„Party war ihm immer wichtiger als Arbeit!“

Public Enemy feuern Gründungsmitglied Flavor Flav

Schluss mit lustig! Flavor Flav wurde von Public Enemy gefeuert, der Band, die er 1982 mit aus der Taufe hob.
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Schluss mit lustig! Flavor Flav wurde von Public Enemy gefeuert, der Band, die er 1982 mit aus der Taufe hob.

„Public Enemy“ bedeutet „öffentlicher Feind“.

Und der größte öffentliche Feind von Public Enemy, der legendären Rap-Gruppe aus New York, ist derzeit Flavor Flav - ihr eigenes Gründungsmitglied. Am Sonntag wurde Flavor geschasst.

Es liest sich einfach. Aber es hatte ein Vorspiel - und wird ein Nachspiel haben. Denn Flavor Flav, bürgerlich William Jonathan Drayton, Jr. (60), nimmt seinen Rauswurf nicht so einfach hin. „Du kannst mich nicht feuern. Es gibt kein Public Enemy ohne Flavor Flav“, postete der Rapper am Montag auf Twitter. „Also lass es uns richtig machen, Chuck.“

Chuck, das ist Chuck D, alias Carlton Ridenhour (59), der Anfang der 80er-Jahre Public Enemy aus der Taufe hob und zu einer der wichtigsten Player im aufstrebenden Rap-Genre machte. Und dieser Chuck hatte jetzt die Faxen dicke!

Flavor: „Es gibt kein Public Enemy ohne mich!“

Vordergründig geht es darum, dass sich Flavor Flav aufmantelte, dass der demokratische Präsidentschaftskandidatenanwärter Bernie Sanders während einer Wahlkampfveranstaltung mit dem Namen und der Musik von Public Enemy warb - und sich per Twitter auch bei Chuck D. und Public Enemy bedankte.

Flavor Flav setzte einen Anwalt in Marsch, der Sanders am Sonntag einen Brief schrieb. Er, Flavor, habe mit dieser Aktion nichts zu tun, es handele sich um eine persönliche Angelegenheit von Chuck D., nicht um einen Auftritt von Public Enemy. Denn: „Es gibt kein Public Enemy ohne Flavor Flav.“

Das sehen Chuck D. und seine derzeitigen Mitstreiter ganz anders. Sie feuerten Flavor kurz und bündig - und so fiel auch die offizielle Mitteilung aus: „Public Enemy und Public Enemy Radio werden ohne Flavor Flav weitermachen. Wir danken ihm für seinen jahrelangen Einsatz und wünschen ihm alles Gute.“

Wer hält die Rechte am Namen Public Enemy?

Weil sich Flavor Flave per Twitter über der Trennungsmeldung aufplusterte („Du kannst mich nicht feuern!“), legten Chuck und die Seinen am Montag nach: Der Bernie-Sanders-Vorfall sei letztlich nur der Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Politik sei auch gar nicht der Grund, da - so postete Chuck D. boshaft auf Twitter - Flavor Flav nicht einmal den Unterschied zwischen Bernie Sanders (dem Politiker) und Barry Sanders (dem Ex-Football-Star) kenne.

Nein, der Stress geht viel tiefer. Ein Twitterpost der Band vom Montagabend enthüllt, dass Flavor Flav seit 2016 „suspendiert“ war, Flavor habe immer wieder Live-Auftritte - zum Beispiel in Glastonbury -, Fotosessions und andere Band-Termine verpasst oder platzen lassen. Als er dann ein Harry-Belafonte-Benezifkonzert schwänzte, war der Ofen aus. Faktisch, so kann man der Meldung entnehmen, war Flavor schon längst kein Bestandteil der Band mehr.

„Es ist Zeit, weiterzumachen“, schließt die Meldung „und jeder wünscht Flavor alles Gute.“

Es wird nicht das letzte Wort gewesen sein, das da gesprochen und gepostet wird. Chuck D. hat vorbeugend schon mal verlauten lassen, dass er die Namensrechte an Public Enemy halte.

teleschau

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