Sepultura

Vier gewinnt

Metal-Dinosaurier: Seit über 35 Jahren mischen Sepultura die Szene auf.
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Metal-Dinosaurier: Seit über 35 Jahren mischen Sepultura die Szene auf.

Die Metal-Ikonen von Sepultura bleiben sich auch auf ihrem 15. Studioalbum treu und hieven ihr musikalisches Vermächtnis brachial in ein neues Jahrzehnt.

Mehr als 35 Jahre haben Sepultura mittlerweile auf der Uhr - eine unglaubliche Zeitspanne für eine Band dieser Tage. Wobei man sagen muss, dass von der Originalbesetzung lediglich noch Bassist Paulo Xisto Pinto Jr. dabei ist. Doch geprägt hat den Sound und die musikalische Ausrichtung der Band seit mehr als drei Dekaden vor allem Gitarrist Andreas Kisser. Das tut er auch auf dem neuen Sepultura-Opus „Quadra“, das konzeptuell vom Spiel mit der Zahl 4 zusammengehalten wird.

Einerseits ließ die Band sich inhaltlich vom Buch „Quadrivium“ von Historiker John North inspirieren, andererseits ist das Album grob in vier Teile aufgesplittet - „so, als würden wir eine Doppel-Vinyl mit vier einzelnen Seiten machen“, wie Kisser im Infosheet zum Album verrät. Und die Grundidee dahinter ist recht clever, können Sepultura auf diese Weise doch gezielt der musikalischen Vielfältigkeit gerecht werden, die ihren guten Ruf begründet: Das erste Viertel fällt sehr thrashig aus, im zweiten Viertel wiederum steht der Rhythmus im Vordergrund, dem sie insbesondere auf ihrem „Roots“-Album von 1996 ein musikalisches Denkmal setzten. Teil drei ist eher experimentell, während die Platte im letzten Viertel melodisch ausklingt und mehr Akustikgitarren zum Einsatz kommen.

Im Rhythmus knüppeln

Doch am Ende des Tages steht und fällt die Qualität eines Albums natürlich mit der Qualität der Songs, und die können auf „Quadra“ größtenteils überzeugen. Der sich langsam mit Streichern, Chören und zurückgesetzten Gitarren aufbauende Opener „Isolation“ ist ein perfektes Brett für den Einstieg ins Album, bei dem sich die Energie des Quartetts im markanten Growl von Shouter Derrick Leon Green brutal entlädt. Kein Wunder, dass die Band das Stück als erste Single veröffentlichte. Auch die zweite Single „Last Time“ geht ins Mark, wenn Sepultura sich über viereinhalb Minuten wütend die Seele aus dem Leib knüppeln, genauso wie das perkussiv herausstechende Stück „Capital Enslavement“ mit den Trademark-Rhythmen der Band. Stück Nummer sechs, „Raging Void“, ist dann der erste Song, der mit einer gewissen Hymnenhaftigkeit hängenbleibt.

Wie Lückenfüller wirken hingegen sowohl der Rausschmeißer „Fear; Pain; Chaos; Suffering“ als auch das rein instrumental gehaltene Stück „The Pentagram“, auf dem die Band sich songschreiberisch ein wenig verfranst. „The Pentagram“ wirkt, als habe man lediglich ein paar übriggebliebene Riffs und Songideen aneinandergereiht, um zwölf Stücke für das Album zusammenzubekommen. Doch sei's drum: Insgesamt ist „Quadra“ eine ordentliche Metal-Platte und dieses 15. (!) Studioalbum von Sepultura ein weiterer Massivbaustein ihres musikalischen Vermächtnisses.

teleschau

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