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Zusammenraufen für den guten Zweck: Das sind die Musik-Highlights der Woche

System of a Down wollen mit ihrer neuen Musik traumatisierte armenische Soldaten unterstützen.
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System of a Down wollen mit ihrer neuen Musik traumatisierte armenische Soldaten unterstützen.

Andrea Berg, Foo Fighters, Rainald Grebe und System of a Down, die doch wieder zusammen funktionieren - zumindest, solange es um eine gute Sache geht: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Man hatte die Hoffnung auf ein Comeback von System of a Down nach all den Jahren schon fast aufgegeben. Zu große Egos, zu viel Streit. Doch die Kult-Metaller mit armenischen Wurzeln wollen Gutes tun mit ihrer Kunst und reißen sich deshalb zusammen, zumindest für den Moment. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Andrea Berg, den Foo Fighters und Rainald Grebe, der jetzt „Popmusik“ macht.

System of a Down - Genocidal Humanoidz

„Für unsere Vorfahren, unsere Kultur und unsere Nation“, so steht es auf ihrer Homepage: Als System of a Down sich vor einigen Monaten trotz aller internen Differenzen zusammenrauften und erstmals seit 15 Jahren wieder neue Musik veröffentlichten, hatten sie eine klare Agenda, und die Mission ist noch nicht abgeschlossen. Um ihre armenische Heimat und speziell die kriegsgebeutelte Republik Arzach zu unterstützen, die seit den frühen 90-ern um ihre Unabhängigkeit kämpft, haben die Metaller ein weiteres Fundraiser-Event veranstaltet und bei der Gelegenheit auch ein neues Musikvideo veröffentlicht.

Die zweistündige Spendenaktion wurde live bei YouTube gestreamt und mit zahlreichen Interviews unterfüttert - die SOAD-Musiker um Frontmann Serj Tankian sprachen unter anderem mit armenischstämmigen Musikern, Politikern, Medizinern und Kriegsveteranen. Abgeschlossen wurde das Event mit der Premiere des Videos zu „Genocidal Humanoidz“, einem der beiden zuletzt veröffentlichten neuen Songs. Die akquirierten Gelder sollen für die Unterstützung traumatisierter Soldaten eingesetzt werden. Hintergrund ist der 2020 eskalierte Bergkarabachkonflikt, bei dem es kürzlich auch wieder zu Auseinandersetzungen zwischen armenischen und aserbaidschanischen Streitkräften gekommen war.

Andrea Berg - In Liebe

Angelegenheiten des Herzens spielten bei Andrea Berg schon immer eine wichtige Rolle, nun setzt die Schlager-Königin alles auf eine Karte: Kurz nach ihrem 55. Geburtstag präsentiert Berg ihre „schönsten Liebeslieder“ in einer neuen Hit-Sammlung. „Wunderland“, „Tango Amore“, „Endlich Du“, „Diese Nacht soll nie enden“, alles dabei. Insgesamt 18 Songs finden sich auf der Kompilation „In Liebe“, für die Berg auch ein paar Stücke aus den ersten Jahren ihrer Karriere ausgrub.

Neues Material enthält das rosarote Best-of nicht, was Andrea Bergs treue Fans aber wahrscheinlich nicht abschrecken wird: Bergs „Best Of“ aus dem Jahr 2001 ist mit über zwei Millionen verkauften Einheiten weiterhin ihr absoluter Topseller, und, schau an, bald ist ja Valentinstag ...

Foo Fighters - Medicine At Midnight

Dave Grohl gehört zu den populärsten Persönlichkeiten der Rockwelt, und wie es scheint, findet auch US-Präsident Joe Biden den früheren Nirvana-Drummer ziemlich cool. Immerhin durfte Grohl mit seinen Foo Fighters zuletzt neben Superstars wie Katy Perry, Bruce Springsteen und Justin Timberlake beim TV-Amtseinführungsspektakel auftreten. Viel größer kann man als Rockband wohl nicht mehr werden, und der Zeitpunkt war in Sachen Werbung natürlich ideal: Kurz nach dem Biden-Gig präsentieren die Foo Fighters endlich ihr neues Album „Medicine At Midnight“.

Grohl und Co. steigen ein mit schmissigen „Na-na-na-na“-Gesängen (was hätte Kurt Cobain wohl dazu gesagt?) und pendeln dann 37 Minuten lang zwischen knackigen Riffs, mehr oder weniger mitreißenden Rock-Hymnen und ein paar eher seichten Sunshine-Klängen. Diese inzwischen zehnte Platte der Foo Fighters, schon vor einem Jahr fertiggestellt und dann lange aufgeschoben, wurde herbeigesehnt als erstes großes Rock-Highlight 2021. Für die Jahresrückblicke wird es am Ende aber womöglich doch nicht reichen.

Rainald Grebe - Popmusik

Wenn ein schlauer Kopf wie der Kabarettist und Liedermacher Rainald Grebe plötzlich „Popmusik“ machen will, kann das gutgehen? Kann es eigentlich nicht, aber versuchen wollte er es doch. Also hat er einen pinken Pulli angezogen und komische Lieder aufgenommen, die mal nach Trios „Da da da“ klingen („Der Klick“) und mal nach Drehorgel am Hauptbahnhof („Die Tournee“). Es geht um „Couscous im Gehäuse“, um den Tod als „alte Ich-AG“, um die Rechten, „die Guten“ und irgendwo auch um Billie Eilish.

Diese „Popmusik“, präsentiert mit einem Albumcover im Stil des Coca-Cola-Logos, muss natürlich mit Anführungszeichen gelesen beziehungsweise gehört werden, weil sie viel mehr ist und um die Ecke denkt. Einmal, zweimal, viel zu oft für gewöhnlichen Pop. Rainald Grebe ist kein Popmusiker und er wird auch keiner mehr - aber hören sollte man diese Platte trotzdem, weil sie eben doch unverschämt charmant ist.

teleschau

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