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Wer ist hier die größte Bitch? Das sind die Musik-Highlights der Woche

Jetzt ist die "Fotze wieder da". Wer? Ja Nura halt!
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Jetzt ist die „Fotze wieder da“. Wer? Ja Nura halt!

Barry Gibb, Vanessa Mai, Passenger und Rap-Göre Nura, die mit einer neuen Doppel-Single an ihre SXTN-Zeit erinnert: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Das Jahr ist noch jung, vieles ist möglich, aber eines sollte besser gleich klargestellt werden: Niemand ist krasser als Nura, und wer etwas anderes behauptet, kriegt Ärger. So etwa lässt sich die neue Doppel-Single der Trash-Rapperin lesen, die nach ihrer Zeit bei SXTN inzwischen alleine für Furore sorgt. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Barry Gibb, Vanessa Mai und Passenger.

Nura - Fotze wieder da / Hier oben

Sie ist inzwischen solo unterwegs, aber ihre gemeinsame SXTN-Vergangenheit mit Juju hat Nura nicht vergessen. „Jetzt ist die Fotze wieder da!“, posaunt sie in Anlehnung an einen der großen Hits von damals, um dann zum Wesentlichen zu kommen: einer Standortbestimmung voller Obszönitäten und ohne Rücksicht auf Verluste, weil die Nura, die ist eben doch die größte Boss-Bitch von allen. Kotzen, saufen, deine Mutter ficken, auf die Fresse hauen. „Bastard, glaubst doch nicht wirklich, dass ich vor dir sowas wie Angst hab!'“ Das tut vielleicht weh, aber wer wissen möchte, was gerade so läuft in den Jugendzimmern, sollte trotzdem hinhören. Und wenn diese knapp zwei Minuten von „Fotze wieder da“ überstanden sind, kommt im YouTube-Doppelvideo gleich ein zweiter neuer Song hinterher.

In „Hier oben“ ist Rap-Göre Nura nicht ganz so krawallig unterwegs, aber dafür mit umso mehr Humor. Der Fame ist das Thema dieses doppelbödigen und bisweilen ziemlich selbstironischen Tracks, oder eben der Nicht-Fame. „Ich werd' so oft draußen erkannt wie der Bruder von James Blunt.“ Sie lümmelt auf einem Thron aus leeren PET-Flaschen, vor ihr ein umgekippter Einkaufswagen, und rappt: „Guck mal, Mama, ich hab' es geschafft.“ Nur die Proleten-Braut, die andere heruntermachen will? Nein, das ist Nura nicht. Zum Auftakt des noch jungen Rap-Jahres zeigt sie eindrucksvoll, warum sie immer noch als eine der spannendsten Künstlerinnen der Szene gilt.

Barry Gibb - Greenfields: The Gibb Brothers' Songbook

Die Musik der Bee Gees: Das war ganz zu Beginn mal Rock'n'Roll und R'n'B, dann Vorzeige-Disco mit Groove und Falsett-Gesang, später auch mal klassischer Soft-Rock und kitschiger Mainstream-Pop. Wie wandelbar der Sound der Bee Gees war und ist, stellt Barry Gibb, das letzte noch lebende Mitglied des Trios, mit einem neuen Projekt unter Beweis: Fünfzehn Jahre nach dem offiziellen Ende der Band hat er viele Songs von damals noch einmal angepackt und im Nashville-Stil neu aufgenommen.

„Greenfields: The Gibb Brothers' Songbook“ heißt das Album, für das der inzwischen 74-jährige Barry Gibb zahlreiche Gaststars ins Studio holte - vor allem aus dem Country-Bereich. Keith Urban ist dabei („I've Gotta Get A Message To You“), Alison Krauss („Too Much Heaven“) und auch Sheryl Crow („How Can You Mend A Broken Heart“). „How Deep Is Your Love“ wurde mit Little Big Town und Tommy Emmanuel neu eingespielt, von „Stayin' Alive“ ließ man zum Glück die Finger. Die Bee Gees und Country-Noten, das funktioniert erstaunlich gut und manchmal sogar ganz hervorragend: Die Version von „Words“ mit Dolly Parton etwa ist für die Gibb-Diskografie definitiv eine Bereicherung.

Vanessa Mai - Leichter

Ein „bunter Cocktail“ sei das bevorstehende neue Album „Mai Tai“, wie Vanessa Mai kürzlich in einer Ankündigung erklärte, und inzwischen hat man auch einen ganz guten Eindruck davon, welche Zutaten da so drinstecken. Nach „Sommerwind“ und „Mitternacht“ hat die 28-Jährige nun eine weitere Vorab-Single veröffentlicht: „Leichter“.

Die Story „Vanessa Mai kehrt dem Schlager den Rücken“ lässt sich auch mit diesem Song weitererzählen. Nachdem zuletzt schon viel Elektronik, R'n'B und HipHop in den neuen Liedern steckten, gibt es diesmal eine Herzschmerz-Nummer über eine gescheiterte Liebe mit leichter Gitarren-Untermalung und erneuten Rap-Einlagen. Ein neues Video gibt es auch, in dem Vanessa Mai einmal mehr die Sexappeal-Karte spielt und sich in Unterwäsche auf einem Bett räkelt. Die Fans, nicht nur die männlichen, finden das „mega“, „einfach nur geil“, und überschlagen sich in den Kommentarspalten vor Begeisterung. Mehr davon am 26. März, wenn „Mai Tai“ mit neun weiteren neuen Songs auf den Markt kommt.

Passenger - Songs For The Drunk And Broken Hearted

„Songs For The Drunk And Broken Hearted“: Man braucht nur den Albumtitel zu lesen, dann hat man auch schon den Gesang im Ohr und ist direkt wieder mittendrin in der Welt von Passenger. Da, und das kann man ja auch mal als etwas Gutes hinnehmen, ist eigentlich alles so, wie es immer war. Der britische Singer/Songwriter sitzt alleine in der Ecke einer heruntergekommenen Spielunke, beobachtet die ganzen kaputten Typen, zupft auf der Gitarre und singt sensiblen Folk.

Verwitterte alte Jungfern („Suzanne“), besoffene Wracks, verlorene Seelen („Remember To Forget“), traurige Clowns - das sind die Gestalten, die man so trifft auf diesem inzwischen zwölften Album von Mike Rosenberg alias Passenger, das eigentlich schon im Mai 2020 erscheinen sollte. Ein neues „Let Her Go“ ist nicht dabei, nennenswerte Experimente oder Überraschungen gibt es auch nicht, aber an einsamen Abenden mit zu viel Wein ist man bei Passenger nach wie vor gut aufgehoben.

teleschau

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