Freunde und Brüder

Pur veröffentlichen neues Album "Zwischen den Welten" - auch Durchschnittliches ist wichtig

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Schwere Zeiten für Pur: Keyboarder Ingo Reidl (vierter von links) ist an Krebs erkrankt.

Die Kult-Band "Pur" zeigt, warum durchschnittliche wie "Zwischen den Welten"Alben manchmal die besten Alben sind.

Vielleicht passen Pur nicht in diese Zeit, in der sich niemand auf etwas festlegen will. Polyamorie statt Monogamie. Individualität statt Gemeinschaft. Pur arbeiten dagegen an. Sänger Hartmut Engler und Songwriter Ingo Reidl machen zusammen Musik, seit sie 15 Jahre alt sind.

„Zwischen den Welten“ - Statement für das Schaffen von Pur

Sie sieht das Cover der neuen Pur-Platte "Zwischen den Welten" aus

Heute sind beide über 50 und immer noch zusammen in einer Band. Ihre Musik ist der Soundtrack zur Loyalität im Bandgefüge. Viele stempeln diese Songs wiederum seit Jahrzehnten als seichtes, kitschiges Provinzgedudel ab. Oft ist es auch genau das. Doch auf „Zwischen den Welten“ erschließt sich einmal mehr der Sinn von Purs Schaffen. Das hat auch mit einer schweren Krankheit von Ingo Reidl zu tun.

Ingo Reidl hat trotz Krebs am Pur-Album „Zwischen den Welten“ mitgearbeitet

Ingo Reidl (links) hat trotz seiner Krebs-Erkrankung an "Zwischen den Welten" mitgearbeitet.

Reidl hat Krebs. Über zwei Jahre kämpft er schon mit der Krankheit und den Folgeerscheinungen. Das erzählte er jüngst dem Magazin „Stern“ in einem großen Interview. Musik könne er nur machen, wenn er sich das Keyboard im Liegen auf den Bauch stelle, erklärte er da. Trotzdem hat er natürlich an den Songs auf „Zwischen den Welten“ mitgearbeitet. Nur touren, das gehe momentan nicht.

Intime Töne à la Pur auf „Zwischen den Welten“

Hartmut Engler ist seit jeher Frontmann und Gesicht von "Pur".

Es gibt den Song „Freund und Bruder“, auf dem Engler die Beziehung zu Reidl verarbeitet. Auch das ließe sich leicht als schwülstiges Kopf-hoch-Lied verstehen, nur ist Engler eben kein ganz normaler Pop-Interpret. Der Text kommt nicht von einem riesigen Songwriter-Konglomerat, sondern von ihm, aus ihm heraus. Das hört man in seiner Stimme. Diese Intimität, die auf „Zwischen den Welten“ aus vielen Tönen und Texten klingt, ist die große Stärke der Band und vermutlich auch der Grund für ihren jahrzehntelangen Erfolg.

Die Tiefe schwingt bei Pur-Liedern auf "Zwischen den Welten" mit

In dem Song „Freund und Bruder“, verarbeitet Engler die Beziehung zu Ingo Reidl.

Das Autotune-Experiment „Planet der Affen“ ist ein furchtbar unmoderner Versuch, modern zu klingen, und noch dazu ein furchtbar uninspirierter Versuch, über eine Welt voller Affen zu singen. Zudem sind die meisten Songs musikalisch und lyrisch weder komplex noch originell. Doch die Tiefe schwingt mit. Das ist es, was zählt.

„Zwischen den Welten“ beweist, dass auch durchschnittliche Pur-Alben wie dieses wichtig sind

Denn gerade in Situationen wie jener, in der Ingo Reidl sich aktuell befindet, ist Originelles und Komplexes und von Kritikern Geliebtes erst einmal egal. Im Krankenhausbett oder an anderen Orten, an denen man nicht sein möchte, ist die diffuse Tiefe Englers und seiner Bandkollegen viel wichtiger. Denn die kann einen aufpäppeln. „Zwischen den Welten“ beweist, dass auch durchschnittliche Alben wie dieses wichtig sind.

teleschau

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