ASP

Schwarze Löcher im Tiefseeweltraum

Viel Dunkelheit, aber auch ein wenig Licht: Alexander Spreng alias ASP taucht mit „Kosmonautilus“ tief ein in die Welt der Gothic-Rock-Klänge.
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Viel Dunkelheit, aber auch ein wenig Licht: Alexander Spreng alias ASP taucht mit „Kosmonautilus“ tief ein in die Welt der Gothic-Rock-Klänge.

Abtauchen gestattet: Mit „Kosmonautilus“ erhält der Zyklus „Fremder“ aus der Feder der deutschen Gothic-Rock-Institution ASP einen vierten Teil.

Alexander Spreng ist Komponist, Sänger, Geschichtenerzähler und Comic-Szenarist, also ein vielbeschäftigter und äußerst produktiver Mensch. Seine musikalische Identität hört auf den Namen ASP und feierte 2019 ihr 20-jähriges Bestehen. Anlässlich des runden Geburtstags erschien im Frühjahr ein Live-Mitschnitt („Zaubererbruder“), nun gibt es außerdem mit „Kosmonautilus“ das insgesamt 13. Studioalbum, welches gleichzeitig den Zyklus „Fremder“ fortsetzt.

Dieser Zyklus, der mit dem Top-Ten-Album „Fremd“ 2011 begann, erzählt von einem „Reisenden, der viele verschiedene Realitäten und Welten besucht“. Tatsächlich sind die Texte geprägt von fantasievollen Bildern, dazu trifft man immer wieder auf poetische Wortschöpfungen. Ein Song nennt sich „Phragmokontrolle“ und schiebt im Untertitel ein „Spiralternativ: Fremdkörperson, Drittens“ nach. Glückwunsch dem Hörer, welcher in dieser düsteren Tiefsee aus Kofferwörtern und Fremdartigkeit das Licht entdeckt.

Fantasievolle Lyrik in dunklen Gewässern

Angeknipst wird dieses durch die Musik. Denn wie so oft bei ASP gilt auch diesmal: Die Töne sind keineswegs so undurchdringlich gehalten wie die Worte. Die düsteren Rock-Klänge, die zwischen All und Ozean hängen, sind vertraute Wegbegleiter - zugänglich, durchaus auch mal Konventionen folgend und über die gesamte Spielzeit von knapp 80 Minuten höchst unterhaltsam.

„Kosmonautilus“ beginnt mit dem sich langsam aufbauenden und von einem wiederholten „Zurück zum Start“ eingeleiteten Stück „Rückfall“ und mäandert dann durch schwarze Galaxien und dunkelblaue Meere. Deren Dimensionen sind zwar nicht unermesslich, aber immerhn umfassen sie die gesamte Breite des sogenannten „Gothic Novel Rock“: von der Ballade mit geradezu moritatenhaftem Gesang („Liebes Licht“) über den flotten Hitgaranten mit Grusel-Topping („Tintakel“) bis zum englischsprachigen Achtminüter „Bones“.

Mal elegisch, mal kraftvoll zieht das von Vincent Sorg (Die Toten Hosen, In Extremo) gemischte Album „Kosmonautilus“ seine Bahnen - es ist ein ebenso reifes wie rundes ASP-Werk geworden. Für Sammler: Das Album ist in seiner physischen Fassung als Doppel- oder auch Dreifach-CD mit einer Reihe von Bonustracks erhältlich, unter denen sich Liveaufnahmen sowie eine Coverversion von Peter Maffays „Nessaja“ befinden.

ASP auf Tour:

16.01. Saarbrücken, Garage

18.01. München, Backstage Werk

23.01. Würzburg, Posthalle

24.01. Oberhausen, Turbinenhalle

25.01. Wiesbaden, Schlachthof

30.01. Hannover, Pavillon

31.01. Leipzig, Haus Auensee

01.02. Stuttgart, Im Wizemann

06.02. Hamburg, Markthalle

07.02. Berlin, Huxleys Neue Welt

08.02. Erfurt, Central

13.02. Memmingen, Kaminwerk

15.02. Dresden, Alter Schlachthof

teleschau

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