Georgia

Tanz und Nervenkitzel

Wird 2020 ihr großes Jahr? Nach ersten aufsehenerregenden Auftritten im Vorjahr will Georgia mit „Seeking Thrills“ richtig durchstarten.
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Wird 2020 ihr großes Jahr? Nach ersten aufsehenerregenden Auftritten im Vorjahr will Georgia mit „Seeking Thrills“ richtig durchstarten.

Das Warten hat sich gelohnt: Nachdem ihr neues Album eigentlich schon im Mai 2019 erscheinen sollte, veröffentlicht Georgia Barnes nun endlich „Seeking Thrills“ - eines der ersten Pop-Highlights 2020.

Star-Qualitäten werden nur in den seltensten Fällen durch Fleiß und Disziplin erweckt - man hat sie, oder man hat sie nicht. Wer einen Beweis dafür sucht, sollte sich den Auftritt von Georgia Barnes beim legendären Glastonbury-Festival 2019 ansehen, umringt von einem roten, elektronischen Schlagzeugset, Synthesizern und Drumpads. Als tanzende und wippende One-Woman-Show haut Georgia die wummernden Beats, die Synthesizer-Flächen und prägnanten Basslinien im Alleingang raus und singt dazu mit einer Souveränität, die der Endzwanzigerin aus London schlicht angeboren sein muss.

Ein Highlight dieses Auftritts ist unter anderem „About Work The Dancefloor“, ein treibender Electropop-Song vom neuen Album, dessen Energie ein wenig an Robyns „Dancing On My Own“ erinnert. Im Juni 2019, also zur Zeit ihres Auftritts in Glastonbury, war das Album „Seeking Thrills“ schon so gut wie fertiggestellt, mit minimaler Hilfe von Produzenten wie Sean Oakley (Black Sabbath, Lady Gaga) und Mark Ralph (Years & Years, AlunaGeorge). Doch dann gingen die Vorab-Singles „Started Out“ und „About Work The Dancefloor“ durch die Decke. BBC Radio1 hievte Georgia auf die A-Playlist und bescherte ihr somit in England eine enorme Welle der Aufmerksamkeit sowie eine Reihe von Auftritten bei weiteren großen Festivals und Headliner-Konzerte in Europa, Amerika und Australien.

Das erste Pop-Highlight 2020

Das alles war sicher spannend und ehrfahrungsreich, verschaffte dem Nachfolger zu Georgias selbstbetiteltem Debüts von 2015 aber eine Form von Starthilfe, die wahrscheinlich gar nicht nötig gewesen wäre. Inspiriert von der aktuellen Dancemusic-Szene in Berlin, dem Chicago-House und dem Detroit-Techno der 1980-er hat Georgia ein mitreißendes Pop-Album gezaubert. Die durchgängige Ruppigkeit des Debüts wird geschickt komprimiert in vielen kleinen Momenten des Aufbegehrens, etwa wenn in „Ray Guns“ Georgias Kenntnis von Worldmusic und Trap zu einem drängelnden Dancetrack verschmelzen, oder wenn „Never Let You Go“ mit dröhnend-geachtelter Basslinie eine Brücke zu rockigeren Hymnen schlägt.

Neben kleinen Features von Shygirl („Mellow“) und Maurice („The Thrill“) ist es vor allem die Solokünstlerin selbst, die mit beachtenswertem Selbstbewusstsein durch 13 höchst abwechslungsreiche Tracks kurvt und dabei immer wieder ansteckendes Tanzfieber verbreitet. Dann ist es am Ende auch gut, dass dieses Album mit einem Dreivierteljahr Verspätung erscheint - das erste Highlight des noch jungen Pop-Jahres 2020 ist damit schon gesetzt.

teleschau

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