Axel Rudi Pell

Zeitlose Wertarbeit

Bochumer Hardrock-Urgestein: Axel Rudi Pell (zweiter von links) und seine Band gelten in der Szene längst als Institution.
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Bochumer Hardrock-Urgestein: Axel Rudi Pell (zweiter von links) und seine Band gelten in der Szene längst als Institution.

Auf den Mann ist Verlass: Der Bochumer Hardrock-Gitarrist Axel Rudi Pell hält auch auf „Sign Of The Times“ an seinem Konzept fest - ohne Kompromisse.

Es ist eine stolze Bilanz, die Axel Rudi Pell inzwischen vorweisen kann: „Sign Of The Times“ ist sein 18. Studiowerk in 31 Jahren Solokarriere. Auffällig dabei: Insbesondere die späteren Alben unterscheiden sich in Bezug auf die musikalische Ausrichtung und strukturelle Anordnung der Stücke nur marginal voneinander. Der neueste Streich macht diesbezüglich keine Ausnahme.

Aus diesem Umstand jedoch die Schlussfolgerung zu ziehen, die neuen Stücke seien vorhersehbar oder gar langweilig, wäre indes voreilig. Sicher, einige Kritiker werden auch diesmal angesichts der frappanten Ähnlichkeit einzelner Phrasierungen, Motive oder Riffs schimpfen. Axel Rudi Pell jedoch macht das schon seit einigen Jahren so, und seine Alben verkaufen sich weiterhin hervorragend - sogar bis in Top-Ten-Regionen der Charts hinein.

Ein Fixstern am deutschen Hardrock-Himmel

So kann erneut attestiert werden: Kaum jemand in diesem Land schreibt so konsistent qualitätsbewusste, grundsolide, teils ausladende und mit charakterstarken Gitarrensoli angereicherte Hardrock-Nummern wie Axel Rudi Pell. Genährt von Rainbow und Deep Purple in den 70-ern, gefestigt in den 80-ern. Damals stand Pell mit der Band Steeler auf der Bühne, seine Solokarriere begann dann Ende der 80er-Jahre. Anfangs war diese noch durch einige Besetzungswechsel in seiner Band und stilistische Optimierungen gekennzeichnet. 1998 stieß schließlich Johnny Gioeli (Hardline) als Sänger zur Band; seitdem gab es lediglich eine einzige neue Personalie zu verzeichnen - Bobby Rondinelli (Ex-Rainbow) ersetzte 2013 Mike Terrana (spielte unter anderem für Tarja) am Schlagzeug. Zuletzt erschien in schöner Regelmäßigkeit alle zwei Jahre ein neues Studioalbum.

Axel Rudi Pell, der in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag feiert (27. Juni), ist ein Urgestein des deutschen Hardrock und liefert mit „Sign Of The Times“ einmal mehr echte Wertarbeit ab. Das musikalische Grundgerüst bleibt in der Tat weitestgehend unverändert, doch deshalb fallen die Kleinigkeiten umso mehr auf. Beispielsweise, wenn die Gitarre in „Living In A Dream“ mit einem Reggae-Rhythmus startet oder „Wings Of The Storm“ sich vor Jimi Hendrix verbeugt. Insgesamt fahren die melodischen, im mittleren Tempo- und Längenbereich angesiedelten Songs die meisten Punkte ein („Bad Reputation“, „Waiting For Your Call“). Das längste Stück, der gelungene Titeltrack, bringt es auf gut sieben Minuten, was für Pell'sche Longtrack-Verhältnisse allerdings noch recht zurückhaltend ist. Doch unabhängig davon besitzt „Sign Of The Times“ alles, was die Alben des Ruhrpott-Meisters seit jeher auszeichnet. Und das ist das Wichtigste.

Axel Rudi Pell auf Tour:

15.10. Bremen, Aladin

16.10. Dresden, Tante Ju

21.10. Nürnberg, Hirsch

23.10. Memmingen, Kaminwerk

24.10. Erfurt, Central

27.10. Aschaffenburg, Colos-Saal

28.10. Stuttgart, LKA Longhorn

01.11. Bochum, Zeche

teleschau

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