Fritz Kalkbrenner

Viele Farben, schöne Farben

„True Colours“ nennt Fritz Kalkbrenner sein neues Werk, und der Hörer darf sich in der Tat auf ein farbenfrohes Gesamtwerk einstellen.
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„True Colours“ nennt Fritz Kalkbrenner sein neues Werk, und der Hörer darf sich in der Tat auf ein farbenfrohes Gesamtwerk einstellen.

Entspannte Dance-Sounds und Tech-House für Cafébar und Tanzfläche gleichermaßen: Fritz Kalkbrenner bleibt seinem musikalischen Gratwanderungs-Ansatz auch auf dem mittlerweile sechsten Album „True Colours“ treu.

Fritz Kalkbrenner veröffentlicht ein neues Album, sein mittlerweile sechstes: „True Colours“. Im Gegensatz zu seiner Instrumental-Platte „Drown“ (2018) packt der jüngere Bruder von Paul Kalkbrenner hier wieder Gesänge in seine Tracks, das erste Mal seit seinem Top-10-Album „Grand Depárt“ von 2016. Eine sanfte Abwechslung für die fließenden Songstrukturen, die zwar stets einem distinktiven Beat folgen, aber auch gut als schmeichelnde Hintergrundberieselung funktionieren. „Aus einer Vielzahl von Layouts, Songideen und manchmal auch kurzen Loops erschaffe ich mir eine Art Kreativ-Fundus, in den ich eintauche“, erläutert Kalkbrenner seine Arbeitsweise für das neue Album im Begleittext zur Platte.

Hilfe bekam er von Co-Produzent Conrad Hensel (Ryuichi Sakamoto, Die Fantastischen Vier), Ben Böhmer, Felix Lehmann (Jan Blomqvist) und Henne Müller (Gheist), die den tiefschürfenden, düsteren House-Momenten von Tracks wie „Uptown“ den letzten Schliff verliehen. Gleichzeitig als Songwriter, Sänger, Musiker und Produzent tätig zu sein, birgt laut Kalkbrenner immer die Gefahr, das Songmaterial zu „verschlimmbessern“, deswegen ist die Sicht von außen für ihn wichtig - auch wenn er sich unsicher ist, ob man letztlich die „magischen hundert Prozent“ der Komplettierung überhaupt je erreichen kann, so der Musiker.

Von all den Gedankenspielen, Problemen und Hürden, die eine Albumproduktion im Hintergrund mit sich bringt, kriegt der Konsument, egal ob auf der Tanzfläche oder dem heimischen Sofa, natürlich nichts mit. Das ist eine Qualität der Musik von Fritz Kalkbrenner. Hier zählt nur das Endprodukt, und das ist mit „True Colours“ ein wirklich gelungenes, dahinfließendes und an manchen Stellen auch mal etwas komplexer abtauchendes Gesamtwerk geworden. Chart-Potenzial in mitreißenden Songs wie „Good Things“ oder „Kings & Queens“ verbündet sich ganz logisch mit melancholischen Instrumentaltracks wie „About Face“ oder „Just The One“. Da sollte eigentlich jeder DJ den passenden Titel für sein Set finden.

teleschau

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