollen Stimme zwischen Retro-Stil und modernen Synthesizerklängen.

Thematisch widmet sich Adam Lambert, der nach eigener Aussage aktuell Single ist, wieder besonders der Liebe. Manchmal wird es romantisch, wie in „Closer To You“ („And I would sink my house down under water, I would trade all my gold for dirt, let me tell you right now, I would walk through fire just to hold you, whatever gets me closer to you“), manchmal aber auch etwas derber, wie in „Loverboy“ („Show me that I'm the only one, I don't wanna be another number, wanna feel like your loverboy“). In anderen Texte wiederum scheint er zeigen zu wollen, wie selbstbewusst er geworden ist: „You try to put me in a box, make me something I'm not, don't give a fuck, 'cause I'm gonna take back my superpower“ („Superpower“) - ein reifer Mann, der genau weiß, was er will.

Eigentlich, so scheint es, ist es nichts Neues, was Adam Lambert auf „Velvet“ bietet. Aber hörenswert ist die neue Platte in jedem Fall. Der begabte Sänger brilliert immer wieder mit neuen Sound-Experimenten, neuen Einflüssen und neuen Ideen - und natürlich nicht zuletzt mit seiner vielseitigen Stimme. Wer Musik sucht, die Ablenkung verschafft und ein bisschen Leben in die Bude zaubert, wird auf diesem Album auf jeden Fall fündig.

teleschau

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