Marek Lieberberg zu Corona

Rock am Ring: Festival-Absage wegen Coronavirus - DAS ist der neue Termin für 2021

Großveranstaltungen sollen bis zum 31. August grundsätzlich untersagt werden. Das trifft auch die großen Festivals wie Rock am Ring und Rock im Park.

  • Die Corona-Pandemie breitet sich in Deutschland weiter aus
  • Großveranstaltungen sind bis zum 31.August untersagt
  • Rock am Ring und Rock im Park sind abgesagt

Update vom 16. April: Auch wenn es bereits vermutet wurde, haben wir nun die traurige Gewissheit. Rock am Ring und auch Rock am Park werden dieses Jahr wegen der Corona-Krise nicht stattfinden. Aber es gibt auch gute Neuigkeiten. Denn der Veranstalter gab nun bekannt, dass die Jubiläumsfestivals von Rock am Ring und Rock im Park für das zweite Juni-Wochenende 2021 neu angesetzt wurden. Weitere Information zu den Ticketrückgaben und der Gültigkeit von bereits gekauften Tickets folgen noch.

Neuer Termin: Rock am Ring – Rock im Park 11. – 13. Juni 2021

Update vom 15. April: Großveranstaltungen sollen wegen der Corona-Pandemie bis zum 31. August grundsätzlich untersagt werden - auch Fußballspiele und Festivals sind davon betroffen. Die Ministerpräsidenten der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einigten sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch bei einer Schaltkonferenz auf dieses prinzipielle Verbot. Konkrete Regelungen, etwa zur Größe der Veranstaltungen, sollen durch die Länder getroffen werden.

Ursprüngliche Meldung vom 6. April:  „Nach derzeitigem Stand findet Rock am Ring wie geplant statt und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren“, verkündet die Webseite des XXL-Festivals in der Eifel. Auch beim vom 5. bis 7. Juni 2020 zeitgleich stattfindenden Nürnberger Schwester-Festival Rock im Park soll 2020 gerockt werden - so das derzeit offizielle Statement, das viele Veranstalter ähnlicher Musik-Großevents wie etwa Hurricane und Southside Festival (19. bis 21. Juni) so oder so ähnlich teilen.

Roskilde-Festival in Dänemark fällt wegen Corona aus 

Gegenwärtig erscheinen große Konzertveranstaltungen aufgrund der Corona-Pandemie - ebenso wie Fußballspiele vor Publikum - allerdings kaum vorstellbar. „Tickets werden nach wie vor, allerdings in verminderter Frequenz, verkauft“, gibt Veranstalter Marek Lieberberg gegenüber der Agentur teleschau auf Nachfrage eine Wasserstandsmeldung ab.

Auch in Dänemark hagelt es Konzert- und Festivalabsagen aufgrund der Corona-Epidemie. Das bekannte Roskilde-Festival wurde daher nun abgesagt. Das dänische Pop- und Rock-Festival sollte in diesem Jahr sein 50. Jubiläum feiern.

Corona-Pandemie: Veranstalter hofft auf staatliche Unterstützung für Festival

Der 73-jährige Konzertveteran (Rock am Ring, Rock im Park) weiß jedoch, dass die größte Veranstaltungsabsagewelle aller Zeiten für viele Firmen das Aus bedeuten könnte. „Diese Krise rüttelt an den Fundamenten eines Segments, das essenzielle kulturelle, soziale und gesellschaftliche, aber auch wirtschaftliche Bedeutung für unser Leben und einen Teil seiner besonderen Qualität ausmacht. Wir stemmen uns mit Macht und unter Einsatz aller Mittel gegen den Sturm, sind aber zumindest auf Verständnis der Politik angewiesen.“ 

Lieberberg hofft auf staatliche Unterstützung seiner Branche. „Es geht hier in erster Linie um Zustimmung zu einem dringend erforderlichen Moratorium für die Rückerstattung von Vorverkaufsgeldern bei Verschiebungen. Nicht weniger wichtig ist die staatliche Unterstützung der vielen Dienstleister wie Ordner, Helfer, Techniker und anderer, die den Ausfall nicht lange durchstehen können. Nur so kann der folgenreiche Zusammenbruch der gesamten kulturellen Infrastruktur verhindert werden.“

Corona-Krise: Wird Rock am Ring verschoben?

Eine Rettungsidee Lieberbergs besteht darin, dass Ticketkäufer im Falle von Konzertabsagen ihre Eintrittsgelder nicht zurückfordern, was ihr Recht wäre, sondern auf Ersatztermine warten. „Da die Karten für Konzerte, die aufgrund dieser Pandemie verschoben werden, Gültigkeit behalten, erwarten wir von allen Fans der Live-Musikkultur, auf eine Rückerstattung zu verzichten. Dies ist nicht übertrieben und stützt die gesamte Musikindustrie, zu der Veranstalter, Künstler, Hallen und die vielen Dienstleister gehören.“ Lieberberg ist sich dabei durchaus bewusst, dass die Verschiebung von Riesenfestivals wie Rock am Ring mit ihrer komplexen Logistik ähnlich wie bei Fußball-EM oder Olympia eigentlich nur mit langen Vorläufen von etwa einem Jahr zu realisieren wären.

Großveranstaltungen sollen bis zum 31. August grundsätzlich untersagt werden. Das trifft auch die großen Festivals wie Rock am Ring und Rock im Park.

„In allen Fällen müssen erst die Verfügbarkeit der Spielstätten und der Künstler geprüft werden. Das kann eine Wartezeit in Anspruch nehmen. Für diese Dauer darf die Geduld der Ticketkäufer vorausgesetzt werden. Bei den Zeiträumen, die bereits in normalen Situationen zwischen Vorverkaufsstart und den Konzertterminen liegen, sollte notfalls eine Verschiebung bis zu einem Jahr wirklich zumutbar erscheinen.“ Ein gar nicht mal so unwahrscheinliches Szenario, das einen ordentlichen Kompromiss für Veranstalter, Künstler und auch Publikum darstellen würde. Demnach würde aus Rock am Ring 2020 einfach Rock am Ring 2021. Ob es so kommt, ist derzeit allerdings noch Spekulation. (teleschau)

Rubriklistenbild: © picture alliance/Thomas Frey/dpa

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