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Smoke on the Abspielgerät: Das sind die Musik-Highlights der Woche

Die einzigen Dinosaurier, die womöglich niemals aussterben: Deep Purple veröffentlichen mit "Whoosh!" ihr inzwischen 21. Studioalbum.
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Die einzigen Dinosaurier, die womöglich niemals aussterben: Deep Purple veröffentlichen mit „Whoosh!“ ihr inzwischen 21. Studioalbum.

Deep Purple, The Rolling Stones, Zugezogen Maskulin und ein früherer „DSDS“-Gewinner, der nicht mehr nach „DSDS“ klingt: Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Wenn man heutige Metal-Größen fragt, über welche Band sie zu ihrer Musik fanden, dann fällt oft der Name Deep Purple. Und wenn junge Menschen mit Rocker-Ambitionen an der Gitarre üben, dann beginnen sie noch heute oft mit „Smoke On The Water“. Mit ihrem 21. Studioalbum wollen Deep Purple nun zeigen, dass da immer noch ein Feuer brennt. Neues gibt es außerdem auch von: den Rolling Stones, Zugezogen Maskulin und einem früheren „DSDS“-Sieger, der nicht zum Superstar wurde, dafür aber zu einem ziemlich seriösen Rockmusiker.

Deep Purple - Whoosh!

„Smoke on the water, fire in the sky“ - so schallte es 1972 in einem Song, der nach Heavy Metal klang, als es eigentlich noch gar keinen Heavy Metal gab. Deep Purple wurden mit ihrem monumentalen Überhit zu Legenden. Was seiner Zeit damals noch voraus war, ist heute eher etwas für Hörer, die der „guten alten Zeit“ nachtrauern, und auch sonst gibt es bei Deep Purple inzwischen nicht mehr die ganz großen Rauchschwaden - aber für ein beherztes „Whoosh!“ reicht es noch.

„Whoosh!“, heißt das neue, inzwischen 21. Studioalbum der britischen Hard-Rock-Ikonen. Es wurde wieder aufgenommen mit Erfolgsproduzent Bob Ezrin und wird als das „vielseitigste Werk“ der letzten Deep-Purple-Jahre angepriesen. Aber wo Deep Purple draufsteht, ist weiterhin auch Deep Purple drin. Mächtige Grooves, feine Gitarrenarbeit und hier und da eine Orgel: Die ganz großen Überraschungen gibt es nicht. Ian Gillan und seine Rock-Oldies liefern dafür aber zuverlässig das, was Fans erwarten, und bei diesen versierten Musikern kann man eine Menge erwarten.

The Rolling Stones - Scarlet

Wie mega wird die nächste Mega-Tour der Rolling Stones? Kommen sie auch in meine Stadt? Wo bekomme ich jetzt noch Tickets? Das waren zuletzt die einzigen Fragen, die Fans der nimmermüden Alt-Rocker beschäftigten. Im Corona-Jahr 2020, in dem an volle Stadien nicht zu denken ist, rücken plötzlich wieder andere Dinge in den Vordergrund, und siehe da: Es gibt wieder vermehrt kreativen Output von den Stones. Der zuletzt ausgegrabene Song „Scarlet“, der 1974 gemeinsam mit Jimmy Page (Led Zeppelin) aufgenommen wurde und dann lange unter Verschluss blieb, ist zwar nicht neu. Dafür wurde nun aber ein Video zu dieser einzigartigen Kollaboration produziert. Die Hauptrolle in dem Clip spielt der Emmy-nominierte Schauspieler Paul Mescal.

Erst die brandneue Single „Living In A Ghost Town“ im April, nun „Scarlet“: Man merkt, dass die Stones die Tour-freie Zeit nicht nur mit Yoga und Herumsitzen verbringen. Im September steht ein Reissue des Albums „Goats Head Soup“ (1973) mit zwei weiteren unveröffentlichten Songs an, und wie Jagger und Co. zuletzt verrieten, ist auch ein neues Album in der Mache - es wäre das erste mit neuen Kompositionen seit „A Bigger Bang“ (2005).

Zugezogen Maskulin - 10 Jahre Abfuck

Andere Leute feiern „10 Jahre Ehe“ oder „10 Jahre rauchfrei“, das Berliner HipHop-Duo Zugezogen Maskulin feiert „10 Jahre Abfuck“. Und das passt natürlich zu den beiden Musikern Testo und Grim104, die für ihren bisweilen derben Stil bekannt sind - aber auch für clevere Zwischentöne und dafür, sich selbst nicht zu ernst zu nehmen.

„10 Jahre Abfuck“: Das heißt auch, dass uns Zugezogen Maskulin seit nunmehr zehn Jahren zeigen, wie erfrischend deutscher HipHop jenseits von Gangsta-Rap und Proll-Gehabe sein kann. Es handelt sich hier allerdings nicht um ein Best-of, sondern um eine Rückschau und gnadenlose Bestandsaufnahme: Zugezogen Maskulin erinnern sich an ihren Aufstieg, aber sie richten den Blick auch darauf, wie die Welt sich in den letzten zehn Jahren verändert hat. Das ist nicht immer schön, aber durchgehend hörenswert.

Thomas Godoj - Astronaut

Thomas Godoj - klingelt da was? Zumindest die Fans von „Deutschland sucht den Superstar“ werden sich bestimmt erinnern. Godoj war der Kandidat, der „keinen Plan B“ hatte und deshalb umso glücklicher war, als er 2008 den ersten Platz bei der TV-Castingshow holte. Die große Superstar-Karriere blieb aus, als Musiker ist der inzwischen 42-jährige Godoj aber bis heute aktiv.

Mit „Astronaut“ veröffentlicht Godoj nun einen neuen Song - nach der Juni-Single „So weit kommen“ ein weiterer kleiner Vorgeschmack auf ein neues, per Crowdfunding finanziertes Album. Man hört hier klassischen Rockband-Sound inklusive Gitarren-Soli. Vor allem aber hört man auch viel Kritik am Umgang des Menschen mit der Natur und sieht ein Video mit schwer verdaulichen Bildern zwischen Schweinemast und Kriegselend. An „DSDS“ erinnert hier nichts mehr - und das ist im Fall von Thomas Godoj auch gut so.

teleschau

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