Simple Plan: Taking One For The Team

Das Team steht

Simple Plan - Taking One For The Team

Die kanadische Pop-Punk-Band Simple Plan kehrt nach fünf Jahren musikalischer Abstinenz zurück auf die Bühne. Mit im Gepäck das fünfte Studioalbum: "Taking One For The Team".

Fünf Jahre können eine verdammt lange Zeit im Leben eines Menschen sein. In fünf Jahren kann man vom Auszubildenden zum Abteilungsleiter wachsen, man stolpert über die Liebe des Lebens, gar könnte Nachwuchs das Licht der Welt erblickt haben. Fünf Jahre sind jedoch eine noch längere Zeit in der Musikbranche. Besonders in einer schnelllebigen Zeit wie heute. Künstler müssen permanent zumindest Lebenszeichen von sich geben, um nicht in Vergessenheit zu geraten. In fünf Jahren kann der Aufstieg einer Band in die Spitzenklasse und gleichzeitig auch ihr abgrundtiefer Fall erfolgen. Die Kanadier von Simple Plan scheinen sich davon nicht irritieren lassen zu wollen. Für "Taking One For The Team" ließ man sich mal eben ganze fünf Jahre Zeit.

Alteingesessene Fans werden schon beim Erklingen der ersten Töne erleichtert aufatmen und feststellen, dass Simple Plan zwar eine Weile für das Schaffen ihres neuen Albums gebraucht haben. Doch gut Ding braucht bekanntlich Weile. Ihr Erfolgsrezept hat die Pop-Punk-Band jedenfalls nicht geändert. Wieso auch, wenn es doch so schön heißt "never change a winning team". Pierre Bouvier singt also unbeirrt und stets voller positiver Energie seine zugegeben oft recht simplen, aber niemals stumpfen Lyrics ins Mikrofon. Der Rest der Band übernimmt die instrumentale Untermalung. Röhrende Gitarren und pochende Drums waren immer und bleiben auch hier ein unverkennbares Markenzeichen, nicht nur der Band, sondern des ganzen Genres.

Thematisch werden keine Experimente gewagt, und die Liebe - wie könnte es auch anders sein - ist mit all ihren positiven und negativen Facetten ("I Don't Wanna Go To Bed", "I Dream About You") ein omnipräsentes Sujet. Auch die Wahl der Featuregäste wird niemanden vom Glauben abfallen lassen. So sind Gastparts wie der von Jason Pundik, Sänger der US-Punkrock-Band New Found Glory, stilistisch logisch gewählt. US-Rapper Nelly dürfte der einzige Gastkünstler der Platte sein, über dessen Namen man eventuell kurz stolpern könnte. Potenzielle und sehr wohl begründete Zweifel aufgrund der doch recht exotischen Kombination von Pop-Punk und HipHop verschwinden allerdings, sobald man seinen großartigen Part auf "I Don't Wanna Go To Bed" hört.

Um es kurz zu machen: Simple Plan werden trotz ihres großen musikalischen Talents immer zu den Bands gehören, die einfach nur so klingen, als wollten sie den weniger beliebten Teenagern durch ihre schweren Jahre helfen. Die oft ähnlichen und recht simplen Themen, gepaart mit jeder Menge Ohrwurm-Potenzial werden von einem vor positiver Energie nur so strotzendem Pierre Bouvier garniert. Aber das muss keinesfalls ein Minuspunkt sein - ziemlich wahrscheinlich ist es sogar genau das, was die treuen Fans hören wollen: "Taking One For The Team".

Bewertung überzeugend
CD-Titel Taking One For The Team
Bandname/Interpret Simple Plan
Genre Pop-Punk
Erhältlich ab 19.02.2016
Label Atlantic Records
Vertrieb Warner Music

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